Schluss nach 33 Jahren

Margit Evers gibt ihre Tee- und Tabakbörse in Kirchweyhe auf

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Jahrelang war die Fassade der Tee- und Tabakbörse für die Kunden eine vertraute Ansicht. In wenigen Tagen verliert der Einzelhandel mit der Schließung an der Bahnhofstraße Verkaufsfläche in bester Lage. In diese Räume zieht eine Stiftung.

Kirchweyhe - Von Heiner Büntemeyer. Der Sonnabend, 16. September, ist für Margit Evers der letzte offizielle Arbeitstag in ihrer „Tee- und Tabakbörse“. 33 Jahre lang hat sie dieses Geschäft betrieben.

In der ehemaligen Fleischerei Steinbeck hatte sie 1984 ihre ersten Geschäftsräume bezogen, doch als ihr Bruder Wolfgang Hirdler zwei Jahre später an der Stelle des kurz zuvor abgebrannten Strohdachhauses Bodzin ein neues Geschäftsgebäude eröffnete und ihr im Erdgeschoss einen Laden anbot, zog sie an die Bahnhofstraße 25 um.

Evers vermutet Aussterben des „Genussrauchens“

„Eigentlich konnte ich mir nie vorstellen, selbstständig zu sein“, blickt Margit Evers zurück. Daran sei die Erinnerung an die eigene Kindheit schuld, denn ihre Eltern hatten in Barrien einen Gemischtwarenladen geführt, der sie zeitlich immer sehr in Anspruch genommen hatte.

Drogistin hatte sie gelernt, doch in Kirchweyhe mangelte es an einem Tabakwarenladen. Also stellte sie ihr Sortiment darauf um. Später kamen Süßigkeiten, Geschenkverpackungen und eine Lotto-Annahmestelle hinzu.

Die Arbeit habe ihr immer Spaß gemacht, und auch die im Geschäft verbrachte Zeit dürfe sie nicht rechnen, verrät Margit Evers und fügt hinzu: „Sonst wäre das gar nicht so lange so gut gegangen.“

In den 33 Jahren gab es einige Veränderungen. Das Raucherverhalten habe sich sogar radikal gewandelt. Sie geht davon aus, dass das „Genussrauchen“, wie Evers das Rauchen von Zigarren oder einer Pfeife bezeichnet, aussterben wird. Auch der Verkauf von Zeitschriften sei rückläufig, hat sie festgestellt, aber stattdessen nimmt der Verkauf an E-Zigaretten und den dazu gehörenden Liquids stark zu.

Neuer Shop öffnet nebenan

Einerseits freut sich Margit Evers auf den Ruhestand. Dann habe sie endlich zusammen genügend Zeit mit ihrem Mann, ihr ehrenamtliches Engagement zu verstärken. Außerdem sind beide begeisterte Camper „mit Schwerpunkt Skandinavien“.

Trotzdem gibt es bei ihr auch „das weinende Auge“, weil sie sich von ihren vielen treuen Stammkunden verabschieden muss. „Wie viele das sind, merkt man erst hinterher“, berichtet sie.

Am 16. September schließt die Tee- und Tabakbörse endgültig, denn das Gebäude wurde an die Weyher Schachstiftung verkauft.

Allerdings eröffnet Ulf Kücken am Montag, 18. September, gleich nebenan eine Kirchweyher Filiale seines Leester Copy-Shops. Er übernimmt das Tabak- und das Zeitschriftenangebot der Tee- und Tabakbörse und weitet beide Bereiche noch aus.

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