Selbstbewusst auftreten

14 Mädchen lernen Wen Do in Leeste

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Petra Schmidt vermittelt den jungen Teilnehmerinnen an zwei Tagen die Grundtechnicken im Wen Do. 

Leeste - Von Angelika Kratz. Als Selbstläufer gilt seit vielen Jahren der Wen-Do-Kurs für Mädchen in Kirchweyhe. So hatte die Gleichstellungsbeauftragte Christina Scheele auch diesmal eine lange Liste für das kostenfreie Angebot, das die Gemeinde in Zusammenarbeit mit dem Jugendtreff „Trafo“ auf die Beine stellt. Es soll den meist sehr cleveren Mädels auch die nötige Stärke nach außen vermitteln.

Das letzte Wochenende der Herbstferien wurde für 14 Teenies zwischen 9 und 13 Jahren zu einem ganz persönlichen Abenteuer. Dazu hatte Wen-Do-Fachfrau Petra Schmidt in die Turnhalle der KGS Leeste eingeladen.

Statt gemütlich daheim zu relaxen, übten die Teilnehmerinnen am Samstag und Sonntag je zweimal vier Stunden mit durchaus viel Mut und Überwindung das selbstbewusste Auftreten. Keine einfache Sache, wie Petra Schmidt beobachtete, denn die Kinder waren anfangs eher zurückhaltend und sehr ruhig. Das sollte sich aber im Verlauf des Trainings ändern, denn Schmidt lockte die Mädchen zunehmend aus der Reserve.

Wen Do bedeutet als Kunstwort „der Weg für Frauen“ und wurde Anfang der 1970er-Jahre von Lesben für Lesben entwickelt. Als Präventionsprogramm gegen Gewalt an Frauen und zum Starkmachen von Mädchen hat Wen Do längst eine breite Plattform gefunden. Aus der weiblich bedingten Opferhaltung herauszukommen, ein deutliches „Nein“ auszusprechen, ein selbstbewusstes Auftreten zu erlernen, all das sind Ziele von Wen Do – wobei es sich trotz der Elemente der Selbstverteidigung nicht um eine Kampfsportart handelt.

Lederne „Pratzen“

Die erste Lerneinheit in der Leester Turnhalle beinhaltete am Samstagvormittag den festen Stand und eine feste Stimme. „Ihr müsst euch konzentrieren“, betonte die seit 1999 freiberufliche Wen-Do-Trainerin aus Oldenburg den ernsten Hintergrund der Veranstaltung.

Die Stopp-Haltung gelang nach einigen Übungseinheiten schon recht gut, und besonderen Spaß hatten die Mädchen mit den ledernen „Pratzen“. Die überdimensional dick gepolsterten Handschuhkissen traktierten die Mädchen mit ihren Fäusten, verbunden mit einem energischen „Nein“. Dazu hatten sie sich zu Zweierteams zusammengefunden.

„Die Stimme ist ganz wichtig“, sagte die Expertin und legte entsprechend großen Wert auf diesen Teil des Kurses.

„Wir lernen auch, ein Brett durchzuschlagen“, verrieten einige Mädchen voller Aufregung. Es machte allen sichtbar Spaß, sich aus der mädchenhaften Reserve locken zu lassen und zu entdecken, was in ihrer kleinen und zarten Faust und der meist noch kindlichen Stimme steckt. „Ich möchte nochmal“, vernahm Petra Schmidt des Öfteren. Die beste Bestätigung dafür, dass die Teilnehmerinnen die Verteidigungs- und Befreiungstechniken verinnerlichen wollten. Denn nur ein sicheres Auftreten hält schließlich die meisten Belästiger ab.

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