Podiumsdiskussion der Kreiszeitung

Bovenschulte-Nachfolger gesucht: Wer soll die Weyher Verwaltung führen?

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Torsten Kobelt (Die Partei), Annika Bruck (Grüne), Dietrich Struthoff (Einzelbewerber) und Frank Seidel (SPD) wollen Bürgermeister oder Bürgermeisterin für Weyhe werden (von links oben im Uhrzeigersinn). 

Weyhe - Der Countdown läuft: Am 10. November wählen die Weyher einen neuen Bürgermeister. Die bis dato einzige öffentliche Podiumsdiskussion mit den Kandidaten veranstaltet die Mediengruppe Kreiszeitung am Mittwoch, 23. Oktober.

Um die Nachfolge von Andreas Bovenschulte, der mittlerweile in Bremen Regierungschef ist, bewerben sich: Frank Seidel (50, SPD) aus Kirchweyhe, Annika Bruck (43, Grüne) aus Leeste, Torsten Kobelt (54, Die Partei) aus Ahausen sowie Dietrich Struthoff (64) aus Leeste als Einzelbewerber. Die Veranstaltung beginnt um 19 Uhr im Unternehmen „Dance & Event Tanzschule Reiners“ (Im Bruch). Der Einlass ist ab 18.30 Uhr. Der Eintritt ist frei.

Alle vier Kandidaten für das Bürgermeisteramt sitzen seit Jahren im Gemeinderat. Sie stellen sich den Fragen von Hans Willms, Chefredakteur der Kreiszeitung. Er spricht dabei mehrere Themenbereiche an – darunter Verkehr/ÖPNV und Wohnen – und prüft die Bewerber auf Herz und Nieren. Am Ende der Veranstaltung können auch Zuhörer Fragen stellen.

Weyhe: Kreiszeitung lädt zur Podiumsdiskussion

Annika Bruck (Grüne) ist im Rennen um den Chefposten der Weyher Verwaltung (mehr als 600 Beamte und Angestellte) nicht nur die Jüngste, sondern auch die einzige Frau. Sie hatte bereits im Frühjahr ihren Hut in den Ring geworfen, als andere lieber noch zögerten.

Bruck tritt an, um „der Natur mehr Gewicht“ zu verleihen und diese verlässlich zu schützen. Sie möchte, dass Weyhe das erste Naturschutzgebiet bekommt. Ihr Motto? „Ich stehe für eine nachhaltige Entwicklung unserer Gemeinde, die auch den nachfolgenden Generationen eine lebenswerte Zukunft ermöglicht.“

Das neue Gebäude der Tanzschule Reiners befindet sich in Kirchweyhe an der Straße „Im Bruch“. Vor dem Gebäude gibt es einen großen Parkplatz. Der Eintritt zur Podiumsdiskussion am Mittwoch ist frei.

Die Gemeinde Weyhe soll laut Bruck Vorreiterin bei einem engagierten Klima- und Artenschutz werden. „Es ist zusammen mit Chancengleichheit und Bildung ein Herzensthema. Wie sie sich auf die Veranstaltung vorbereitet? „Ich studiere den Haushalt, lese die Homepage der Gemeinde und die Zeitung“, sagt die Leesterin.

Zur Veranstaltung bei Facebook

Nur wenige Hundert Meter Luftlinie von ihr entfernt wohnt ein Leester, der ebenfalls Verwaltungschef werden will und der Älteste der Runde ist: Dietrich Struthoff. Er kandidiert als Einzelbewerber, weil er findet, dass „das Rathaus keiner Partei gehören sollte“. Er ergänzt: „Der Bürgermeister muss Bürgermeister für alle sein, unabhängig von der politischen Couleur.“ Deshalb habe er 270 Unterstützer-Unterschriften gesammelt. Struthoff sieht den Bürgermeister als „Motor der Weiterentwicklung“ und sich in dieser Rolle als Mittler zwischen den Parteien im Rat und der Verwaltung. „Menschlich, mutig, mittendrin“, so lautet sein Motto. „Ich bin bereit, Mitarbeiter zu führen, Verantwortung zu übernehmen und Entscheidungen zu treffen. Als Ingenieur gehe ich komplexe Themen lösungsorientiert an.“

Im kleinsten Weyher Ortsteil Ahausen wohnt Torsten Kobelt. „’N beten Grütz ünner de Mütz is veel Nütz. Aver ‘n grot Hart ünner de West dat is best“, lautet sein Motto, das er auf Platt äußert. Kobelt will für Weyhe „weniger Großprojekte“. Er möchte, dass die Politik „mehr in Menschen investiert als in Dinge“. Die Infrastruktur gehört seiner Meinung nach angepasst. Das „Gleichgewicht zwischen Wachstum und norddeutscher Gelassenheit“ möchte Kobelt „wieder herstellen“.

Hans Willms und Nadine Reiners besprechen den Ablauf.

Aus Kirchweyhe kommt Frank Seidel. Er habe gleich mehrere Mottos. Für eines zitiert er Charlie Chaplin: „Leb’ so, wie du es für richtig hältst, und geh’, wohin dein Herz dich führt. Das Leben ist ein Theaterstück ohne vorherige Theaterproben. Darum: Singe, tanze, liebe und lebe jeden einzelnen Augenblick deines Lebens, bevor der Vorhang fällt und das Theaterstück ohne Applaus zu Ende geht.“ Seidel möchte, dass es in Weyhe „lebenswert bleibt“ und will „eine Vielzahl von Maßnahmen“ weiterentwickeln. Er nennt Beispiele wie die Ortskernsanierung Leeste, Umgestaltung des Henry-Wetjen-Platzes, Rückholung der Netze in die kommunale Hand, Schaffung von bezahlbarem Wohnraum und die Umstellung der Straßenbeleuchtung – alles Dinge, die „ich maßgeblich mitgestaltet oder beantragt habe“.

Wie er sich auf die Podiumsdiskussion vorbereitet? Fußballtraining, Streetwatcherdienst, Haushaltsberatung – und vor dem eigentlichen Termin habe der Kirchweyher „noch zwei wichtige ehrenamtliche“ Veranstaltungen.

Torsten Kobelt gibt sich eher pragmatisch: „Ich mache an diesem Tag eine Stunde früher Feierabend, gehe zum Friseur und bügele mein Hemd.“

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