GS Agri in Melchiorshausen: Ernte in der Baustelle

In sechs Silos lagern 16.000 Tonnen Getreide

Roggen, Triticale und Weizen lagern in den Silos. Die Anlagen ragen 32 Meter in die Höhe. Fotos: Sigi Schritt

GS Agri in Melchiorshausen: Roggen, Triticale und Weizen lagern in den Silos. Die Anlagen ragen 32 Meter in die Höhe. Die Arbeiten sollen in den nächsten Wochen abgeschlossen sein

Melchiorshausen - Eine schwere Klappe im Beton markiert den Weg in die Unterwelt von Melchiorshausen. Sie schützt eine Metallleiter, die in den Keller der Siloanlage am Rande der Grenze zu Ristedt führt. Frank Schröder, Betriebsleiter des Weyher GS-Agri-Standorts, hat gestern zusammen mit Jürgen Diers, Bereichsleiter Agrar der Genossenschaft, das 1,6 Hektar große Gelände an der Ristedter Straße inspiziert. Auf diesem Areal sind an mehreren Stellen Handwerker tätig. Die Arbeiten sollen in den nächsten Wochen abgeschlossen sein, sagen die beiden Mitarbeiter der Genossenschaft mit Sitz in Schneiderkrug.

Frank Schröder steigt in die Tiefe hinab und muss sich zunächst den Weg im Dunkeln – Meter um Meter – erkämpfen. Er hält sein Handy in die Höhe und läuft dem Lichtschalter entgegen. Er liegt am Ende eines langen Tunnels. Im Keller befindet sich eine von Metall ummantelte Hochleistungstransportanlage für Getreide. Sie ist aber noch nicht in Betrieb, sagt Schröder. Über diese Anlage sollen die 32 Meter hohen Türme einmal entleert werden. Sie sind bereits mit 16 000 Tonnen Getreide gefüllt, ergänzt Schröder – mit Roggen, Weizen und Triticalen. Dieser Teil der Ernte sei nämlich gewissermaßen unter dem rollenden Baustellenrad bereits über den neuen Standort in Melchiorshausen abgewickelt worden. An dem Standort in Leeste lieferten Landwirte lediglich Gerste und Raps an. Dann begannen dort die Abrissarbeiten. Lange Schlangen auf der Ladestraße bis zur Leester Straße gehören der Vergangenheit an.

Frank Schröder zeigt auf die abgedeckte Annahme.

In Melchiorshausen ist rund um die Silos viel Platz für die etwa 100 Landwirte, die ihr Korn aus dem Gebiet zwischen Weyhe, Stuhr, Thedinghausen und Bassum herbringen, versichern die GS-Agri-Mitarbeiter. Vor dem Abladen müssen die Fahrer ihre Gespanne auf einer Waage stoppen, um das Gewicht zu ermitteln. Eine Anlage stößt dann einen Rüssel in die Ladung hinein, um die Güte des Korns zu bestimmen. Wenn weitere Faktoren, wie etwa der Feuchtegehalt des Korns bestimmt sind, können die Fahrer ihre Ladung abkippen. 

Dann geht es erneut zur Waage, um das Leergewicht zu ermitteln. Wenn es prima läuft, dauert der Vorgang laut Schröder nur fünf bis 15 Minuten – je Stunde könnten so 200 Tonnen eingelagert werden. Die Qualität des in der ersten Saison angelieferten Korns bezeichnen er und Jürgen Diers als „gut“. Allerdings seien die Landwirte deshalb nicht zufrieden gewesen, weil der zweite trockene Sommer auf den Feldern seine Spuren hinterlassen hat und die Menge nicht stimmte. Dazu lagen die Preise unter dem Vorjahresniveau.

Um das Getreide wieder aus den Silos herauszubekommen, müsse in den nächsten Wochen weitere Fördertechnik installiert werden, sagt der Betriebsleiter. Das bereits in den Silos gelagerte Korn könne dort noch weitere Wochen problemlos bleiben, bevor das Getreide in die Mischfutterwerke nach Schneiderkrug oder Garrel transportiert wird. Eine Anlage belüfte das Korn, so Schröder. Das ist beim Inspektionsrundgang hörbar: Es zischt sogar aus einigen Blechen. Nacharbeiten sind wohl fällig, mutmaßt Schröder.

Künftig wird nicht mehr unter freiem Himmel abgekippt. Dieser Platz bekommt noch ein Hallendach. Ebenfalls noch nicht fertiggestellt seien die geplanten Tankstellen für Diesel und Flüssigdünger. Zumindest die Fundamente sind bereits fertiggestellt. Dort, wo einmal Sackware und Blumenerde gelagert werden soll, gibt es bereits eine Halle, aber es fehlen noch Elektrik, Regale und Tore.

Vor den Silos entsteht eine Halle für Dünger.

Dafür sind die Handwerker im 140 Quadratmeter umfassenden Haus- und Gartenmarkt schon weiter. Dort hängen Kabel von der Decke. Im Endspurt installieren Handwerker im Bürogebäude Alufenster.

Auch auf dem Außengelände wird sich noch was tun. Eine zweite Asphaltschicht ist geplant. Mitte November, ein Jahr nach Baubeginn, sollen die Arbeiten abgeschlossen sein.

Im Frühjahr soll das Gelände eingeweiht werden und der Öffentlichkeit und insbesondere den Nachbarn vorgestellt werden. Für die Genossenschaft endet laut Jürgen Diers eine zehn Jahre dauernde Suche nach einen Ersatzstandort. Ende September 2009 wurde die Produktion in Leeste aufgegeben. An der Ladestraße wurde Korn angenommen, und an der Straße Am Irrgarten zwischengelagert.

GS Agri hatte einige Ersatflächen im Fokus, darunter welche in Weyhe und Bassum. „Mal gab es Probleme mit dem Untergrund, und mal passten Bauhöhen nicht“, so Jürgen Diers. Mal gestaltete sich der Genehmigungsprozess schwierig, nannte Diers Hinderungsgründe. In Melchiorshausen sei „modernste computergestützte Technik“ verbaut. Deshalb sei der Standort für die nächsten 30 Jahre „zukunftssicher“.

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