40.000 Euro-Investition

Gemeinde Weyhe plant zweite Zentralküche für Mittagsverpflegung

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Der Kiosk in der KGS Kirchweyhe wird derzeit von Ehrenamtlichen betrieben.

Weyhe - Die Gemeinde will die Mittagsverpflegung in den Schulen neu organisieren: Konkret soll die Küche in der KGS Kirchweyhe so ausgestattet werden, dass dort künftig das Team eines Caterers Essen frisch zubereitet. Mehr noch: die Gerichte sollten in einem zweiten Schritt an Grundschulen und Kitas ausgeliefert werden. Michael Thun von der Firma Esscooltur aus Bremen gab am Dienstagabend den Mitgliedern des Ausschusses für Schule, Kindertagesstätten und Jugend Tipps für die Ausschreibungen.

Die Verwaltung rechnet mit Investitionskosten in Höhe von 40 000 Euro – dazu zählen auch Industriespüler gleichen Typs, die auch in Grundschulen eingebaut werden sollen. Einstimmig haben die Mitglieder des Ausschusses für Schule, Kindertagesstätten und Jugend am Dienstagabend dem Rat empfohlen, diese Summe locker zu machen.

Laut dem zuständigen Fachbereichsleiter Fabian von Weyhe läuft es in Sachen Mittagessen derzeit ganz gut, seit die Gemeinde ein besonderes Konzept verfolgt. Seit der Umsetzung vor dreieinhalb Jahren schmeckt es den Schülern der KGS Leeste und zum Beispiel auch den Mädchen und Jungen der Grundschule Leeste und der Grundschule Erichshof, wie Rektorin Susanne Paetsch bestätigte. Da laut von Weyhe Verträge auslaufen, sei jetzt die Zeit genau richtig, darüber nachzudenken, was andere Schulen möchten – wie etwa die KGS in Kirchweyhe.

In Deutschland ist es laut Michael Thun Konsens, dass das Mittagessen nur dann gelungen ist, wenn es gewisse Voraussetzungen erfüllt. Es geht zum Beispiel um fachliche Kriterien wie Aussehen und Geschmack sowie um Faktoren wie Pünktlichkeit und Sicherheit. Auch Sauberkeit spiele eine entscheidende Rolle. Vor dreieinhalb Jahren ging es noch nicht um veganes, allergiefreies und Bio-Essen. Das sei neu.

Michael Thun (stehend) referiert.

Eine belastbare Antwort auf die Frage, wie teuer ein Schulessen sein darf, hat die Wissenschaft laut Michael Thun erst im vergangenen Jahr gefunden: Die Preise dürfen zwischen 3,50 und vier Euro liegen. Die Kalkulation sei nicht einfach: „Der Lebensmitteleinsatz pro sattes Kind in einem Standard, den die Deutsche Gesellschaft für Ernährung setzt“ beträgt zwischen einem Euro und 1,20 Euro. Dazu kommt der Personaleinsatz von je einer Arbeitsstunde für zehn Essen. Unterm Strich liegt der eigentliche Preis dann zwischen sechs und 6.50 Euro. Aber ein Kämmerer wird diesen Preis subventionieren, glaubt Michael Thun.

„Kinder werden ermutigt, in Dinge reinzubeißen, die sie nicht kennen.“ Die Pädagogik wird „eine Rolle“ spielen, so Thun. Ein Beispiel: Geschnittene Äpfel sind braun. Aber wenn ein Lehrer sie vor den Augen der Kinder aufschneidet, sind die Apfelstücke es nicht. Thun gibt den Tipp, Essen selbst für Dreijährige variantenreich in Büfettform zu präsentieren. Außerdem sollten sich die Nutzer das Essen selbst verfeinern können – etwa durch frische Kräuter. „Das hat einen psychologischen Grund. Die Kinder bringen das Essen mit sich in Verbindung.“ Es genieße dann „eine hohe Wertschätzung“. Die Ausgabe sollte von Mitarbeitern des Schulträgers erfolgen, schlägt Thun vor, weil Kinder zu diesen Personen ein Vertrauensverhältnis aufbauen.

In der Diskussion verursachte ein Vorschlag Bauchgrummeln: Sowohl in der KGS Leeste als auch in der KGS Kirchweyhe soll der Caterer in die Lage versetzt werden, auf eigene Rechnung Snacks anzubieten, die Teil des Verpflegungskonzeptes seien. Das sollte in den Kiosken der Schulen geschehen. Die werden bislang aber nur von Ehrenamtlichen betrieben. Diese würden gegen Angestellte des Caterers ersetzt. Ehrenamt ist nicht verbindlich, so Thun. „In Leeste sind es derzeit 70 Ehrenamtliche“, wirft die SPD-Ratsfrau Sonja Eden ein, sie verwenden regionale Lebensmittel. „Ohne die Zustimmung der Schulleitung läuft nichts“, so Thun. Der Caterer sollte von der Gemeinde gebeten werden, Auskunft zu geben, woher er die Lebensmittel bezieht.

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