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SPD fordert Konzept für Elektrotankstellen

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Von: Sigi Schritt

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Pascal Seidel und Rainer Zottmann an einer Ladesäule. Diese befindet sich auf dem Rathaus-Parkplatz. An ihr können zwei E-Autos gleichzeitig Strom beziehen.
Pascal Seidel und Rainer Zottmann an einer Ladesäule. Diese befindet sich auf dem Rathaus-Parkplatz. An ihr können zwei E-Autos gleichzeitig Strom beziehen. © Sigi Schritt

Vier öffentliche Ladestellen für Elektroautos an zwei Standorten (Autohaus Brandt und Theater), die für Weyhe in Bundesregistern angezeigt werden? Das ist für die SPD Weyhe für die Zukunft längst nicht genug.

Weyhe – Die SPD in Weyhe will den Umstieg von Autos mit Verbrennermotoren auf Autos mit Elektromotoren fördern und möchte, dass in der Wesergemeinde in allen neun Ortsteilen öffentliche E-Ladesäulen fußläufig erreicht werden. Das ist laut Rainer Zottmann, SPD-Fraktionsvorsitzender und Pascal Seidel, Vorsitzender des Finanzausschusses, das erklärte Ziel der Sozialdemokraten. Sie wünschen sich von der Verwaltung ein Konzept als Grundlage für den Aufbau einer Ladesäulen-Infrastruktur.

Antrag längst an das Rathaus gestellt

Wie Zottmann und Seidel auf Nachfrage erklärten, habe die SPD einen entsprechenden Antrag längst verfasst und an das Rathaus geschickt. „Der Antrag liegt beim Bürgermeister“, so Zottmann. Der Inhalt des Papiers soll in einer der nächsten Sitzungen des Bauausschusses behandelt werden.

Ziel: Aufbau von Elektroladeinfrastruktur

Um den Aufbau von Elektroladeinfrastruktur zu organisieren, setzt die Weyher SPD auf das Land Niedersachsen, das ein Kompetenznetzwerk rund um das Thema Elektromobilität aufgebaut hat. Das Team E-Mobilität des Niedersächsischen Landesamtes für Straßenbau und Verkehr soll laut Seidel die Kommune beraten. „Das bindet kaum Ressorcen der Gemeindeverwaltung“, sagt Seidel. Außerdem müsste man für das Beratungsprojekt keinen großen Posten im Haushalt zur Verfügung stellen. Es gebe viele Fördertöpfe für Beratung. Die Gemeindeverwaltung müsse sie nur anzapfen. Rainer Zottmann hofft daher auf die Zustimmung der anderen Parteien zu einem entsprechenden Ausbauplan.

Alle Ortsteile sollen öffentliche Ladesäulen bekommen

Für die SPD sei es wichtig, dass in dieses Konzept ausnahmslos alle Ortsteile einbezogen werden und gemeindliche Liegenschaften wie etwa Kindergärten sowie Sportplätze nicht ausgenommen werden.

Handhabung soll „unkompliziert“ sein

Pascal Seidel nennt ein Beispiel, wie unkompliziert er sich die Handhabung später vorstellt: Wenn er mit einem Elektroauto zur ZSA fährt, um Fußball zu spielen, will er auf dem Parkplatz der Anlage sein Fahrzeug laden, solange er bei einer sportlichen Begegnung kickt oder nur trainiert.

Einbezogen in das Konzept sollten unter anderem auch die Ladesäulen auf den Parkplätzen vor dem Rathaus, und vor Außenstellen und anderen kommunalen Einrichtungen. Außerdem sollten Gäste etwa aus anderen Städten oder Bundesländern ebenfalls die Möglichkeit bekommen, ihre E-Autos in Weyhe an öffentlichen Plätzen zu laden.

Eine Ladesäule für E-Autos direkt vor dem Rathaus-Eingang. Dort „saugen“ E-Autos der Gemeinde Strom.
Eine Ladesäule für E-Autos direkt vor dem Rathaus-Eingang. Dort „saugen“ E-Autos der Gemeinde Strom. © Sigi Schritt

Bebauungspläne: Bei der Planung Ladesäulen berücksichtigen

Das Konzept sollte sich ebenso auf Bebauungspläne auswirken, fordern Zottmann und Seidel. Die Ladesäulen müssten bei der Planung von Neubauten konsequent mitgedacht werden. Nicht jeder Bürger habe die Möglichkeit, eine sogenannte Wall-Box zu nutzen. Das ist eine Art heimische Tankstelle, an der Bürger ihre E-Autos mit Strom versorgen könnten. Mieter in Mehrfamilienhäusern müssten künftig ebenfalls die Möglichkeit bekommen, an einer Box die Fahrzeuge zu laden.

Zudem sollte die heimische Wirtschaftsförderung in die Unternehmen ausschwärmen, um die vielen Förderprogramme auf diesem Gebiet vorzustellen und eine Installation von Ladesäulen schmackhaft zu machen.

Idee: Photovoltaik-Anlage auf dem Leester KGS-Schuldach lädt E-Autos der Lehrer

Ideal wäre es, wenn auf einem Dach eine Photovoltaik-Anlage gebaut wird und dieser Strom dazu verwendet werden würde, um ein parkendes E-Auto aufzuladen. Das Konzept könnte man laut Zottmann bei einer Gemeindeimmobilie, beispielsweise bei der KGS Leeste, verwirklichen, wenn während der Schulzeit die Autos der Lehrer geladen werden.

Elektrotankstellen vor öffentlichen Gebäuden als Anreiz für die Personalgewinnung

Elektrotankstellen für E-Autos könnten auch Anreize sein, sich für einen Arbeitgeber im Öffentlichen Dienst zu entscheiden. Das könnte unter dem Aspekt des Facharbeitermangels ein entscheidender Aspekt für eine Stelle bei der Gemeinde sein, wenn für das eigene E-Auto ein Parkplatz zum Aufladen des Fahrzeugs bereitsteht, so Zottmann.

Dass in diesem Zusammenhang die Gemeinde möglicherweise 100 E-Autos günstig least, halte Zottmann für abwegig. Das könnte sich Weyhe nicht leisten, glaubt er. Dass aber grundsätzlich in E-Mobilität investiert wird, hält Rainer Zottmann für richtig. „Ich würde mir jetzt auch ein E-Auto kaufen.“ Vor drei Jahren sah seine Entscheidung noch anders aus. Was hat sich geändert? Seit etwa 1,5 Jahren stehe fest, dass die E-Mobilität ausgebaut wird. Deutsche Fahrzeughersteller bauen ihre Produktionskapazitäten aus.

„Das E-Auto hat sich gegenüber dem Wasserstoff-Fahrzeug durchgesetzt“, betont Pascal Seidel. Nächstes Jahr würden schätzungsweise 1,2 Millionen E-Autos in Deutschland zugelassen sein. Bis 2030 würden es sogar 15 Millionen Stromer werden. Es stehe fest, dass sich der Anteil dieser Autos auf Deutschlands Straßen erhöhen wird. Das werde sich auch in Weyhe niederschlagen. „Wir müssen unserer kommunalen Verantwortung gerecht werden, um den Klimawandel bestmöglich zu stoppen.“

Von Sigi Schritt

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