Schüler zeigen Probleme auf

Klassensprecher und Vertreter im Rathaus empfangen

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Andreas Bovenschulte achtet darauf, dass jedes Kind die Möglichkeit erhält, mindestens einen Redebeitrag zu leisten. Für sein pädagogisches Geschick erntet er Lob von den Lehrern. - Foto: Ehlers

Weyhe - Von Sigi Schritt. Auf die gleichen, gepolsterten und mit Wappen versehenen Stühlen, auf denen Ratsmitglieder Platz nehmen, um teilweise millionenschwere Entscheidungen zu treffen, haben sich jetzt im Ratssaal Viertklässler gesetzt.

Es war das erste Mal, dass die rund 40 Mädchen und Jungen als „Schülerparlament“ zusammengekommen und von Bürgermeister Andreas Bovenschulte empfangen wurden. Experiment geglückt – weitere Veranstaltungen dieser Art werden folgen, versprach der Verwaltungschef.

Ging es zunächst darum, welche Aufgaben der Bürgermeister in seiner 50-Stunden-Woche bewältigt, wollte das Nachwuchsplenum mehr über die gescheiterten Jamaika-Verhandlungen wissen. Dann ging es sprichwörtlich ans „Eingemachte“. Die Erichshofer Lehrerin Silke Witten sagte, dass die Kinder zuvor interessante Forderungen aufgestellt hatten. 

Die Vertreter der Paul-Maar-Grundschule Sudweyhe klagten beispielsweise über Zigaretten, die auf dem Schulgelände herumliegen. Sie monierten, dass sie auch ein Feuerzeug auf dem Boden gefunden hätten. Sie machten Jugendliche als Schuldige aus. Papierfetzen alter Zeitungen sind für die jungen Sudweyher ebenfalls ein Dorn im Auge, erfuhr der Bürgermeister. Ein Schüler beklagte zudem, dass die zweite Vogelnestschaukel kaputt sei. Aufmerksam hörte der Verwaltungschef zu. „Ich finde gut, dass ihr das sagt.“ Er will Abhilfe schaffen.

Fahrradständer sollten erweitert werden

Ein junger Lahauser plädierte dafür, die Fahrradständer nahe seiner Schule moderat zu erweitern. Wer morgens später komme, finde kaum noch einen Platz, sagte er. Ein anderes Kind wünschte sich einen größeren Spielplatz auf dem Mühlenkampgelände und ein anderes schlug vor, in Weyhe ein großes Hallenbad zu bauen.

Den Wunsch einer Parkplatzerweiterung an der Grundschule Kirchweyhe nahm Bovenschulte schließlich auf, um eine Entscheidungsfindung mit Argumenten und Gegenargumenten einmal durchzuspielen. Am Ende entschieden sich die Schüler aus Kostengründen in einer Abstimmung gegen neue Parkplätze.

„Die Ausdauer und Kenntnisse der Kinder haben mich umgehauen“, so Bovenschulte. Dessen pädagogisches Geschick bewunderte der Leester Rektor Martin Stamnitz. Er möchte mit seinen Schülern im nächsten Jahr wiederkommen. Die Lahauser Lehrerin Christiane Fecke äußerte sich ebenfalls positiv und stellte den Organisatoren wie Bovenschulte gute Zeugnisse aus. Und was sagen die Kinder? Der Viertklässlerin Jonna gefielen die Zusammenkunft und die Erörterung der Probleme.

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