Erbaut im Jahr 1852

Geschäftshaus der Familie Dunkhase wird in Kürze abgerissen

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Die aus der Zeit vor 1890 stammende Fotografie zeigt die Familie des Kaufmanns Dunkhase. Im Hintergrund das 1852 erbaute Geschäftshaus, das demnächst aus dem Leester Ortsbild verschwinden wird.

Leeste - Von Wilfried Meyer. In Kürze wird in der Nähe der Polizei an der Leester Straße wieder ein Haus im Leester Zentrum verschwinden. Es ist nicht unbedingt ortsbildprägend, doch gehört es seit vielen Generationen zum Geschäftsleben des Ortes mit unterschiedlichen Rollen.

Im Bewusstsein der meisten Bürger ist wohl noch die Zeit, als in der rechten Erdgeschosshälfte ein Café war, sogar mit einem kleinen Sommergarten hinter dem Haus. Von 1977 bis 2003 wechselten die Namen der Café-Betreiber: Warnke, Wagner, Maas, Weinast und Göbel.

Danach, bis 2013, war es das „Wohnaccessoire“ von Monika Greulich, zuletzt nutzte es noch der Lohnsteuer-Hilfeverein. Seit 2014 stand es leer.

An die Zeit davor erinnern sich nur noch ältere Einwohner, denn bis 1961 hatte die Norddeutsche Kreditbank hier die Geschäftsräume, danach bis 1976 die Leester Commerzbankfiliale und für kurze Zeit ein Weyher Verlag. Danach folgte die beschriebene Café-Ära.

Gerätschaften für alle Zwecke erhältlich

Und dann ist da noch die alte Geschichte des Gebäudes mit der Leester Hausnummer 8. Der Kaufmann Johann Heinrich Dunkhase erbaute es 1852, wohnte dort mit seiner Familie und hatte hier seine Geschäftsräume. Bei ihm konnte man alles bekommen, was an Gerätschaften im Haus oder auf dem Hof benötigt wurde. Eines der ältesten Fotos aus Leeste, aufgenommen vor 1890, zeigt das Haus und seine Familie davor. Pferdefuhrwerke hatte der Fotograf dazu gestellt, und die Kinder durften ihr Lieblingsspielzeug mitbringen. In der rechten Haushälfte befand sich die Wohnung, und auf der anderen Seite lagen die Geschäftsräume.

Foto aus der Drogeriezeit des Hauses, entstanden um 1955.

1892 kaufte Dunkhase den Hof von Louis Meinke, damals am heutigen Henry-Wetjen-Platz gelegen. Zuletzt war dort der Toto- und Zeitschriftenladen von Hilde van Dyck. 2007 musste das Haus weichen. Dunkhase überließ Meinke dafür den Nachbarhof Drücker, Leeste Nr. 9, den heutigen Hof der Familie Meinke. Danach erbaute er das große Geschäftshaus, das ab 1900 von den Kaufleuten Schierenbeck und Schmidt übernommen wurde. Später war es der sogenannte „Eitmannsladen“, ebenfalls 2007 abgerissen.

Apotheke zieht in den 1920ern ein

Das alte kleine Geschäftshaus an der Leester Straße diente danach lange Zeit als Warenlager, bis in den 1920er-Jahren eine Apotheke eingerichtet wurde. Dunkhases Tochter Anna hatte den Apotheker Dr. Heinrich Husemann geheiratet. Diese Ära dauerte bis 1952, danach war es bis 1976 die Niedersachsen-Drogerie von Gertrud Jäger. Viele Leester werden sich daran erinnern, dass später Ilse Speer dort ihr Handarbeitsgeschäft einrichtete, und zuletzt von 1990 bis 2009 Anna Schindler. Danach dehnte Monika Greulich ihr Geschäft im gesamten Erdgeschoss aus, und als sie 2013 auszog, blieben die Räume bis heute leer.

Blick ins Innere des Hauses aus den vergangenen Tagen: Das Logo erinnert daran, dass dort lange eine Bank war.

Das Äußere des Hauses hatte sich in den Jahren nur wenig verändert, nur ein großes Schaufenster entstand an der Straßenfront. Die schwere und kunstvoll gearbeitete Ladentür, noch mit den Emailleschildern „Joh. Dunkhase“ und der alten Hausnummer „8“, blieb erhalten. Es wurde inzwischen ausgebaut und wanderte ins Kreismuseum. Ein Schlussstein am nördlichen Giebel mit der Inschrift „C.H. Dunkhase A.S. Dunkhase geb. Drücker“ und der Jahreszahl „1852“, soll beim Abriss geborgen werden und könnte später vielleicht im Garten des Neubaus einen Platz erhalten.

Baujahr 1852: Zum Abriss freigegebenes Gebäude in Leeste

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Im Obergeschoss wohnte bis zu ihrem Tode im Jahr 1987 Else Dinse, geb. Husemann. Sie versorgte Gemeindearchivar Wilfried Meyer mit vielen Informationen und überließ ihm zahlreiche Fotografien, die mit zu den ältesten in der Gemeinde gehören.

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