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„Angriff auf unsere tolerante Gesellschaft“

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Von: Sigi Schritt

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Unbekannte haben dieses Schild entstellt und auch mit einem Nazi-Symbol versehen. Die Zivilgesellschaft hat sofort reagiert und die Stelle überklebt, lobt die Gemeinde.
Unbekannte haben dieses Schild entstellt und auch mit einem Nazi-Symbol versehen. Die Zivilgesellschaft hat sofort reagiert und die Stelle überklebt, lobt die Gemeinde. © Gemeinde Weyhe

Nazi-Schmierereien in Weyhe: Der Staatsschutz ermittelt. Die Gemeinde setzt Belohnung in Höhe von 1 000 Euro aus.

Weyhe – Die Gemeinde setzt ihre Null-Toleranz-Politik in Sachen Sachbeschädigungen durch Spray-Attacken fort und sucht jetzt jene Täter, die im ganzen Gemeindegebiet Nazi-Symbole auf Oberflächen gesprüht haben. Das haben Bürgermeister Frank Seidel und Gemeindesprecher Sebastian Kelm deutlich gemacht.

Für Hinweise, die zur Ergreifung der Täter führen, gibt die Gemeinde einen Betrag in Höhe von 1 000 Euro als Belohnung aus.

Der Staatsschutz der Polizei hat die Ermittlungen aufgenommen, sagt Domenico Corbo, Leiter des Weyher Polizeikommissariats. Der Beamte bittet Zeuginnen und Zeugen, die in den Tagen seit Pfingsten an den verschiedenen Örtlichkeiten in Weyhe etwas Verdächtiges beobachtet haben, sich bei der Polizei Weyhe unter der Telefonnummer 0421/80660 oder bei der Polizei in Diepholz unter Ruf 05441/9710 zu melden.

Die Gemeinde teilt mit, dass die Schmierereien erstmals im Anschluss an das Pfingstwochenende, also nach dem 6. Juni bei der Zentralsportanlage (ZSA) entdeckt wurden. Wenig später kamen illegale Sprühereien an der Jahnstraße in Leeste, auf dem Skaterplatz in Kirchweyhe und zuletzt auf beiden Seiten des Kirchweyher Bahnhofs hinzu. An Letzterem wurde überdies eine Infotafel zur Weyher Eisenbahngeschichte zerkratzt.

Aber nicht nur an Gemeindeeigentum haben sich die Unbekannten zu schaffen gemacht: Betroffen sind zudem Glasfaser-Häuschen und Altkleider-Container. An einem Werbeanhänger am Neddernfeld waren ebenso Schmierereien entdeckt worden, fügt der Leiter des Weyher Polizeikommissariats hinzu.

Die jeweiligen Eigentümerinnen und Eigentümer wurden laut Gemeindesprecher Sebastian Kelm informiert. Größtenteils sind die Symbole mittlerweile entfernt oder wurden übermalt – mitunter sogar unmittelbar durch Passantinnen und Passanten oder sonstige private Initiative.

Wie hoch ist der Schaden? Eine Gesamtschadenssumme lasse sich schwerlich beziffern, hieß es.

Diese Schmierereien, die verfassungsfeindliche Inhalte haben, seien „äußerst geschmacklos. Wir nehmen sie sehr ernst“, sagt Domenico Corbo.

Das Verwenden von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen ist in Deutschland nicht nur verboten, sondern auch strafbar. Laut Strafgesetzbuch wird das Vergehen mit einer Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder mit einer Geldstrafe belegt. Doch zuvor müssen die Täter ermittelt werden. Polizei und Gemeinde setzen dabei auf die Bevölkerung, um die Täter zu schnappen.

Die Gemeinde Weyhe betont, dass diese Vorkommnisse in keiner Weise geduldet werden. „Wir werten das als Angriffe auf unsere friedliche, tolerante Gesellschaft. So etwas werden wir hier in Weyhe nicht hinnehmen, sondern alles unternehmen, dass solche Dinge, die nur Hass und Ablehnung propagieren sollen, bei uns nicht weiterhin verbreitet werden“, sagt Bürgermeister Frank Seidel.

Von Sigi Schritt

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