Gute Laune zum Mitnehmen

„Sonne, Sand und Sylt“: Umjubelte Premiere des Weyher Theaters

Musik, Tanz und Gesang dominieren die musikalische Komödie „Sonne, Sand und Sylt“ auf der Open-Air-Bühne des Weyher Marktplatzes.
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Musik, Tanz und Gesang dominieren die musikalische Komödie „Sonne, Sand und Sylt“ auf der Open-Air-Bühne des Weyher Marktplatzes.

Mit der musikalischen Komödie „Sonne, Sand und Sylt“ hat das Weyher Theater auf dem Marktplatz eine umjubelte Open-Air-Premiere gefeiert. Ort der Handlung ist ein Campingplatz in Westerland auf Sylt. Dort möchte Animateur und Surflehrer Nick den Titel als „Mr. Sylt“ verteidigen. 

Kirchweyhe – Endlich wieder Theater! Die Vorfreude sowohl bei den Schauspielern des Weyher Theaters als auch beim Publikum hätte nicht größer sein können. Da kommt die musikalische Komödie „Sonne, Sand und Sylt“, die am Freitag als Uraufführung auf dem Weyher Marktplatz eine umjubelte Premiere feierte, gerade zum richtigen Zeitpunkt.

Wegen bestehender Abstandsregeln kann zurzeit nur knapp die Hälfte aller Plätze in der rund 1000 Personen fassenden Open-Air-Arena besetzt werden. Die erforderlichen Hygienemaßnahmen mit Luca-App oder Registrierung hatten wohl einige Zuschauer in ihrer Planung nicht berücksichtigt, sodass die Vorstellung mit fünfminütiger Verzögerung begann.

Den Autoren Kay Kruppa und Frank Pinkus ist wieder einmal ein geniales Gute-Laune-Stück gelungen, das bei den Zuschauern für ausgelassene Partystimmung sorgte. Insbesondere nach der Pause ging bei so manchem Musikstück regelrecht „die Post ab“. Intendant und Dramaturg hatten die Geschichte bereits vor zwei Jahren speziell als Open-Air-Vorstellung für das Ensemble des Weyher Theaters „maßgefertigt“ geschrieben und jetzt auch die Inszenierung übernommen.

Ort der Handlung ist der Campingplatz „Zur Sonne“ in Westerland auf Sylt. Bereits seit fünf Jahren ist Animateur und Surflehrer Nick (Michael Grötzsch) aus der Wahl des „Mr. Sylt“ stets als Sieger hervorgegangen. Der selbstverliebte Macho ist sich auch in diesem Jahr absolut sicher, den Titel abzuräumen. Nick trifft zunächst auf Helene (Corinna Buchholz), die zum ersten Mal ihren Urlaub auf Sylt verbringt. Zuhause betreibt sie einen Laden für Weihnachtsartikel und kann auch im Sommer nicht von Weihnachtsliedern lassen.

Komplikationen und zündende Gags

Mitbewerber um den Titel „Mr. Sylt“ sind Kriminalkommissar Marten (Christian Hamann) und sein ihm angetrauter Partner Jonas (Marc Gelhart). Das schwule Paar möchte auf dem Zeltplatz eigentlich nur ungestört ein paar schöne Urlaubstage verbringen. Bereits eingetroffen ist der zurückhaltende Busfahrer Volker (Markus Weise), der es sich als erfahrener Camper vor seinem „Dünenpalast“ gemütlich gemacht hat und die Zeltnachbarn gelegentlich mit Wilhelm-Busch-Zitaten langweilt.

Kommissar Marten möchte seine sexuelle Neigung gerne geheim halten. Das gerät allerdings in Gefahr, als plötzlich seine Polizei-Kolleginnen Jessica (Sarah Kluge) und ihre ziemlich beste Freundin Laura (Stephanie Liebl) auftauchen, die ihr Zelt ganz in der Nähe aufgeschlagen haben. Der Wettbewerb um den attraktivsten Mann der Saison, mit Jessica, Helene und Laura in der Jury, kann beginnen. Die Geschichte mit Komplikationen, zündenden Gags sowie viel live gespielter Musik, Gesang und Tanz nimmt spätestens jetzt Fahrt auf. Und natürlich kommt alles anders als von Nick geplant.

Als Instrumentalisten im Hintergrund liefern Patrick (Gitarre) und Kevin Kuhlmann (Drums, Klavier) sowie Bassist Magnus Bodzin einen ansprechenden Sound. Für die tollen Tanzeinlagen hatte Isabell Christin Behrendt die Choreografie übernommen.

Die Schauspielerinnen Corinna Buchholz und Stephanie Liebl sowie ihre Kollegen Michael Grötzsch und Markus Weise geben bei diesem Stück ihr Debüt am Weyher Theater. Die vier Darsteller haben sich nahtlos in das bestehende Ensemble eingefügt. Alle Akteure spielten ihre Rolle überzeugend und mitreißend.

Mehr als 25 Lieder

Angesichts der mehr als 25 Lieder, die während der rund zweistündigen Vorstellung temporeich präsentiert werden, gerät die Inszenierung zu einem rauschenden Abend. Melodien, die fast jeder aus dem Radio kennt oder die als Ballermannschlager anderweitig zu Berühmtheit gelangten, füllen die Arena und reißen das Publikum im Handumdrehen mit. Songs wie „Macho, Macho“, „Dancing Queen“, „Helikopter 117“, „Tage wie diese“, „Wahnsinn“ sind die Garanten für eine überschäumende Stimmung. Bereits wenige Minuten nach Beginn der Vorstellung gibt es den ersten Szenenapplaus. Nur allzu gern lässt sich das textsichere Publikum zum Mitsingen und zum rhythmischen Mitklatschen animieren.

Fazit: Das Weyher Unterhaltungstheater lieferte eine grandiose Premiere. Neben den eingeplanten Musikzugaben forderte das am Ende stehend applaudierende Publikum lautstark eine weitere Zugabe, die die freudig überraschten Musiker und Darsteller prompt gewährten. „Wir wollen, dass die Zuschauer mit einem Lächeln im Gesicht aus dem Theater gehen, und mit besserer Laune, als sie gekommen sind“, hatte Intendant Kay Kruppa kürzlich gesagt. Gute Laune zum Mitnehmen, „to go“, sozusagen.

Das ist dem gesamten Theaterteam mit der Premiere „Sonne, Sand und Sylt“ eindrucksvoll gelungen.

Von Rainer Jysch

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