„Nicht gerade schön für das Ortsbild“

Schachschloss: Weyher ärgern sich über das Flatterband

+
Mit dem Auszug des Einzelhandels aus dem Kirchweyher Gebäude, sind mehrere von der Allgemeinheit genutzten Parkplätze weggefallen. Rot-weißes Flatterband hält Unberechtigte nicht davon ab, dort trotzdem zu parken.

Kirchweyhe - Von Sigi Schritt. So mancher Autofahrer wünscht sich die Zeit zurück, als an der Bahnhofstraße noch die Tabakbörse residierte und die Parkplätze rund ums Haus zur Verfügung standen. Diese Möglichkeit, dort zu parken, hat der neue Eigentümer unterbunden und das Areal mit rot-weißem Flatterband abgesperrt.

Dagegen regt sich Widerstand. Vor dem Eigentümerwechsel hatten dort auch Weyher ihre Fahrzeuge abgestellt, die dort nicht eingekauft hatten, meinen Beobachter zu wissen.

Peter Orantek kaufte im vergangenen Jahr das von einem Künstler gestaltete Gebäude und richtete es für den Schachklub Kirchweyhe als Bundesliga-Wettkampfstätte her und spendierte den Spielern und Großmeistern Schlafmöglichkeiten. Das Haus an einer belebten Kreuzung wirkt zwar leer, aber hinter den Kulissen ist Betrieb. 

Die Parkplätze stehen den Wettkämpfern zur Verfügung. Orantek lässt keinen Zweifel daran und weist mit einem großen Schild darauf hin, dass Fahrzeuge von Unberechtigten auf diesem Gelände unerwünscht sind. Seit mehreren Wochen steckt Orantek – wie er sagt – das Grundstück mit rot-weißem Flatterband ab.

Diskussion im Netz

Im Internet ist jetzt eine Diskussion darüber entbrannt: Facebook-Nutzerin Rita S. verstehe es, wenn der Klub seine Parkplätze nicht der Allgemeinheit zur Verfügung stellen will. Sie wünscht sich aber eine Alternative zum Band. Sie führt den Grund nicht näher aus. Ob sie den Anblick an sich nicht schön empfindet, oder ob die vielbefahrene Ecke nicht einladend wirkt, lässt die Unternehmerin offen.

Nutzerin Tanja S. ergänzt, dass das „nicht gerade schön für’s Ortsbild“ sei. Wer nicht so oft an der Stelle vorbeikommt, gewinnt möglicherweise andere Eindrücke. „Ach echt, da ist noch Betrieb, dachte, das steht alles leer und dient als Absperrung“, fragt Imke B. Jelena O. vermutete Handwerker am Arbeiten.

Verena Isabelle P. nimmt die Diskussion zum Anlass, den Verkehr grundsätzlich zu thematisieren: „Die Bahnhofstraße ist eh’ ‘ne Katastrophe, egal, ob zum Durchfahren oder bei der Parkplatzsuche“. „Das Problem mit der Wildparkerei hatte schon die Tabakbörse“, kommentiert Peter M. und fügt hinzu: „Man sollte sich mal fragen, wer an der belebtesten Straßenkreuzung zwei Arztpraxen mit wenig Parkplätzen genehmigt hat.“

Hartmut S. glaubt, dass sich der Schachklub nicht beliebter macht, wenn er androht, falsch geparkte Autos abzuschleppen.

Orantek ist Problematik bewusst

Dass die Flächen vor dem Klubhaus begehrt sind, weiß auch Peter Orantek. Er würde sie sogar der Allgemeinheit zur Verfügung stellen, sagt er. Dann müsste er für die Verkehrssicherung sorgen. Würden die Gemeinde oder die Geschäftsleute diese übernehmen und die Klubflächen in den Versicherungsschutz einbeziehen, so hätte er – wie der Vorsitzende auf Anfrage sagt – keine Probleme. 

Flatterband nutze er deshalb, weil er glaubt, andere Absicherungen wären zwar schöner, doch letztendlich würden diese immer wieder zerstört, wie in der Vergangenheit der zweifarbige Plastikstreifen.

Angemerkt zum Thema:

Alles andere als feudal!

Von Hans Willms. Natürlich ist es nur eine Petitesse. Aber in diesem Fall ist die Kleinigkeit eben schon etwas Besonderes, steht sie doch im krassen Gegensatz zum Namen des Vereinsheims des Schachklubs Kirchweyhe. Denn Peter Orantek hat die neue Bleibe der Brettspiel-Strategen Schachschloss getauft. Wow!

Wer nun allerdings das Schloss in der Kirchweyher Bahnhofstraße besucht, den erwartet kein feudales Ambiente, kein hochherrschaftliches Entree, keine barocken Möbel oder goldene Wasserhähne – sondern ein schnödes, mehrfach zusammengeflicktes rot-weißes Bauband. Mit diesem unansehnlichen Plastikstreifen nämlich hat der Schlossherr seine Parkplätze verbarrikadiert. 

Immerhin hat der edle Eigentümer das knallige Logo des Klubs sensibel auf das Absperrband aus dem Baumarkt abgestimmt. Das war’s dann aber auch schon. Ohne Zweifel hat jeder Verständnis dafür, dass ein Hausbesitzer sein Eigentum vor unbefugtem Befahren oder Parken schützt. Aber ein Schlossherr sollte doch ein bisschen mehr Stil zeigen. 

Wo gleich mehrere Damen auf Könige treffen, sollte es ein bisschen feudaler zugehen als auf einer schäbigen Baustelle.

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema:

USA schieben früheren Nazi-Kollaborateur nach Deutschland ab

USA schieben früheren Nazi-Kollaborateur nach Deutschland ab

Rückkehr der "Siedler" und "Desperados"

Rückkehr der "Siedler" und "Desperados"

Sonne, Strand und Meer: Beliebte Strandhotels auf Mallorca

Sonne, Strand und Meer: Beliebte Strandhotels auf Mallorca

Kindergartenfest Bücken

Kindergartenfest Bücken

Meistgelesene Artikel

„Tag des Motorsports“ lockt mehr als 6 000 Besucher

„Tag des Motorsports“ lockt mehr als 6 000 Besucher

Drei tolle Tage in Sulingen

Drei tolle Tage in Sulingen

Gourmetfestival-Premiere: „Hammer, Hammer, Hammer!“

Gourmetfestival-Premiere: „Hammer, Hammer, Hammer!“

Abi Wallenstein: Wie eine Wundertüte

Abi Wallenstein: Wie eine Wundertüte

Kommentare