Millioneninvestition

„Sander und Sander“: Zukunft in Weyhe

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Jürgen und Kerstin Sander besichtigen ihre Baustelle. Sie wollen im Frühjahr 2018 dort einziehen.

Leeste - Von Sigi Schritt. Die Kanzlei Sander und Sander sieht die Zukunft in Weyhe: Deshalb investiert Kerstin Sander, Fachanwältin für Arbeits- und Insolvenzrecht, mehr als drei Millionen Euro in einen Neubau mit Haus-in-Haus-Konzept in Leeste – nicht weit von ihrem Elternhaus.

Auf dem 3 200 Quadratmeter großen Grundstück, das von der Alten Poststraße und dem Gänsebach begrenzt wird, entsteht ein Bürogebäude mit einem Raumklima von Alt-Bremer Häusern samt sieben Wohnungen. Im Frühjahr soll das Areal bezugsbereit sein, kündigt die Juristin an.

Wohnen und Arbeiten gut zu verbinden – das ist die Idee, die die Investorin verfolgt. Um die Grünflächen des Grundstücks zu erhalten, setzt sie auf eine Tiefgarage – immerhin sollen auf 900 Quadratmetern später einmal bis zu 25 Autos Platz finden. Die Wohnfläche beträgt 800 Quadratmeter, an Büroraum sind rund 440 Quadratmeter vorgesehen, auf denen sich 20 Mitarbeiter verteilen werden.

Klinker in Hamburg entdeckt

Den Klinker hat Sander an der Straße der Elbphilharmonie in Hamburg entdeckt. „Er ist erstmals in dieser Region verbaut. Jeder Stein ist ein Unikat“, sagt die Juristin. Der Bau besteche nicht durch die Fahrstühle, separaten Eingänge oder durch den Innenhof, sondern durch die Raumhöhe: Im Büro beträgt der Abstand zwischen Boden und Decke 3,50 Meter. Auch die Stromversorgung ist ausgeklügelt. Eine Fotovoltaik-Anlage auf dem Dach soll das Gebäude und die Belüftungsanlage mit der Luft-Wärme-Pumpe mit komplett mit Elektrizität versorgen und genügend Energie zum Laden der E-Autos und -bikes bieten.

Der Vorgängerbau war vielen Weyhern bekannt: Es handelte sich um einen Metallkörper, den die Firma „Bremer Waggonbau“ in den 1970er-Jahren errichtet hatte. Das modulare Konzept des Musterhauses war für ein Land des Nahen Ostens bestimmt und seiner Zeit lange voraus. Der Markt nahm es nicht an.

Im Obergeschoss entstehen drei Penthouse-Wohnungen, wobei eine noch eine eigenständige Gästewohnung beinhalten soll, erklärt Sander.

Aus dem einstigen Wohnhaus wurde schließlich ein reines Bürogebäude: Im Jahr 2000 kaufte Kerstin Sander das Areal, um der von ihrem Mann Jürgen gegründeten Leester Kanzlei eine neue Residenz zu geben. Um den steigenden Energiekosten zu begegnen, wäre eine Sanierung laut Kerstin Sander „ein Wahnsinn“ gewesen. Beträge in vierstelliger Höhe in einem Wintermonat für die Heizung waren schließlich für das Paar ausschlaggebend, einen Neubau ins Auge zu fassen.

Die beiden Juristen und Namensgeber der Kanzlei wollen selbst in eine der drei Penthouse-Wohnungen ziehen. Eine andere haben die Eltern der Leesterin reserviert – so wird das Gebäude zu einem Mehrgenerationenhaus. Sollte deren Enkelin Katherina ebenfalls Räume beziehen, würden dann sogar drei Generationen unter einem Dach wohnen. Doch das ist noch Zukunftsmusik. Vermietet würden im Erdgeschoss drei Wohnungen. Eine besteht aus zwei Zimmern, eine andere aus dreieinhalb und die letzte aus vier Räumen. „Wir überlegen, Warm-Mieten zu nehmen, weil kaum Energiekosten anfallen.“

Für das Juristen-Paar sei es ein glücklicher Umstand gewesen, dass es für die Dauer der Bauarbeiten eine Zwischenlösung gefunden hatte: das alte Gebäude des Unternehmens „Leester Spannungstechnik“ am Weidufer.

Mit der Rückkehr an die alte Adresse will die Kanzlei weitere Arbeitsplätze – insbesondere im Notariat – schaffen. Die Arbeit werde in den nächsten Jahren nicht ausgehen, ist sich Jürgen Sander sicher.

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