Sehnsucht nach Ruhe mündet in Schaffenskraft

Anke Eylers eröffnet in der Wassermühle ihre Schau „Mit Strich und Farben“

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„Der Puma“ (links), „Wolfsblut (oben) und „Der Glücksbringer“ (vorn) sind drei der neueren Arbeiten von Anke Eylers, die sie ab Sonnabend in der Wassermühle präsentiert. 

Weyhe - Von Philipp Köster. Es war vor nicht einmal zehn Jahren. Anke Eylers erkrankte. Das nahm sie mit, wühlte sie auf. „Ich brauchte damals etwas, was mich zur Ruhe bringt.“ Diese Ruhe, dieses Wieder-Zu-Sich-Selbst-Kommen gelang der Leesterin im Jahr 2008 – mit dem Einstieg in die Malerei.

Sie nahm beim Künstlerdozenten Onil Hossain im Bremer Steintorviertel Einzel- und Gruppenunterricht. Mittlerweile lehrt Anke Eylers selbst. Und am kommenden Sonnabend eröffnet die 62-Jährige um 16 Uhr in der Wassermühle ihre vierte Einzelausstellung unter dem Titel „Mit Strich und Farben“.

Die Schau zeigt, wie der Name schon andeutet, realistische Zeichnungen in Pastellkreide und Grafit sowie Gemälde in Öl und Acryl, einige davon sind gerade erst fertig geworden.

Ex-„Blumenstübchen“ als Atelier angemietet

Vielen Weyhern sind die Leesterin und ihre Kunst nicht unbekannt. Nicht nur dass sie schon eine Ausstellung im Fitnessstudio „Generation plus“ hatte, sie sitzt quasi auch auf dem Präsentierteller. Denn 2013 mietete sie an der Leester Straße das lang leerstehende ehemalige Blumenstübchen an und richtete dort ihr Atelier ein. Gerne dürfen ihr Passanten bei der Arbeit zusehen und mit ihr ins Gespräch kommen. „Zu Hause in der sechs Quadrameter großen Dachschräge war es mir zu eng.“

Obgleich noch nicht lange im Geschäft, hat Anke Eylers mit ihren Werken Erfolg. „Ich habe viele Auftragsarbeiten.“ Weil sie „am liebsten“ Porträts malt, kommen ihr die Wünsche der Kunden oft entgegen. Die Künstlerin malt dann von einem Foto das Enkelkind für die Oma auf Öl oder zeichnet den geliebten Border Collie von Herrchen mit Kreide, „je nachdem, was besser passt“.

2014 hat sich die frühere Industriekauffrau selbstständig gemacht. „Ich habe 42 Jahre lang gearbeitet, und mein Mann ist noch berufstätig“, berichtet sie von einem von nicht allzu großem Risiko begleiteten Schritt in den Künstlerberuf. Doch die Nachfrage nach Auftragarbeiten und Kursen ist groß. So bemalt sie, wenn es die Leute wünschen, auch Zaunlatten oder verziert ein Foto von einer Flusslandschaft mit Seerosen.

Porträts, Landschaftsbilder und Stillleben

Bei der Ausstellung ab Sonnabend und bis zum 18. Dezember zeigt sie Porträts von Menschen und Tieren sowie Landschaftsbilder, aber auch Stillleben. Ganz neu sind zum Beispiel „Der Glücksbringer“, ein Bild von einem Jungen, und die Tierstudien „Der Puma“ und „Wolfsblut“. Jüngeren Datums ist aber auch ein Acryl-Öl-Gemälde mit Orchideen. Anke Eylers liebt die alten Meister und ihre Kunst. „Es ist ein Wahnsinn, dass sie den Menschen so realitätsgetreu malen konnten.“ Das Abstrakte ist hingegen „eher nicht meins“.

In die Ausstellung „Mit Strich und Farben“ führen am Sonnabend ab 16 Uhr die Kulturbeauftragte Tina Fischer sowie die Verdener Kunsthistorikerin Petra Dzudzek-Edler ein. Musikalische wird der Nachmittag vom Gitarristen Andree Kubillus untermalt.

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