Sicheren Fußes nach Hause kommen

Weihnachten und  Silvester: Straßenbeleuchtung bleibt künftig an

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In der Grämme in Leeste sorgen diese Straßenlaternen für eine Ausleuchtung des Weges. Sie sollen an Weihnachten nicht abgeschaltet werden.

Weyhe - Von Sigi Schritt. Die Straßenbeleuchtung soll an Weihnachten und in der Silvesternacht durchbrennen – das war das erklärte Ziel der Gemeinde. Doch dieser Wunsch war offenbar nicht beim Energieversorger SWB angekommen, der den Betrieb der Straßenbeleuchtung im vergangenen Jahr von der Firma Swarco übernommen hatte.

Kurz nach 0.30 Uhr war an besagten Tagen in allen Weyher Ortsteilen das Licht der Straßenbeleuchtung weg – nächtliche Spaziergänge unternahmen Weyher also ohne Licht und äußerten in sozialen Medien ihren Unmut.

Weshalb die Wünsche der Gemeinde nicht umgesetzt worden sind, obwohl Bürgermeister Andreas Bovenschulte noch im September in einer Pressekonferenz mit SWB-Vertretern genau diese Position erläutert hatte, konnte ein Sprecher der SWB nicht sagen. Jetzt hat das Bremer Unternehmen ein Schreiben der Gemeinde erhalten, in dem laut Ina Pundsack-Bleith, Stellvertreterin des Bürgermeisters, „unsere Beleuchtungswünsche noch einmal deutlich formuliert sind“. Die Gemeinde ist sich sicher, dass es wieder beleuchtete Heiligabend- und Silvesternächte geben wird.

Das Unternehmen Avacon, das noch vor der Firma Swarco jahrelang die Anlage betrieben hatte, hat laut SWB-Pressesprecher Christoph Brinkmann per Hand dafür gesorgt, dass die Lampen an diesen besonderen Tagen durchbrennen. Da in Weyhe die vollständige Umrüstung auf LED-Beleuchtung mit dem Weyher Dimmprofil (wir berichteten) ansteht, muss die neue Steuerungsanlage entsprechend angepasst werden. Der SWB-Mitarbeiter ist sich sicher, dass eine Lösung gefunden wird.

Die Parteivertreter unterstützen den Kurs der Gemeinde. „Die CDU in Weyhe geht davon aus, dass der Beleuchtungsausfall in der Silvesternacht dem Wechsel des Vertragspartners geschuldet ist“, sagt der Fraktionsvorsitzende der Christdemokraten, Dietrich Struthoff. Selbstverständlich müsse an solchen Tagen eine ausreichende Straßenbeleuchtung möglich sein. „Die Bürger sollen sicheren Fußes nach Hause kommen.“

Diedrich Struthoff (CDU)

An Silvester und an Weihnachten hat es laut Annika Bruck, Fraktionsvorsitzende der Grünen, ein Missverständnis gegeben. „Das ist nicht schön, aber kann passieren. „Wir gehen davon aus, dass nächstes Jahr die Beleuchtung wieder die ganze Nacht an ist.“ Sollte die Beleuchtung auf andere Feiertage erweitert werden? „Sicherlich kann man noch über einzelne Tagen nachdenken wie zum Beispiel bei ‘Weyhe total’.“ Eine generelle Verlängerung ist aus der Sicht von Annika Bruck nicht notwendig. „Licht ist Emission und eine Nachtruhe sinnvoll.“

Annika Bruck (Grüne)

Ähnlich formuliert es auch Antje Sengstake von der FDP. Ein Weiterbrennen der Lampen sei für Weihnachten und Silvester in Ordnung, aber nicht für Ostern oder Pfingsten. „Die Nacht hat seinen Grund. Wer trotzdem gerne nachts wandelt, sollte die Mondnächte nutzen.“ Die Verlängerung der Beleuchtungszeit passend zu den Zügen ist laut Annika Bruck von allen Parteien gewünscht.

Antje Sengstake (FDP)

„Die SPD hat sich des Problems der Straßenbeleuchtung schon 2016 angenommen und einen Antrag hierzu gestellt, der in der Folge auch beschlossen wurde“, sagt der Fraktionsvorsitzende Frank Seidel. Einerseits geht es um eine komplette Umstellung auf LED und andererseits geht es um längere Beleuchtungszeiten. Die Umstellung der Beleuchtungsmittel erfolge in den kommenden Monaten und koste rund eine Million Euro. Ökologisch und ökonomisch sei die Umsetzung auf LED trotz längerer Beleuchtungszeiten ein Gewinn, so Seidel.

Frank Seidel (SPD

Mit dem SPD-Antrag ist laut Seidel das Weyher Dimmprofil entstanden. Der Fraktionsvorsitzende hatte damals angeregt, dass die Verwaltung die Grundidee weiterentwickeln soll, um weitere Förderanträge stellen zu können. Das ist dann auch so gemacht worden. Nach der Umsetzung soll das Licht mit verminderter Leistung bis 1.30 Uhr brennen und geht nicht – wie jetzt – um 0.30 Uhr aus. Das helfe Nachtschwärmern, aber auch denen, die beruflich länger auf den Beinen sind, so Seidel. „In dem Zuge hatten wir auch gesagt, dass das Licht an bestimmten Nächten brennen soll. Beispielsweise an Weihnachten, an Silvester oder auch bei Festen. Dass das dieses Jahr nicht geklappt hat, war nicht gewollt. Und auch ärgerlich.“

Einen Zeitpunkt, wann das Weyher Dimmprofil aktiviert wird, konnte der SWB-Sprecher auf Anfrage nicht nennen. Erst müssten alle Lampen auf LED umgestellt sein.

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