Patricia Naylor aus Texas

Amerikanerin hat seit fast 40 Jahren auch Eltern in Deutschland

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Nathan und Patricia Naylor (v.l.) besuchen Hermann und Margarete Ahrens, ihre „deutsche Familie“ in Weyhe.

Weyhe/Dallas - Von Sigi Schritt. Ein Jugendaustausch hätte ihrem Präsidenten Donald Trump in jungen Jahren sicherlich gut getan, glaubt Patricia Naylor (55) aus Dallas, die wieder ihre „deutschen Eltern“ besucht.

Sie hatte als 17-Jährige auf Einladung der internationalen Organisation Rotary mehrere Monate in Niedersachsen verbracht. Diese Zeit habe sie – wie sie sagt – positiv geprägt. Toleranz anderen Menschen und Offenheit anderen Kulturen gegenüber habe sie damals gelernt. Außerdem hat die Texanerin viele Freunde gewonnen.

Ihre Gasteltern von damals, Margarete und Hermann Ahrens aus Kirchweyhe, bezeichnet die US-Amerikanerin liebevoll als „deutsche Eltern“. Auch wenn die Texanerin diesmal nur Stunden in der Wesergemeinde verbringt, fühle sie sich in dem Haus der Ahrens „wie daheim“. 

„Sie war die erste Austauschschülerin des Syker Rotary Clubs“, sagt Hermann Ahrens. In den fast vier Jahrzehnten seit ihrem ersten Besuch war sie insgesamt fünf weitere Male in Deutschland. Dazwischen sei der Kontakt nie abgerissen.

Sprung nach Weyhe wie ein Kulturschock

Für die junge Patricia war im Jahr 1979 der Sprung über den Teich in den Norden Deutschlands wie ein Kulturschock. „Wir leben in der Sonne. Zu 99 Prozent. Es gibt kaum Regen. Hier war es damals kalt und dunkel.“ In den ersten drei Monaten ihres Aufenthalts in Niedersachsen war sie zu Gast bei Familie Peters in Syke, von November bis Januar lebte sie in Weyhe und im Anschluss bei Familie Grothe in Bassum. „Ich besuchte die zwölfte Klasse des Syker Gymnasiums.“

Die KGS in Leeste gab es bereits, „aber sie hatte noch keine Oberstufe“, erinnert sich Ahrens. Außerdem musste die Schule gut von den Wohnorten aller Familien erreichbar sein. So fiel die Wahl auf die Bildungsstätte in der Hachestadt. „Die Schüler dort nutzten die Gelegenheit, ihr Englisch aufzubessern“, berichtete die Amerikanerin. Sie sei überhaupt die erste Austauschschülerin des Gymnasiums gewesen.

Welches Erlebnis ist ihr im Rahmen des mehrmonatigen Europa-Trips besonders im Gedächtnis geblieben? Es seien nicht etwa Details oder die Besichtigung von Sehenswürdigkeiten, sondern die Liebe und Fürsorge der Familien gewesen. Das habe sie nachhaltig positiv verändert, sagt die 55-Jährige. „Es war eine gute Erfahrung, eine Familie in Deutschland zu haben.“ Ihr Aufenthalt habe sie toleranter und offener werden lassen. Das wirke bis heute fort.

Heute im Krankenhaus beschäftigt

Patricia Naylor arbeitet heute im Labor eines großen Krankenhauses und triff dort auf junge Menschen aus Indien, Nepal oder Pakistan. Sie studieren dort. „Ich weiß, wie es ist, sich in der Fremde zu fühlen. Deshalb kümmere mich um deren Belange. Die Welt ist ein kleiner Ort. So offen, wie mich die deutschen Familien aufgenommen haben, so offen strecke ich den jungen Arbeitskollegen meine Hand entgegen und höre zu, wenn sie vielleicht einmal Probleme haben oder Heimweh bekommen.“

Dieses Gefühl habe sie auch auf ihren Sohn Nathan (24) übertragen. Der Student der Geowissenschaften war im Alter von 16 Jahren alleine nach Deutschland gereist, um seinen kulturellen Blick zu öffnen. Einen toleranten Blick auf die Welt wünscht sie sich nicht nur für ihren Sohn, sondern auch für die Führer der Staaten wie jetzt Donald Trump.

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