„Der spricht ja wie Opa“

Rainer Luppa ist seit vier Jahrzehnten für die WG als Nikolaus unterwegs

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Rainer Luppa bereitet sich auf seinen Einsatz als Nikolaus vor.

Weyhe - Von Heiner Büntemeyer. Rainer Luppa aus Leeste hat heute einen großen Auftritt: Seit 40 Jahren schlüpft er im Auftrag der Werbegemeinschaft Kirchweyhe in die Rolle des Nilolauses und beschenkt Kinder.

Zu diesem Amt wurde er berufen, erinnert sich Luppa. Schon kurz nach der Gründung der Werbegemeinschaft Kirchweyhe war der Gedanke aufgetaucht, den Kindern zum Nikolaustag eine Überraschung zu bereiten. Das damalige WG-Vorstandsmitglied Hans Fröhlke wusste auch „einen geeigneten Nikolaus“, und Luppa war auch sofort bereit, diese Rolle zu übernehmen.

Bei Schneidermeister Egon Lopper ließ er sich ein Kostüm schneidern, und vom Schwiegervater standen noch mächtige Überschuhe aus den Kriegsjahren im Keller. Sogar eine alte Nickelbrille ohne Glas besorgte er sich. Mit weißen Handschuhen, Pelzkappe, mächtigem weißen Bart und seiner stattlichen Größe wirkte er wie ein Nikolaus aus dem Bilderbuch, der gerade mit seinem Rentiergespann gelandet ist.

Bis zu 1 000 Päckchen hatten WG-Vorstandsmitglieder gepackt, diese in mehrere Säcke gelegt und für ihren Nikolaus einen richtigen Fahrplan entworfen. Mit einem Lieferwagen ging es zunächst nach Dreye, wo die Kinder am „Krug zum Grünen Kranze“ auf ihn warteten. Einige sagten Gedichte auf und jedes Kind erhielt ein Geschenk. 

Weiter ging es über Ahausen und Sudweyhe in den Jeebel, wo Malermeister Dieter Menzel stets für ein kleines Nikolausfest gesorgt hatte. Sogar Pferde und Reiter erwarteten dort den Boten des Christkindes. Über Lahausen ging es weiter nach Kirchweyhe, wo am damaligen Rathaus die letzten Päckchen verteilt wurden.

Fünf Kindergärten werden besucht

Diese Nikolausaktion gibt es nach fast vier Jahrzehnten immer noch, auch in diesem Jahr. Allerdings steigt Rainer Luppa seit einigen Jahren nicht mehr einen halben Kilometer vor der Verteilerstelle aus dem Auto und setzt sich auf Strohballen auf die Pritsche, um von oben herab die Wartenden zu begrüßen und die Kinder zu beschenken. Inzwischen werden die fünf Kindergärten im Einzugsbereich der Werbegemeinschaft aufgesucht. 

Mit den Erzieherinnen wird der Besuch abgesprochen, die Päckchen werden entsprechend der Anzahl der Kinder gepackt. In den Kindergärten wird der Besuch vorbereitet, denn längst nicht alle Kinder kennen noch die Nikolaus-Tradition und die Geschichte, die dahinter steckt. Aber alle freuen sich auf ihn, und Rainer Luppa freut sich auf sie. Auch wenn er das Lied „Lasst uns froh und munter sein“ an diesem 6. Dezember mehrere Male hören kann (oder muss). „Manchmal höre ich inzwischen auch mal Gedichte, die ich vorher noch nicht kannte“, berichtet Luppa, dem diese Rolle viel Vergnügen bereitet.

Im vorigen Jahr war Rolf Unglaub als Fahrer des „Nikolausautos“ ausgefallen und wurde von Hans Wittrock ersetzt. Auch diesem „Urgestein“ der Weyher Werbegemeinschaft hat diese Form des „Nikolauslaufens“ so gefallen, dass er sich heute wieder hinters Lenkrad klemmt. „Das ist unglaublich, die Kinder zu erleben, wenn der Nikolaus kommt“, schwärmt er von diesem Job.“

Es gab in den vergangenen fast 40 Jahren zahlreiche schöne Erlebnisse für „Nikolaus“ Rainer Luppa. Unvergessen bleibt ihm ein Abend auf dem Hof von Maler Menzel in Jeebel. Dort wartete Gerda Luppa mit dem gemeinsamen Enkel auf den Nikolaus. Und als Rainer Luppa sich mit den Kindern unterhielt und ihnen den guten Rat gab, nach dem Verzehr der Schokolade das Zähneputzen nicht zu vergessen, da flüsterte der Enkel seiner Oma ins Ohr: „Der spricht ja wie Opa.“

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