Betreiber auf Mallorca

Ribecca: Café schließt - Hotel wird erweitert

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Rita Soostmeyer (o.) und Oliver Behring (u.) arbeiten an der Expansion des Hotelbetriebs.

Leeste - Von Sigi Schritt. Gäste des Mittagstischs müssen sich einen anderen Treffpunkt suchen: Das Leester Café Ribecca schließt - zehn Jahre nach seiner Eröffnung. Es werden nur noch vereinbarte Feiern ausgerichtet, bestätigen die Betreiber Rita Soostmeyer (56) und Oliver Behring (53) auf Anfrage.

Sie verlagern ihren Lebensmittelpunkt ins spanische Paguera (Insel Mallorca) und wollen in wenigen Tagen ihren Umzug abschließen. Sie möchten künftig nur noch in ihrem eigenen Hotel zu Besuch sein. Für eine Erweiterung wollen sie das Café in Zimmer umwandeln.

Geschäftsführerin und Inhaberin Rita Soostmeyer sowie Gesellschafter Oliver Behring blicken zurück. „Es war eine schöne Zeit“, sagt Soostmeyer. Beide wissen, dass sich in ihren Räumen regelmäßig rührende Szenen abgespielt haben. „Es haben sich unzählige Freundschaften gebildet“, so Soostmeyer. Rentner machten sich regelmäßig schick, um gemeinsam mit anderen zu frühstücken oder Mittag zu essen. „Das war ein sozialer Treffpunkt. Die älteren Herrschaften hatten eine gute Aufgabe, fieberten jeder Zusammenkunft entgegen. Saßen Gäste zunächst alleine, bekamen sie nach einiger Zeit schnell Anschluss“, blickt Behring zurück.

Mitarbeiterinnen vor Ort: Betriebsleiterin Sabine von Weihe (48, l.) und Katerina Vagas (48) vom Housekeeping-Service inspizieren das Themenzimmer „Maritim“.

Das etwa 200 Quadratmeter große Café bot Platz für viele Feiern, erinnert sich Soostmeyer. Sie will aber ihren Plan konsequent weiter verfolgen. Bereits bei der Eröffnung hatte die damals 46-jährige Neu-Unternehmerin vor, sich nach einem Jahrzehnt aus dem Gastro-Geschäft zurückziehen. „Das mache ich auch.“ Seit ihrer Jugend trägt sie schwere Tabletts - das hinterlässt körperliche Spuren. Auch wenn ihr die Bewirtung von Gästen stets Spaß gemacht hat, gehe es so nicht mehr weiter. Sie hofft auf Verständnis ihrer Gäste und Freunde.

Die Alternative war schnell gefunden: Die Geschäftsführerin und ihr Partner haben festgestellt, dass sich der Hotelbetrieb, das weitere Standbein, gut entwickelt hat. „Wir haben jetzt sieben Zimmer, Ende April sollen es zehn sein“, so Behring, der jetzt mit einer sechsstelligen Investitionssumme rechnet, insgesamt hatten sie mehr als eine Million Euro in den Standort investiert.

In den Gastroräumen sollen zwei Zimmer und eine Übernachtungsuite entstehen. Der Raum hinter dem Tresen wird zur Rezeption ausgebaut - und der Platz um den Ofen soll Raum für eine kleine Lobby bieten. Nur der vordere Bereich bleibt als Frühstücksraum erhalten - für maximal 25 Gäste.

„Bis zu 170 Übernachtungen im Monat“

Die Terrasse wird ebenfalls umgebaut und soll eine urbane und wetterfeste Möblierung bekommen. Eine Ladesäule für Elektromobilität soll aufgestellt werden - bislang konnten bis zu drei E-Autos gleichzeitig nur per Außensteckdosen geladen werden.

Behring gewährt einen Blick in die Bilanzen. Sie zeigen, dass die Auslastung seit der Eröffnung des Beherbergungsbetriebes im Jahr 2016 gestiegen ist. Sie liegt nach der jüngsten Erweiterung im Schnitt bei 70 Prozent. „Wir haben bis zu 170 Übernachtungen im Monat. Das Konzept mit Zimmern, die einem Motto nachempfunden sind, hat eingeschlagen“, so Behring.

Die Hotelbetreiber haben in den Jahren erfolgreich drei Arbeitsplätze geschaffen. Mit Betriebsleiterin Sabine von Weihe (48) sowie Katerina Vagas (48) und ihrer Tochter Aleksandra (26) vom Housekeeping-Service hätten sie Glücksgriffe gelandet. Mit von Weihe habe Soostmeyer bereits zusammengearbeitet, als sie damals bei Casa Viva (Kirchweyher Marktplatz) angestellt waren.

Wo jetzt noch Stühle stehen, soll bald eine luxuriöse Suite für Übernachtungsgäste entstehen.

„Nur durch die guten Mitarbeiter, die Herzlichkeit ausstrahlen, und durch die Technik ist es möglich, die Geschäfte von Mallorca aus zu führen“, sagt Behring. Er erklärt das ausgeklügelte System: „Wir arbeiten mit Portalen wie HRS, booking.com, expedia, trivago und hotel.com zusammen. Wer uns direkt erreichen will, wird auf unsere mobile Buchungshotline durchgestellt. Deshalb benötigen wir nur ein Handy und ein Ipad. Alles andere läuft im Internet auf Servern.“

Auch wenn der Fall selten vorkommt, soll eine Software Doppelbelegungen vermeiden. „Wenn ein Portal einen Raum reserviert, ist er für uns solange geblockt, bis der Vorgang abgeschlossen ist.“ Die Betreiber wollen regelmäßig Weyhe besuchen. Ob mit Ryanair, Germania oder Eurowings - im Sommer gibt es laut Behring bis zu fünf Flüge am Tag. „Wir sind schneller von Mallorca in Bremen als zum Beispiel von Frankfurt aus.“

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