„Die schönste Zeit hatte ich in Weyhe“

Johann-Dieter „Olly“ Oldenburg erzählt aus 46 Jahren Polizeidienst

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Melchiorshauser Treff: Johann-Dieter Oldenburg (2.v.r.), der frühere Leiter des Polizeikommissariats in Weyhe, berichtet über interessante Fälle während seiner Laufbahn bei der Polizei. Ganz rechts: Christin Brümmer vom Verein Pro Dem.

Melchiorshausen - Von Rainer Jysch. Mit einem ganzen Bündel an Informationen zur Polizeiarbeit war Johann-Dieter „Olly“ Oldenburg, der frühere Leiter des Polizeikommissariats in Weyhe, jetzt beim offenen Quartierstreffen in der einstigen Grundschule in Melchiorshausen zu Gast.

Die durch Christin Brümmer vom Verein Pro Dem seit 2010 organisierte Quartiersarbeit in den Gemeinden Stuhr und Weyhe, dient dem Ziel, insbesondere älteren Menschen in den Ortsteilen mit „Ansprechpartnern der Nachbarschaft“ ein funktionierendes Miteinander zu sichern. „Die offenen Treffen sind für jedermann“, so Christin Brümmer. Nach Vorträgen in Leeste und Dreye, war es bereits das dritte Referat, das der frühere Polizist in einem Weyher Ortsteil-Quartier präsentierte. Frank Lemmermann, ehemaliger Bürgermeister der Gemeinde, hatte das Thema angeregt. Der im Herbst 2016 pensionierte Erste Polizeihauptkommissar im gehobenen Dienst, Johann-Dieter Oldenburg, blickt auf insgesamt 18 Jahre in Weyhe mit Zuständigkeit auch für Stuhr zurück.

„An viele Dinge können Sie sich bestimmt erinnern“

„Das erste Jahr als Pensionär ist mir schwergefallen“, verriet der 65-Jährige, „weil ich einfach zu gerne Polizist war. Es war immer mein Traumberuf.“ Bereits im Alter von 14 Jahren hatte er sich entschieden, Polizist zu werden. „Ich empfehle jedem jungen Menschen, diesen Beruf zu erlernen“, warb der mehrfache Großvater, dessen älteste Tochter ebenfalls im Polizeidienst ist, für den beruflichen Nachwuchs – auch wenn er nicht immer schöne Erlebnisse hatte. Seit sieben Jahren ist Oldenburg ehrenamtlicher Bürgermeister seiner Heimatgemeinde Schwarme.

„An viele Dinge können Sie sich bestimmt erinnern“, wandte sich Oldenburg an die Besucher, für die es interessant war, die Polizeiarbeit einmal von einer anderen Seite beleuchtet zu bekommen. Viel Aufsehen erregte der Todesfall von Daniel S. am Kirchweyher Bahnhof und die nachfolgenden Demonstrationen der rechten Szene.

Auch der schwere Verkehrsunfall mit vier jungen Todesopfern und zwei Schwerverletzten auf der Kleinen Heide in Kirchweyhe blieb dem ehemaligen Polizisten als einschneidendes Ereignis in Erinnerung. „Die Überbringung einer Todesnachricht an die Angehörigen ist eine besonders schwere Aufgabe“, sagte Oldenburg, der auf eine sehr gute, intensive Zusammenarbeit mit dem Leester Pastor Holger Tietz zurückblickt.

„Jeder im Einsatz sollte zumindest die groben Abläufe bei einer schwierigen Gefahrenlage kennen“, berichtete Oldenburg, der ein Faible für Einsatzübungen hatte. Die Amokübung in der Leester KGS, bei der 2016 das Zusammenwirken von Polizei, Feuerwehr und Rettungskräften auf dem Programm stand, war so ein Fall. Bei der Simulation eines schweren Busunglücks mit fünf Toten und 30 Schwerverletzten wurden 150 Einsatzkräfte, die nur zum Teil eingeweiht waren, mobilisiert. 

Wie geplant habe man damals schnell gemerkt, was gut funktioniert und was nicht. Oldenburg erzählte von angenehmen und nicht so schönen Begegnungen während seiner über 46-jährigen Laufbahn bei verschiedenen Polizeidienststellen. „Die schönste Zeit hatte ich in Weyhe“, blickt „Olly“ Oldenburg mit etwas Wehmut auf diesen Abschnitt zurück.

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