Besucheransturm beim Weihnachtsmarkt

Weyher Weihnachtsmarkt: Mehr Fischbrötchen als beim Schlachtezauber verkauft

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Der Pfälzer Weintreff bleibt auf dem Marktplatz stehen. 

Weyhe - Von Philipp Köster. Der Müll ist für Heinz-Hermann Kuhlmann ein guter Indikator: „Anfangs hatten wir nach dem Weihnachtsmarkt zwei Container à zehn Kubikmeter Abfall, 2015 waren es fünf, im vergangenen Jahr sogar acht.“ Anhand des Unrats, den die Besucher von Ende November bis Anfang Januar hinterlassen, kann der Organisator des winterlichen Treibens auf dem Marktplatz Frequenz und Beliebtheit ermessen. Auch „gefühlt“ war der 14. der bestbesuchte Weihnachtsmarkt, zieht Kuhlmann Bilanz. Dabei spielte ihm das gute Wetter in die Karten, denn nur an zwei Tagen sei es regnerisch und schmuddelig gewesen.

Nicht nur an den Wochenenden tummelten sich viele Gäste vor den insgesamt 18 Glühweinbuden, Bratwurstgrills und Getränkehütten sowie Kunsthandwerksständen, sondern auch in der Woche, „selbst am Montag“. Familie Fortmann habe in Kirchweyhe sogar mehr Fischbrötchen verkauft als beim Bremer Schlachtezauber und bei „Tabaluga“ in der Stadthalle.

Die Beschicker hätten sich auch schon Gedanken gemacht, wie sie beim nächsten Markt die im Vergleich zu diesem Mal wenigeren Verkaufstage wegen des späteren ersten Adventswochenende ausgleichen könnten. Ihnen und auch Kuhlmann schwebt vor, wie in Bremen bereits am Montag vor dem ersten Advent zu öffnen. „Totensonntag machen wir aber nix“, betont der Marktplatzvereins-Vorsitzende.

Nicht nur Fisch, Wurst und Getränke liefen prima, auch der Stand mit ungarischen Spezialitäten wie Lángos verzeichnete tolle Quoten. Und der Knippbräter habe um 5 Uhr morgens mit der Produktion beginnen müssen, um der Nachfrage Herr zu werden.

Auch der Wintermarkt habe trotz des schlechten Wetters recht gut abgeschnitten. Mit Silvester ist Kuhlmann ebenso sehr zufrieden. Die Gäste hätten sich an das Böllerverbot auf dem Gelände gehalten, und der Sicherheitsdienst habe kompetentere Leute geschickt. Erfreulich sei zudem gewesen, dass es weder Vandalismus noch Schmierereien gegeben habe. In den bis auf drei Bilder von Achim Grunemann fertigen „Stall von Bethlehem“ seien erfreulich viele Großeltern mit ihren Enkeln anzutreffen gewesen.

Ärger über Polizeifahrt nach Berliner Anschlag

Verärgert ist Kuhlmann aber noch immer, dass am Tag nach dem Berliner Anschlag ein Polizeiauto mitten über das Weihnachtsmarkt-Areal gefahren sei und damit die Leute in Angst versetzt habe. „So etwas habe ich noch nicht erlebt“, schimpft der 67-Jährige. Auch die kurzfristige krankheitsbedingte Absage der Leester Schlickrutscher hat Kuhlmann derart gewurmt, dass er dem Shantychor in diesem Jahr keine Auftrittszeit mehr einräumen möchte.

Inzwischen sind übrigens die meisten Buden abgebaut. Der Pfälzer Weintreff darf, wie berichtet, das ganze Jahr über stehen bleiben, die Tannen verzieren seine Front. Im März werden zwei Hütten des Ensembles abgebaut. Sie machen dem Verkaufswagen des Betreiberpaares Platz.

Weihnachtsmarkt in Kirchweyhe

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