Ringen um den Bürgermeister

CDU Weyhe fordert: Andreas Bovenschulte soll weitermachen

Stimmen für die Resolution ab: die Mitglieder der CDU. Foto: Schritt
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Stimmen für die Resolution ab: die Mitglieder der CDU.

Mit einem Paukenschlag greift die Weyher CDU in den Bremer Wahlkampf ein: Die Christdemokraten stemmen sich jetzt mit einer Resolution öffentlichkeitswirksam gegen den möglichen Weggang des Weyher Bürgermeisters Andreas Bovenschulte (SPD). Der ehemalige SPD-Landeschef kandidiert dort auf Platz 9 der Liste, die der Präsident des Senats, Carsten Sieling, anführt.

Weyhe - Auf der Mitgliederversammlung in der Leester Gaststätte Wessels II sprachen sich die Weyher Christdemokraten einstimmig dafür aus, alles dafür zu tun, um den Weyher Bürgermeister in der Wesergemeinde zu halten. Eine formelle Abwahl kommt für die Christdemokraten nicht in Frage.

Stockende Projekte ohne Verwaltungschef?

Unter Führung des Bürgermeisters Bovenschulte seien viele Großprojekte angeschoben worden, die allesamt noch nicht abgeschlossen seien, so Struthoff. „In Weyhe werden große Räder gedreht“, kommentierte er den 50-Millionen-Haushalt. Der Christdemokrat erinnerte die rund 30 Zuhörer an die Ortskernsanierung und die vielen Fördermillionen, die Bovenschulte erfolgreich eingeworben hat. „Wer fünf Jahre weg ist, wird den Leester Ortskern nicht mehr wiedererkennen.“

Der Henry-Wetjen-Platz wird neu gestaltet, die Kirche hat bereits gebaut, die Augenklinik ist bereits hinzugekommen, und laut Struthoff kommen demnächst große Wohngebiete wie im Westeracker dazu. Struthoff befürchtet, ohne den Verwaltungschef würden Projekte stocken. Er setzte nach: Der Sozialdemokrat sei Chef von mehr als 500 Mitarbeitern, und die Stimmung sei gut. Der Bürgermeister selbst sei zudem „kein Angestellter, sondern ein Wahlbeamter, der Verantwortung übernommen hat“, erklärte Struthoff.

Bovenschulte selbst fühlt sich geschmeichelt

Die Fraktionsmitglieder Ingrid Söfty, Claus-Peter Wessel und Heino Hildebrand pflichteten ihm bei. Der CDU-Fraktion habe an der Arbeit der Verwaltungsspitze „nichts auszusetzen“, deshalb könne sie ihn nicht abwählen. Die CDU will Bovenschulte auch nicht in Urlaub schicken, falls der Bremer gewählt wird und sein Mandat in dem Länderparlament annimmt.

Kandidatur frühzeitig angekündigt

Bovenschulte selbst fühlt sich geschmeichelt. „Wenn die CDU sich so vehement dafür ausspricht, dass ich Weyher Bürgermeister bleiben soll, dann empfinde ich das nicht als Kritik an meiner Arbeit, sondern als deutliches Zeichen der Wertschätzung“, sagt der Verwaltungschef. „Ich habe meine Kandidatur für die Bremische Bürgerschaft bereits im vergangenen Jahr angekündigt und meine Beweggründe öffentlich dargelegt. Seither hat sich die Sachlage nicht geändert. Deshalb ist es schon merkwürdig, dass sich die CDU jetzt, zehn Tage vor der Bürgerschaftswahl, zu Wort meldet.“ Der Weyher SPD-Chef Berthold Groeneveld versteht das Verhalten der CDU ebenso wenig. Er kommentiert den Vorstoß der Christdemokraten: „Seit etlichen Monaten ist bekannt, dass Andreas nach Bremen gehen wird. Er hat alle sofort informiert, und viele bedauern es, aber keiner hat sich dagegen ausgesprochen.“ 

Fast alle Entscheidungen im Rat sind laut Groeneveld „mit Zustimmung der CDU gefallen. Wir stehen weiterhin zu den großen Projekten, bei der CDU scheint das nicht unbedingt so zu sein. Entweder möchte man die Wahl in Bremen beeinflussen, oder es ist Panik wegen der Bürgermeisterwahlen ausgebrochen, weil man keinen geeigneten Kandidaten gefunden hat.“

„Er soll seinen Job machen“

Die Christdemokraten sind mit ihrem Ansinnen nicht alleine: Auch die Vertreter der FDP und der Grünen wollen, dass der Rathauschef als Wahlbeamter seine Dienstzeit erfüllt – immerhin liegen noch zweieinhalb Jahre vor ihm. „Er soll seinen Job machen“, sagt Marco Genthe, Vize-Vorsitzender der Liberalen. Ähnlich sieht es auch Jens Uhlhorn, Vize-Chef der Grünen in Weyhe. Eigentlich wollen die Grünen ihn nicht ziehen lassen. An seiner Arbeit sei nichts auszusetzen. „Andreas Bovenschulte ist ein erfolgreicher Bürgermeister in Weyhe“, erklärt Uhlhorn. Wenn Bovenschulte nach Bremen gehen möchte, sollte er den Übergang vernünftig organisieren, fordert der Grüne. Die Gemeinde benötige „ein geordnetes Verfahren“. Einen Kandidaten hätten sie bereits nominiert: Annika Bruck. Die SPD und die FDP haben niemanden benannt.

Der Wechsel eines Wahlbeamten in das besondere Bremer Landesparlament ist für die Kommunalaufsicht ein atypischer Fall, sagt Marion Wilczek von der Landkreis-Verwaltung. Die Leiterin des Fachdienstes Recht und Kommunalaufsicht will sich mit dem Innenministerium rückkoppeln, um belastbare Aussagen treffen zu können.

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