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Anwohner: „Schulstraße hat ein Raserproblem“

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Von: Sigi Schritt

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Kann sich für eine Sackgassen-Regelung erwärmen: Thomas Kreutzmann.
Kann sich für eine Sackgassen-Regelung erwärmen: Thomas Kreutzmann. © Sigi Schritt

Die Grünen-Fraktion im Weyher Gemeinderat setzt sich für eine Verkehrsberuhigung für die Schulstraße ein. Sie hat noch im vergangenen Jahr einen entsprechenden Antrag an die Gemeindeverwaltung geschickt mit der Bitte, Planungen aufzunehmen. Das Thema wird im Ausschuss für Bau, Planung und Umwelt behandelt, und zwar am Dienstag, 25. Januar. Das ist die erste öffentliche Sitzung dieses Gremiums in diesem Jahr.

Weyhe – Anwohner begrüßen es, dass sich Politik und Verwaltung damit beschäftigen. Mit der Aufnahme des Betriebs des Famila-Verbrauchermarktes steige die Befürchtung, dass insbesondere Autos aus Richtung Kirchweyhe kommend, die Schulstraße vermehrt als Abkürzung nutzen. Wie die Grünen in ihrer Begründung weiter ausführen, sehen sie die beiden Einmündungsbereiche der Schulstraße, also den an der Hauptstraße und den an der Leester Straße, zumindest teilweise kritisch.

Das gleiche gelte für den Schulweg zur KGS Leeste, obgleich er durch Verkehrslotsen abgesichert wird. Die Grünen sagen, dass auf der Straße die Radfahrer besser berücksichtigt werden müssten, denn diese fahren aufgrund des fehlenden Radwegs ab der Schule bis zur Einmündung der Hauptstraße in beide Richtungen auf einem letztendlich zu schmalen Gehweg.

Die vielen Verkehrsteilnehmer unterschiedlicher Art bereiten Probleme, ergänzt die Ratsfrau Hannelore Roitsch-Schröder. Allein die KGS Leeste würde viel Verkehr hervorbringen. Als die Schule dort in den 1970er-Jahren gebaut worden ist, hätten Mütter keine Zweitautos gefahren, um die Kinder zu Schule zu fahren. Damals radelte man mit dem Fahrrad, man ging zu Fuß oder fuhr mit dem Bus. Jetzt erleben Schüler, Lehrer und auch Anwohner zu Spitzenzeiten Staus, da stehen Auto hinter Auto. Diese würden durch die Elternbringdienste verursacht, kritisiert auch Anwohner Thomas Kreutzmann.

Schulstraße eine Abkürzungsstrecke

Die Grünen-Vertreterin stellt fest, dass die Schulstraße immer wieder als Abkürzungsweg genutzt werde, um nicht über den Henry-Wetjen-Platz fahren zu müssen. In die Diskussion um eine Verkehrsberuhigung bringt Roitsch-Schröder die Idee einer Fahrradstraße ein. Sie sei auch offen für eine Einbahnstraßen-Regelung.

Anwohnerin will keine Fahrradstraße

Mit einer Fahrradstraße könne sich die Anwohnerin Martine Hattesohl nicht anfreunden, wohl aber mit der Schulstraße als Einbahnstraße. Sie sei auf Lieferverkehr angewiesen. Dieser könne sich auf eine Einbahnstraße einstellen.

Anwohnerin: Irgendwann wird es „gewaltig krachen“

Martine Hattesohl ist überzeugt, dass es irgendwann in der Nähe ihres Hauses „gewaltig krachen“ werde. Es sei nur Glück, dass in dieser Tempo-30-Zone bislang nichts passiert sei. Was sie damit meint? Manchmal würden von der Einmündung Papengrenze bis kurz vor der Hauptstraße Autos dicht an dicht parken. Verkehrsteilnehmer würden überholen. Wenn von der Hauptstraße dann ein Fahrzeug auf die Schulstraße einbiege, könnte es zu einer Kollision kommen. Das Problem tritt auf, wenn das überholende Fahrzeug keine Lücke findet und ein Fahrzeug, was einbiegt, nicht sofort das Tempo reduziert. Die mögliche Folge: Zwei Fahrzeuge auf Kollisionskurs.

Anwohner parkt Auto bewusst auf der Fahrbahn

Der Anwohner, Maurizio Patete, stelle sein Auto bewusst auf die Schulstraße, sagt er. Der Fußweg vor seinem Haus sei schmal. Der Familienvater wolle seine Kinder schützen. Raser müssten sein Fahrzeug überholen. „Die Geschwindigkeiten sind hier das Problem“, sagt er.

„Ich sehe, wie schnell die Leute hier rasen“

Neben der Geschwindigkeit werde die Rechts-vor-links-Regel oft nicht beachtet. „Ich sehe, wie schnell die Leute hier rasen. Das ist extrem. Man muss die Strecke langsamer machen.“ Er hat eine Idee: durch Bremshügel wie ein paar Hundert Meter weiter.

„Die Schulstraße hat ein Raserproblem“

Die Schulstraße habe ein Raserproblem, sagt auch Anwohner Thomas Kreutzmann. Zuletzt am vergangenen Donnerstag habe er einen zu schnellen Wagen beobachtet, der die Kurve vor seinem Haus so sehr geschnitten habe, dass der Fahrer einen Radler auf der Gegenfahrbahn in Bedrängnis gebracht haben soll. „Er hat ihn fast touchiert.“

Kreuzmann habe sogar Rennen beobachtet. Wie in einem Hollywood-Film hätten Autos nebeneinandergestanden und auf das Startsignal eines Mädchens gewartet. Beim Anblick solcher Szenen hätten Anwohner Angst und Panik bekommen. Er bringt eine Sackgassen-Lösung ein.

Nachbar Werner Hinners spricht sich für Aufpflasterungen aus. Gegen eine Einbahnstraße hätte er nichts.

Von Sigi Schritt

Auf Gegenkurs: Der BMW muss sich jetzt eine Lücke suchen.
Auf Gegenkurs: Der BMW muss sich jetzt eine Lücke suchen. © Sigi Schritt
Spricht sich für eine Einbahnstraßen-Regelung aus: Anwohnerin Martine Hattesohl.
Spricht sich für eine Einbahnstraßen-Regelung aus: Anwohnerin Martine Hattesohl. © Sigi Schritt
Anwohner Maurizio Patete (links) und einer seiner Nachbarn sorgen sich um ihre Kinder.
Anwohner Maurizio Patete (links) und einer seiner Nachbarn sorgen sich um ihre Kinder. © Sigi Schritt

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