Rund 100 Gäste verfolgen Bürgerdialog in der Aula der Sudweyher Ganztagsgrundschule

Bürgermeister: „Es gibt kein Recht auf rasen“

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Andreas Bovenschulte (l.) stellt sich den Fragen der Bürger.

Sudweyhe - Von Sigi Schritt. Bürgermeister Andreas Bovenschulte hat seine Tour durch die neun Ortsteile der Wesergemeinde am Dienstagabend in der Aula der Grundschule Sudweyhe beendet. Rund 100 Gäste waren gekommen, um hauptsächlich ihren Ärger über Verkehrslärm und Raserei Luft zu machen. Verschiedene Sudweyher berichteten über aus ihrer Sicht gefährliche Verkehrssituationen.

Bovenschulte bedauerte, dass die Verwaltung einige Wünsche nach einer Straßensperrung nicht nachkommen könne, weil der Verkehr grundsätzlich zugenommen habe. Die Autos suchten sich andere Wege. Die Entlastung einiger Bürger führe zur Belastung anderer. Das sei ein gesellschaftliches Problem. „Es gibt kein Recht auf rasen“, kommentierte der Bürgermeister die vielen Einwürfe der Gäste. Bovenschulte will die Verkehrsüberwachung mit kleineren Blitzgeräten verbessern. Doch er möchte dies im Dialog mit der Politik und der Kreisverwaltung tun. „Wenn weniger gerast wird, ist der Lärm auch nicht so hoch und die Straßen sind sicherer“, lautete sein Credo. Sollte die Gemeinde mit dem Kreis nicht auf einen Nenner kommen, dann handele Weyhe selbst. Das könne sie als Verkehrsbehörde. Die Einnahmen aus den Knöllchen wiederum würden dann das Personal und den Blitzer finanzieren.

Anwohner der Heidstraße ärgern sich über Tempo 70 in der Kurve nahe der Gaststätte Kruse. Eine Betroffene zeigt viele Fotos von Autos, die dort in ihren Zaun gekracht sind. Der Bürgermeister zeigte Verständnis für die Kritik. Die Gemeinde hatte vor Jahren angeordnet, das Tempo um 20 Kilometer pro Stunde zu reduzieren. Doch das zuständige Ministerium hat die Weyher Anordnung laut Bovenschulte kassiert. Deshalb müssten die Bürger selbst aktiv werden, etwa die Abgeordneten einschalten.

Ein weiteres Ärgernis stelle die Raserei der Motorradfahrer dar. „Die beschleunigen schon mal auf Tempo 200“, sagte ein Anwohner, der die Geschwindigkeit als ehemaliger Rennfahrer nach eigener Ansicht selbst einschätzen könnte. In solchen Fällen müsse die Polizei einschreiten, die Motorradfahrer anhalten und deren Personalien feststellen. Das dürfe die Gemeindeverwaltung aber nicht, so Bovenschulte.

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