Schwimmerbecken im Freibad nach rascher Rohrreparatur wieder freigegeben

Tagelange Schließung des Hauptbassins vermieden

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Wolfgang Tebje verdichtet nach der Reparatur des Rohrs den Boden.

Weyhe - Von Philipp Köster. „Ich bin ganz entspannt. Die Anlage läuft wieder.“ Schwimmbadmeister Hubert Dollinger konnte sich am Donnerstag gegen 10 Uhr ganz geschmeidig auf einen Stuhl im Besprechungszimmer des Rathauses setzen und im Rahmen der Gemeindepressekonferenz Entwarnung für das gesperrte Schwimmerbecken geben.

Das hatte am Dienstag und Mittwoch noch ganz anders ausgesehen. Dollinger, Freibadmitarbeiter und die Kollegen des zuständigen Fachbereichs der Gemeinde hatten sich zunächst fieberhaft auf die Suche nach dem Leck in einer der vielen Leitungen gemacht. „Leider steht auf den Leitungen nicht, wohin sie führen. Außerdem gibt es in Kreuzungsbereichen regelrechte Rohrknoten.“ Es sei schlichtweg nicht klar gewesen, welches Becken betroffen gewesen sei. Denn der Pegel sinkt nicht so rasch, obwohl das Wasser etwa auf Höhe der Cafeteria die Gehwegplatten sichtbar nass gemacht und sogar Sand hochgespült hatte. Und auch als am Mittwoch klar war, welche der acht Leitungen, die zur Filteranlage und wieder zu den vier Becken führen, defekt war, war das Problem nicht behoben. „Wir haben den Schieber nicht schließen können“, berichtet Dollinger. Denn das Wasser laufe ja mit erheblichem Druck durch die Leitungen, und die Schieber zur Abriegelung würden nur zweimal im Jahr bewegt, entsprechend schwergängig seien sie.

Doch mit dem tatkräftigen Einsatz Dollingers und Mitarbeitern der Leester Firma Petershagen gelang die Aktion. Am Donnerstagmorgen konnten sich die Bauleute um Vorarbeiter Wolfgang Tebje an den Austausch des 1,8 Meter langen Teilstücks mit seinem 1,2 Meter langen Riss machen. Im Anschluss ließ Dollinger eine halbe Stunde Wasser laufen, um zu sehen, ob alles wieder dicht ist. Mit Erfolg. Mittags war die 2,6 Meter tiefe Baugrube schon wieder zugeschüttet und verdichtet.

Wenn die Leitung nicht hätte geschlossen werden können, hätte Hubert Dollinger das 1500 Kubikmeter große Becken leerpumpen müssen. Das hätte 24 Stunden gedauert. Dann wäre die Reparatur erfolgt. Im Anschluss hätte die Befüllung 36 Stunden gedauert. Schließlich hätte das Wasser aufgeheizt und badetechnisch einwandfrei aufbereitet werden müssen.

Warum das beim Freibadbau 1974 verlegte Kunststoffrohr aufgerissen war, ist unklar. Denkbar seien Trockenheit, Altersschwäche oder der unpassende Untergrund aus Sand-Zement-Gemisch, vermuten Dollinger und Tebje.

1989 hatte es zuletzt zwei derartige Brüche innerhalb von drei Wochen gegeben, erinnert sich der Schwimmbadmeister. In einem Fall war damals ein Rohr auf vier Metern gerissen.

Angesichts des warmen und recht beständigen Augustsommerwetters und der Freigabe des Schwimmerbeckens hofft Dollinger noch auf einige Nutzer. „60000 Besucher bislang sind mittelprächtig. Gut wären 80000 bis 90000 Gäste.“ Den höchsten Zuspruch der vergangenen Jahre gab es 2006 mit 100000 Badegästen. In diesem Jahr sei das Auf und Ab beim Wetter von Mai bis Juli Ursache für das Fortbleiben von so manchem Gast gewesen.

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