Rückhalt für 400 Mitglieder 

Erinnerungen an die Sudweyher Raiffeisengenossenschaft

Das Luftbild aus dem Jahr 1971 zeigt viele geschichtsträchtige Gebäude in Sudweyhe. Im Mitelpunkt befindet sich das Betriebsgelände der früheren Raiffeisengenossenschaft zwischen Kleinbahn, Hohem Geestweg und Raiffeisenstraße (rechts). - Repro: Meyer

Sudweyhe - Von Wilfried Meyer. Die Objekte auf einem Sudweyher Schwarz-Weiß-Luftfoto vom Frühjahr 1971 sind längst Vergangenheit. Gleich mehrere geschichtsträchtige Gebäude und Anlagen sind darauf dokumentiert.

Dominant ist das Betriebsgelände der früheren Raiffeisengenossenschaft, zwischen den Schienen der Kleinbahn, dem Hohen Geestweg und der Raiffeisenstraße gelegen. Entstanden war der Betrieb als „Landbag Sudweyhe“, der Landwirtschaftlichen Bezugs- und Absatzgenossenschaft GmbH.

Links befinden sich das 1955 erbaute flache Bürogebäude und die Lagerhalle, alle anderen Gebäude und Silos entstanden später. Die Lage an der Kleinbahnstrecke mit Gleisanschluss war wichtig, denn zu der Zeit lief viel Fracht über die Bahn. Die Lagerschuppen am linken Bildrand waren Umschlagplatz von der Schiene in die Anhänger der Bauern oder Baustoffhändler.

In der Festschrift der Weyher 1100-Jahrfeier von 1960 wird die Bedeutung der Landbag gewürdigt: „Sie gibt über 400 Mitgliedsbetrieben einen starken wirtschaftlichen Rückhalt dadurch, dass sie ihnen Futter-, Düngemittel, Saatgut und Sämereien, Brennstoffe, Baustoffe und Gemeinschaftsmaschinen in bewährter Güte zu mäßigen Preisen zur Verfügung stellt und für einen geregelten Absatz der Erzeugnisse des Ackerbaus sorgt.“

Zeitungswerbung für Produkte der Sudweyher Genossenschaft aus dem Jahr 1907. - Repro: Meyer

Es ist ersichtlich, dass die bäuerliche Landwirtschaft zu dieser Zeit noch eine große Rolle in der Gemeinde spielte. Die Gründung dieser Genossenschaft geht auf das Jahr 1917 zurück. Sie entstand damals in Personalunion mit der Spar- und Darlehnskasse. Zuletzt hatte hier die Raiffeisengenossenschaft die Funktion der Landbag übernommen und einen allgemeinen Handel für Gartengeräte, Sämereien, Futtermittel und Tierhaltebedarf angeboten. Die Anlagen wurden mittlerweile komplett abgerissen. Sie schufen Platz für mehrere Wohnhäuser.

Das Bild zeigt aber auch noch das erste kleine Spritzenhaus der Sudweyher Feuerwehr – das kleine Gebäude mit den vier Fenstern im Vordergrund. Die Feuerwehr hat längst ihr modernes Haus in knapp 100 Metern Entfernung bezogen.

Am unteren Bildrand ist noch ein Stück von der früheren Halle des Sudweyher Reitvereins zu erkennen, darüber der ovale Auslauf für das Training der Pferde.

Der Umzug der Reiter erfolgte dann allerdings in den Ortsteil Lahausen. Beim Pferdehof Niemeyer entstanden die neue Reithalle und das Trainingsgelände.

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