Bei Bremer Filmfestspielen

Ehemalige Weyherin präsentiert ihren eigenen Film „MairiM“

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Miriam und Mairim – zwei Facetten einer Persönlichkeit.

Leeste - Von Maren Jensen. Wenn am Freitag das dritte Bremer Filmfestival im Viertel startet, dann befindet sich unter den Präsentanten auch die ehemalige Leesterin Simona Theoharova. Ihr Film „MairiM“ läuft im Kurzfilmblock des Festivals „Kurz und Gut“ in der Schauburg. Aufgrund Theoharovas bulgarischer Wurzeln wird er zu 20 Prozent in bulgarischer Sprache zu hören sein, mit englischem Untertitel.

Montagabend. Ein Jubelschrei. Schauspielerin Simona Theoharova hüpft jubelnd durch ihre Wohnung. In der Hand hält sie ein Telefon. Gerade hat die 30-Jährige einen erfreulichen Anruf bekommen: Ihr Film „MairiM“ hat es durch die kritische Jury der Bremer Filmfestspiele geschafft. Der Kurzfilm darf am kommenden Wochenende aufgeführt werden. „Das ist wie ein Ritterschlag“, sagt die ehemalige Leesterin glücklich.

Besonders freut sie, dass der Film seine Uraufführung so nah an der Heimat feiert. „Das ist der Lohn für die ganze Arbeit“, sagt sie. Zeit und Geduld seien nämlich zwei Schlagwörter, die besonders gut auf „MairiM“ passen, sagt Simona Theoharova. Bis zu 18 Stunden verbrachte die Schauspielerin täglich am Set.

Der Kurzfilm handelt von der eigenen Identitätssuche und dem Durchbrechen gesellschaftlicher Zwänge. In 25 Minuten versucht die bulgarische Immigrantin Miriam, sich den deutschen Strukturen anzupassen. Sie soll als Immobilienmaklerin das maximale Geld aus Menschen und Wohnungen erzielen, doch die Frau kommt an ihre Grenzen.

Theoharova „hatte alles selbst in der Hand“

Theoharova selbst ist in der Rolle der Mairim zu sehen, dem anderen Teil von Miriam, der sich in sie zurückdrängen möchte. Hauptsächlich kümmerte sie sich jedoch um die Produktion. „Auch wenn es sehr viel Arbeit war, habe ich es sehr genossen, einmal die Produzentin zu sein. Ich hatte alles selbst in der Hand und war dadurch sehr unabhängig“, sagt sie. Simona Theoharova wuchs in Weyhe auf. Das Abitur machte sie an der KGS Leeste, wo sie auch in ihrer ersten Hauptrolle zu sehen war. „Das war im Sommernachtstraum“, erinnert sich die 30-Jährige.

Schon damals habe sie an Stücken mitgeschrieben und sei hauptsächlich in dramatische Rollen geschlüpft. Nach dem Schulabschluss folgte ein Psychologie-Studium in Münster. „Ich wollte einfach etwas in der Hand haben, bevor ich mich ganz dem Schauspiel widme“, sagt sie. Die 30-Jährige spielte schon in mehreren Film- und Fernsehproduktionen wie dem ARD-Tatort mit. „Ich liebe tiefer gehende und ernsthaftere Themen“, sagt sie.

Drehbeginn war im September 2015

Schauspielkollegin Johanna Debes entwickelte gemeinsam mit Theoharova die Idee für den Film. Im September 2015 fiel die erste Klappe in Berlin, wenige Wochen später in Beimoor bei Hamburg. „Wir versuchten, das Team so klein wie möglich zu halten“, sagt die 30-Jährige zum fünfköpfigen Team. In ihren Augen sei vor allem eine Mannschaft wichtig, die leidenschaftlich für den Film arbeite. Technik, Verpflegung, Unterkunft, Drehorte und Kostüme bezahlte die Schauspielerin aus eigener Tasche. Nach erster Berichterstattung der Kreiszeitung spendeten drei Leser aus Weyhe Geld für die Postproduktion. „Das hat uns unheimlich geholfen“, sagt Theoharova. Mittlerweile arbeitet das Multitalent sogar an einem eigenen Spielfilm. „Das hätte ich mir nie zugetraut ohne meinen ersten Kurzfilm“, gesteht Theoharova. „MairiM“ läuft am Samstag um 15 Uhr im Kurzfilmblock „Kurz und Gut“. Ein Tagespass für das Festival kostet acht Euro.

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