Rückzug ausgeschlossen

Andreas Bovenschulte will definitiv gehen

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Noch 333 Tage bis zur Bürgerschaftswahl: In Weyhe will sich Bovenschulte bis zuletzt einsetzen.

Weyhe - Von Sigi Schritt. „Es ehrt mich, wenn die Weyher CDU einen Sozialdemokraten zum Bleiben bewegen will, die Entscheidung ist mir nicht leicht gefallen“, kommentiert Andreas Bovenschulte die Reaktion der Politik. Wie berichtet, hatte der Bürgermeister am Montag seine Kandidatur für die Bremische Bürgerschaft im Nachbarbundesland bekannt gegeben.

Bovenschulte will der SPD in Bremen für die Wahl am 19. Mai und anschließender Legislaturperiode zur Seite stehen. „Wenn schnell und zeitnah die Bürgerschaft zusammentritt, ist ausgeschlossen, dass ich in Weyhe Bürgermeister bin“, sagt Bovenschulte.

„Es geht mir darum, dass die SPD die stärkste politische Kraft unter der Führung von Carsten Sieling wird“, sagt der 52-jährige Vater von zwei Töchtern (18, 14). Seines Erachtens ist „nur die SPD in der Lage, den sozialen Zusammenhalt in einer Zeit zu sichern, in der die Gesellschaft auseinanderdriftet“. Bovenschulte will sich ins Zeug legen, um den „dringend notwendigen Zusammenhalt zu organisieren“. Wie das genau geschehen soll, werde die Zeit zeigen, so Bovenschulte.

Politische Beobachter können sich vorstellen, dass er sowohl als Senator ebenso einen guten Job machen könnte wie als Bremer Regierungschef. Möglicherweise hat Sieling seinen eigenen Nachfolger ins Boot geholt.

Größtes Projekt: Kompaktsanierung der KGS Leeste

Immerhin hat der Weyher Bürgermeister als Gestalter der Politik so manches Projekt initiiert und brachte mit der Verwaltung viele große Themen auf die Schiene. Das größte Projekt – mit 17 Millionen Euro – ist die Kompaktsanierung der KGS Leeste. „Der Umbau wird einige Jahre dauern, aber der Prozess ist vorgezeichnet“, so Bovenschulte. Ebenso schreitet die Leester Ortskernsanierung unaufhaltsam voran und gliedert sich in viele Teilprojekte. Auch vorgezeichnet: der Umzug von GS Agri aus dem Ortskern nach Melchiorshausen und die Ansiedelung eines Verbrauchermarkts am Leester Bahnhof.

Der Bürgermeister bedauert, dass er andere große Projekte nicht mehr im Amt erleben wird. Er zählt eine ganze Reihe auf: Es geht zum Beispiel um die wohnungspolitische Gesamtstrategie, in der „der bezahlbare Wohnraum eine große Rolle spielt“. Ein anderer Punkt ist die vollständige Umstellung der Straßenbeleuchtung auf LED (derzeit sind es 25 Prozent). Für ihn wäre es eine Herzenssache, wenn das neue Café am Henry-Wetjen-Platz von Menschen betrieben wird, die ein Handicap haben. Ein weiteres Projekt geht in dieselbe Richtung: Bovenschulte glaubt, dass ein Frühstücks- und Tagungshotel mit 50 Betten an der Lahauser Straße, zu 30 Prozent inklusiv betrieben, erfolgreich sein könnte.

Derweil gibt es schon im Rathaus Spekulationen um seine Nachfolge, ob weitere Räume weiß gestrichen werden. Parteivertreterinnen können sich vorstellen, dass sich Bovenschultes Stellvertreterin um seine Nachfolge bewerben sollte. Die Erste Gemeinderätin Ina Pundsack-Bleith ist derzeit im Urlaub und daher für eine Stellungnahme nicht erreichbar.

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