Schnellbus rauscht an Haltestelle „Weiß“ vorbei / „Zwei Fahrgäste pro Tag“

Melchiorshauser Pendlerin ärgert sich über Vilsa-Linie

Die Berufspendler Kerstin Flader und Michael Thun wünschen sich wieder eine stündliche Anbindung der Melchiorshauser Haltestelle „Weiß“ an das Liniennetz.
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Die Berufspendler Kerstin Flader und Michael Thun wünschen sich wieder eine stündliche Anbindung der Melchiorshauser Haltestelle „Weiß“ an das Liniennetz.

Melchiorshausen - Von Sigi Schritt. Wer wie Kerstin Flader aus Melchiorshausen in einem wie sie sagt „Randgebiet Weyhes“ lebt, muss mit Einschränkungen rechnen. Sie kritisiert, dass sich aus ihrer Sicht das Angebot des Öffentlichen Personennahverkehrs seit dem jüngsten Fahrplanwechsel für ihren Ortsteil verschlechtert hat.

Das Problem: Der Bus der Linie 150 hält nicht an der Haltestelle bei der ehemaligen Schlachterei Weiß an. Er rauscht durch. Diese Schwierigkeiten betreffen ihrer Ansicht nach besonders Senioren, die sich wie sie um Alternativen bemühen müssen.

Als „Desaster“ bezeichnet die Angestellte, die in Bremen arbeitet und mit dem Bus pendelt, die neue, sogenannte Vilsa-Linie. „Der Slogan ‚Öfter hin – fixer da‘ betrifft nicht die Melchiorshauser“, schimpft sie. Die neue Linie – bisher 102/150 – gibt es seit rund einem halben Jahr, mit dem Ziel, Taktlücken zwischen Hoya und Bremen über Bruchhausen-Vilsen zu schließen. Pendler können im Stundentakt von der Hansestadt in den Landkreis Nienburg gelangen – mal nehmen sie im Schnellbus Platz, mal im langsamen Regionalbus, der jede Haltestelle ansteuert.

Des einen Freud‘, des anderen Leid: Flader kritisiert, dass Melchiorshauser ursprünglich die Möglichkeit hatten, mit der Linie 102 stündlich in der für Pendler wichtigen Zeit von 15 bis 19 Uhr von Bremen nach Hause zu fahren. „Alle fünf Haltestellen wurden bedient“, so die 41-Jährige weiter, darunter auch ihre, die letzte vor Barrien. „Das ist aber vorbei. Die Linie 150 hält nur noch stündlich an der ehemaligen Post (Bäckerei). Die Fahrgäste, die an anderen Haltestellen aussteigen wollen, schauen in die Röhre. Wenn ich die 102 in Bremen um 16.50 Uhr nicht bekomme, muss ich zwei Stunden auf den nächsten Bus warten.“ Bei einer Ortschaft von vier Kilometern Länge sei ein Halt in der Mitte aber nicht zielführend, sagt sie. Denn zwischen diesem Stopp und ihrer Wohnung an der Böttcherei liegt die Waldkaterkreuzung und die Strecke entlang der B6, die durch das Waldgebiet führt. „Im Winter und bei Dunkelheit wird es ungemütlich. Soll ich bei schlechtem Wetter lange Fußwege in Kauf nehmen? Weshalb kann die Linie 150 bei Bedarf nicht alle Haltestellen bedienen“, fragt Flader. Leo Wilmering, Geschäftsführer der Wolters Linienverkehrsbetriebe hat die Kritik der Weyherin mit den beteiligten Unternehmen diskutiert und erklärt den Hintergrund: „Durch die Umstrukturierung der Linien 102 und 150 werden die Haltestellen Schumacher, Fuhrenkamp, Waldkater und Weiß mit einer Fahrt weniger bedient“ als noch vor einem Jahr. Die Haltestelle Post gleiche sich durch den 150er-Stopp wieder aus. „Die Linie hat die Haltestelle vor dem Fahrplanwechsel gar nicht bedient“, sie wird somit „häufiger angefahren als vorher“.

Aus Sicht von Wilmering weist die Linie 102 einen „komfortablen Haltestellenabstand auf“. Zwischen den Stationen liegen 600 Meter. Das gilt noch als fußläufig. Somit können die Haltestellen Schumacher, Fuhrenkamp und Waldkater als fußläufig zu den Haltestellen Angelse und Post angesehen werden. „Es bleibt die Haltestelle „Weiß“, die in Melchiorshausen nicht mehr zu Fuß von der Haltestelle Post zu erreichen ist.

Vor der Fahrplanumstellung seien alle Haltestellen in Melchiorshausen in der abendlichen Hauptverkehrszeit von 15 bis 19 Uhr stündlich bedient. Der jetzige 120-Minuten-Takt bedeutet ein Entfallen von zwei Fahrten. Dafür wurde die Betriebszeit ausgedehnt, und es erfolgen zwei spätere Abfahrten je Richtung, wovon eine wiederum alle Melchiorshauser Stopps bedient. Der neue Zuschnitt des Linienverlaufes beruhe auf einer Abwägung. Verkehrserhebungen, hätten ergeben, dass an der Haltestelle von Kerstin Flader im Schnitt „nur“ zwei Personen ein- und aussteigen.

Wilmering äußerte Verständnis für das Anliegen der Pendlerin. Als Lösung schlägt er „die Verbindung unterschiedlicher Verkehrssysteme“ vor und sieht den Bürgerbus als Ergänzung zur Vilsa-Linie. „Um als Zubringer zur Haltestelle Post zu fungieren, muss der Fahrplan angeglichen werden, zumal der Linienweg einigermaßen passt. Leider gibt es für den Bürgerbus keine Haltestelle ‚Weiß‘.“ Die nächsten Möglichkeiten auf dem Linienweg seien die Stopps „Waldkater“ oder „Böttcherei“.

Geschäftsführer Wilmering möchte mit den Bürgerbusbetreibern Gespräche führen, um die Haltestelle von Flader künftig besser zu bedienen, kündigte er an.

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