Vorsitzender Fred Schröder schmeißt hin 

RV Sudweyhe: Ärger bei Jahreshauptversammlung

Kassenwart Ralf Brück zeichnet als Vertreter des Vorstands das erfolgreiche Ponyteam mit Paulina Silbersdorf, Olivia Hüneke, Levke Koch und Trainerin Ilona Hüneke (v.l.) aus. Es fehlt die erkrankte Romy Schröder. - Foto: Angelika Kratz

Weyhe - Von Angelika Kratz. Erregte Gemüter und hitzige Diskussionen haben am Freitagabend fast zum Abbruch der Jahreshauptversammlung des Reitvereins Sudweyhe geführt.

Das Glück liegt auf dem Rücken der Pferde, heißt es. Doch jetzt rief gerade ein solcher Pferderücken Debatten hervor. Streitpunkt waren unterschiedliche Auffassungen über den Konditionsaufbau von Vereinspferd „Chuck“. Ein Schreiben an den Vorstand über die Nutzung und Wiedereingliederung war als zusätzlicher Punkt der Tagesordnung fristgerecht eingegangen – und sollte viel Staub aufwirbeln.

Das siebenjährige Voltigier- und Reitpferd ist nach längerer Verletzungspause wieder einsatzbereit. Wie dies aussehen soll, wie die Arbeits- und Ruhezeiten verteilt werden, ob zusätzliches Futter bereitstehen muss – darüber konnte sich die Versammlung mit sicherlich gut gemeinten, dennoch zu vielen Meinungen nicht einigen.

Pferd brauche Erholung

„,Chuck' muss nicht jeden Tag bearbeitet werden, er braucht Erholung“, war sich der Vorsitzende Fred Schröder sicher. Trainingszeiten und Reitbegleitung würden sich überschneiden, aber zunehmend würden auch andere Belange im Verein „auf dem Rücken des Pferdes ausgetragen“, wie der dritte Vorsitzende Matthias Meyer es auf den Punkt brachte. Die Ergebnisse in Übungsleiterversammlungen würden im Nachhinein kaputtdiskutiert. „Warum tut keiner seine Meinung und Kritik bei der Versammlung kund?“, fragte sich der Vorstand. „Ich habe keinen Bock mehr“, entfuhr es Schröder.

Kassenwart Ralf Brück brach diesen Punkt mit einem energischen „Jetzt ist Schluss“ ab, nicht aber ohne den Vorschlag, das Thema „Chuck“ in einem kleineren Kreis in der kommenden Woche weiterzudiskutieren. Dank einer sauber geführten Kasse konnte der Vorstand einstimmig entlastet werden. Ehrenmitglied Heinz Dörgeloh übernahm den Posten des Wahlleiters. Bereits im Vorfeld waren Fragen hinsichtlich der Wahl des zweiten Vorsitzenden gestellt worden, die nicht turnusgemäß anstand. Auch der zweite Vorsitzende Wolfgang Eckhardt war wegen deutlich spürbaren Sands im Vereinsgetriebe zurückgetreten.

Eine Wahl des Vizes solle erst nach der des ersten Vorsitzenden erklärt werden, lautete die Antwort von Fred Schröder. Daraufhin gab es aus der ohnehin leicht erregten Runde sieben Gegenstimmen gegen Schröder und 22 Enthaltungen. Das war zu viel für den Vorsitzenden: „Ich stelle mein Amt sofort zur Verfügung und gehe“, packte er angesichts dieses als Misstrauen gewerteten Ergebnisses seine Sachen und verließ erregt die Versammlung.

„Ich finde es schlimm, was hier gerade passiert“, kommentierte Wahlleiter Heinz Dörgeloh die Szene. Die bekam gleich im Anschluss mit einem „Ich gehe auch“ von Schriftführerin Hilke Schwerdtfeger weitere Brisanz.

Verein kurzzeitig nicht mehr geschäftsfähig

Matthias Meyer blieb indes souverän. Nun war auch der erste Vorsitzende weg und der Verein entsprechend nicht mehr geschäftsfähig. Was tun? Versammlung verschieben? Die über rund 60 anwesenden von aktuell 254 Mitgliedern kamen schließlich doch noch in die Pötte dank des energischen Einsatzes von Friederike Kops. Die übernahm kurzerhand die Stelle als Schriftführerin und protokollierte weiter.

Mit Ralf Brück und Matthias Meyer im Verbund gelang es, ein Desaster zu vermeiden. Friederike Kops wurde als zweite Vorsitzende einstimmig gewählt. Als Schriftführerin fungiert nun Kerstin Niemeyer. Christine Schierloh ist neue Freizeitwartin und Saskia Fröhlke wird sich als Voltigierwartin einbringen. Ein Auge auf die Finanzen hat im kommenden Jahr Uwe Künemann als neuer Kassenprüfer. Die Wahl des ersten Vorsitzenden sind auf den 17. Februar gesetzt worden. Die anwesenden Mitglieder haben davon Kenntnis erhalten, die übrigen Mitglieder sollen noch schriftlich benachrichtigt werden.

Erfreulich und mit großem Applaus bestückt verlief die Wahl zum Sportler des Jahres. Die Plakette auf das bronzene Pferd als Wanderpokal darf sich nun das Ponyteam mit Paulina Silbersdorf, Olivia Hüneke, Levke Kock, Romy Schröder und Trainerin Ilona Hüneke gravieren lassen.

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