Kunst im Garten am Flatterdamm 

Stahlplastik „Balance 2“: bewegtes Leben eines Kunstwerks

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In Heiner Wetjens Garten steht seit 18 Jahren die Dauerleihgabe „Balance 2“ des Künstlers Werner Sünckenberg.

Melchiorshausen - Von Heiner Büntemeyer. Bei der Fahrt durch den Flatterdamm fällt der Blick unweigerlich auf eine große Stahlplastik auf einer Wiese zwischen zwei Wohnhäusern. Schon seit 18 Jahren steht sie dort. „Balance 2“ ist der Name dieses Kunstwerks, das eine bewegte Vergangenheit hat. Entworfen hat es Werner Sünckenberg, ein Bremer Künstler, der in Sulingen aufgewachsen ist. Von ihm stammt die Zeichnung, nach der die Stahlplastik im Bremer Stahl- und Maschinenbaubetrieb Albert GmbH aus einer drei Meter hohen Stahlplatte herausgeschnitten und rechtwinklig gebogen wurde. Sie war bestimmt für die Ausstellung „Teile aus Stahl“, die in der damaligen Klöckner-Hütte über die Bühne ging. Nach dem Ende der Ausstellung wurde sie in die untere Halle des Bremer Rathauses verfrachtet, denn es war geplant, sie am „Stern“ wieder aufzurichten.

Als sich diese Pläne zerschlugen, verhandelte der Künstler wieder mit dem Maschinenbaubetrieb, in dem die Plastik seinerzeit entstanden war. Er bat darum, sie dort einzulagern, bis ein endgültiger Standort gefunden werden konnte. Die Verhandlungen führte er mit Heiner Wetjen, der dort inzwischen Betriebsleiter geworden war und die Plastik seinerzeit nach Sünckenbergs Entwürfen ausgeschnitten und gebogen hatte.

Das Kunstwerk wurde tatsächlich eingelagert und lag mehrere Jahre lang in einer Halle. Es war zwar nicht in Vergessenheit geraten, aber eine Verwendung war auch nicht in Aussicht. Daher machte Wetjen seinem Chef mehr aus Spaß den Vorschlag, die „Balance 2“ doch zu seinem 50. Geburtstag in seinem Garten aufzustellen. Der war damit einverstanden, und auch der Künstler war bereit, Heiner Wetjen das Werk als Dauerleihgabe zu überlassen.

Rechtzeitig vor dem Geburtstag wurde ein massives Fundament gegossen, damit die „Balance 2“ auch bei starkem Wind nicht die Balance verliert, und am Geburtstag wurde sie feierlich enthüllt.

Für Heiner Wetjen ist diese Plastik nicht nur eine liebevolle Erinnerung an seine berufliche Laufbahn, für ihn hat sie auch durchaus Symbolcharakter: „So, wie sie da steht, zeigt sie uns, wie man vernünftig durchs Leben kommt“.

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