Besonderes Sportangebot für Demenzkranke beim TSV Blau-Weiß Melchiorshausen

Auf schräges Verhalten eingestellt

Stellen die neue Kooperation vor: Mike Lehmkuhl und Ninja Sündermann (beide TSV Blau-Weiß Melchiorshausen, Bürgermeister Frank Seidel und Lilja Helms (Pro Dem, Pflegestützpunkt für Weyhe, Stuhr und Syke).
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Stellen die neue Kooperation vor: Mike Lehmkuhl und Ninja Sündermann (beide TSV Blau-Weiß Melchiorshausen, Bürgermeister Frank Seidel und Lilja Helms (Pro Dem, Pflegestützpunkt für Weyhe, Stuhr und Syke).

Weyhe – Demenzkranke können so manche Sportstunde sprengen, wenn sie zum Beispiel aus Sicht der anderen Sportler unsinnige Sachen machen. Lilja Helms vom Senioren- und Pflegestützpunkt für die Gemeinden Weyhe, Stuhr und Syke und von der Alzheimergesellschaft kennt solche Situationen, die weder der an Demenz erkrankten Person behagen, noch den Sportkameraden.

Die Folge: Der Demenzkranke spürt die Ratlosigkeit der anderen Sportler, fühlt sich unbehaglich und bleibt dem Sport fern, obwohl er ihn nötig hätte.

Das soll sich mit einem neuen Angebot ändern, das weit über die Grenzen des Landkreises hinaus seinesgleichen sucht, so Helms. Der vom Verein Pro Dem getragene Stützpunkt kooperiert mit der Reha-Sportabteilung des TSV Blau-Weiß Melchiorshausen. Das Ziel: Der Auf- und Ausbau eines speziellen Rehasport-Angebots für die Menschen mit Demenz. „Ich denke, dass die Nachfrage hoch ist.“

Das auf 15 Plätze beschränkte Gruppenangebot startet in der Sporthalle des Melchiorshauser Vereins am Donnerstag, 18. November, um 15 Uhr. Mike Lehmkuhl und Ninja Sündermann werden ein 45-minütiges Programm für die Demenzkranken ausarbeiten. Eine Infoveranstaltung ist für Freitag, 29. Oktober, geplant. Die Veranstaltung beginnt um 15 Uhr.

Es sei ein großer Vorteil, dass in diesem Sportkurs nur Demenzkranke teilnehmen. Diese Stunde biete nämlich einen geschützten Rahmen. „Nichts, was dort passiert, gelangt nach draußen“, sagt Lehmkuhl. „Wir wollen nicht auf Fehler eingehen. Es gehe darum, die Teilnehmer zu loben und zu motivieren, beweglich zu bleiben.

Während die Demenzkranken sich in der Sporthalle nach Anleitung bewegen, haben die Angehörigen die Möglichkeit, in einem Besprechungsraum Kaffee oder Kaltgetränke zu trinken und sich über ihre Erfahrungen auszutauschen.

Mike Lehmkuhl und Ninja Sündermann haben sich im Rahmen einer Fortbildung durch den Pflegestützpunkt viel mit der Krankheit Demenz beschäftigt. Für die beiden sei es wichtig, den richtigen Ton zu treffen, um auf die Demenzkranken einzugehen. Auf schräges Verhalten seien sie eingestellt. Außerdem würden die Übungsleiter bei jeder Stunde bei Null anfangen. Der Vorteil: Die Teilnehmer müssten sich für das nächste Mal nichts merken. Außerdem könne man jederzeit zur Gruppe dazustoßen.

Von Sigi Schritt

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