Schiffbau für den Klimaschutz

Lars Tedehammar will in Weyhe Elektro-Katamarane und Modul-Container herstellen

Der Maschinenraum der Seeadler, den Lars Tedehammar (Bild) zeigt, gleicht einem Raum mit vielen Schaltkästen.

Konstrukteur Lars Tedehammar will umweltfreundliche Katamarane mit modularen Aufbauten für die Versorgung von Offshore-Windparks bauen. Damit möchte er aus Weyhe einen Beitrag zum Klimaschutz leisten. Die Schiffe sollen laut Tedehammar nicht nur leichter als vergleichbare Boote sein, sondern auch erheblich weniger Sprit verbrauchen.

Weyhe - Das seien große Ziele, die aus seiner Sicht erreichbar sind. „Ich suche derzeit in Norddeutschland nach einem geeigneten Standort“, sagt Tedehammar. Er scheint in Weyhe fündig geworden zu sein. Der Wirtschaftsförderer Dennis Sander habe ihm bereits „ein vielversprechendes Areal vorgestellt, was seinen Vorstellungen entspricht.“ Die Verhandlungen laufen, sagte Tedehammar, der in Weyhe mehrere Arbeitsplätze schaffen will.

Er war zuletzt über viele Jahre in Schweden beschäftigt und hatte dort für die Marine Wasserfahrzeuge zum Beispiel mit Tarnkappentechnik konstruiert. Im Anschluss machte er sich mit Partnern selbstständig und baute ebenfalls Schiffe – wie mehrere Wasserfahrzeuge für den Öffentlichen Personennahverkehr von bis zu 420 Passagieren für die Gewässer bei Izmir.

Lars Tedehammar kam für die Liebe nach Weyhe

Nun zog es den zweifachen Familienvater erneut in die Wesergemeinde, in der er einst eine Familie gegründet hatte. Der Weyher fungierte sogar mehrere Jahre als Elternvertreter in der KGS Leeste. Die Liebe war der Grund, weshalb der ehemalige Offizier der schwedischen Marine überhaupt in die Wesergemeinde gezogen war. Er arbeitete damals für die Lürssen-Werft in Lemwerder und später bei Blohm & Voss in Hamburg. Schließlich zog er mit seiner Familie für einige Jahre wieder nach Schweden.

Seine Erfahrung will der Ingenieur nun einsetzen, um Elektroschiffe zu konstruieren, die mindestens 20 Prozent leichter als andere sind. Es sei zudem möglich, einen Antrieb einzubauen, der 50 Prozent weniger Sprit verbraucht. Deshalb sollten die Boote zwei Rümpfe haben. Außerdem schwimme ein Boot auch noch, wenn die Pontons mit Wasser gefüllt seien.

Tedehammar beschäftigt sich mit E-Antrieb

Weiterhin lässt sich Tedehammar von der Idee leiten, Kohlefasern zu verwenden. Dies hätte Vorteile gegenüber den Schiffen aus Aluminium, so der Konstrukteur. „Alu verformt sich zum Heck hin, wenn das Schiff auf ein Hindernis trifft. Carbonschiffe sind leichter zu reparieren“, sagt er.

Weshalb Tedehammar konsequent auf den Elektroantrieb setzt? „Der Dieselmotor ist zwar eine ausgereifte Technologie, aber es gibt keine Steigerungen mehr“, sagt der Unternehmer. Dieser Antrieb sei wie ein „Patient auf der Intensivstation“. Seit etwa zehn Jahren beschäftige sich Tedehammar daher mit dem Thema E-Antrieb. Zudem kenne er Projektpartner wie den Unternehmer Claus Christophel von der Firma Torque aus seiner Zeit bei Blohm & Voss, von dem Komponenten eingekauft würden.

Dass sich ein Elektroantrieb nicht nur auf U-Booten bewährt, zeigt ein Beispiel aus Bremerhaven, was Tedehammar anführt. Seeadler heißt ein Boot der Freien Hansestadt Bremen mit einem dieselelektrischen Antrieb. Es wird für Vermessungen der Wasserwege in den bremischen Häfen eingesetzt. Es kann laut Claus Christophel bis zu vier Stunden elektrisch betrieben werden. Dieselantriebe haben einen bestimmten Arbeitsbereich, an dem sie die optimale Leistung bringen. Dieser Arbeitsbereich wird aber meist unterschritten, zum Beispiel bei Fahrten im Hafen.

Katamarane für internationalen Markt

„Während beim ausschließlichen Dieselantrieb in den Phasen ohne Leistung Diesel verbraucht wird, speichert der dieselelektrische Antrieb die überschüssige Leistung in Elektroenergie. Die Einsparungen beim Diesel sind enorm.

So würden kurze Fahrten fast ausschließlich elektrisch erfolgen, sagt der Schiffsführer Oliver Beier. Im Batteriebetrieb gebe es daneben keine Störgeräusche, und es sei vibrationsarmes Fahren möglich. Diese Vorteile will Tedehammar für seine Katamarane nutzen. Seine Schiffe sind für den internationalen Markt bestimmt. Es sei völlig egal, ob der Stromgenerator, der den Propeller antreibt, per Diesel, CNG-Gas oder einem Motor, der Wasserstoff und Sauerstoff verbrennt, läuft. So eine Kraftquelle könne ausgetauscht werden, wenn eine neuere Technologie zur Verfügung steht.

Tedehammer setzt konsequent auf Elektroantriebe für Schiffe. Ein positives Beispiel sei das Boot Seeadler, das für „Bremenports“ im Einsatz ist.

Lars Tedehammar will außerdem in Weyhe modulare Container bauen, die auf das Deck montiert werden können. „Das eine Schiff transportiert Lasten, ein anderes Passagiere. Ein Kunde kann den Aufbau somit individuell wählen“, so Tedehammar. Die Module sollen ebenfalls aus Carbon bestehen.

Es gebe noch eine weitere Verwendung für die Container. Sie sollen als Reinraum gebaut werden, um zum Beispiel auf einer neuen Stromtrasse Elektrokabel zu verbinden.

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