Residenz-Gruppe hat nach eigenen Angaben keine Besucherlisten überprüft und ans Arbeitsgericht gesendet

Verdi ruft Orpea-Konzern zur Mediation auf

Gehört zum Orpea-Konzern: Die Residenz-Gruppe mit Sitz in Weyhe.
+
Gehört zum Orpea-Konzern: Die Residenz-Gruppe mit Sitz in Weyhe.

Weyhe – Die Residenz-Gruppe will einen Betriebsrat auflösen und der Gesamtbetriebsratsvorsitzenden Nicole Meyer sowie der Stellvertreterin kündigen. Beide Mitarbeiterinnen sind auch für die Seniorenresidenzen in Weyhe, Stuhr und Syke zuständig.

Die Residenz-Gruppe legt nach einer Presseanfrage ihre Sicht in dem gerichtlichen Streit dar. Sie wirft den Betriebsratsmitgliedern unter anderem Arbeitszeitbetrug vor. Auf die Frage, ob die Residenz-Gruppe Daten – bezogen auf Besucher – zusammen mit Angaben von Temperaturmessungen an das Arbeitsgericht Bremen-Bremerhaven geschickt hat, vor dem das Verfahren anhängig ist, führte das Unternehmen an, dass es „keinerlei Listen mit Besucherdaten nach dem Infektionsschutzgesetz überprüft“ hätte, sondern „lediglich Mitarbeiterlisten“. Besucherlisten seien „weder eingesehen, noch an das Gericht geschickt“ worden. „Anhand dieser Listen waren die behaupteten Zutritte der Betriebsratsmitglieder und ihre in die Tätigkeitserfassung eingetragenen Arbeitszeiten nicht nachzuvollziehen, sodass hierdurch der Verdacht des Arbeitszeitbetruges erhärtet wurde“, teilt ein Sprecher des Unternehmens mit.

Die Residenz-Gruppe sagt zudem, dass sie weder Handys noch Laptops ausgelesen habe. Aber sie lässt offen, ob sie damit auch die Daten einbezieht, die zeigen, wann man sich in ein Programm eingeloggt und wieder ausgeloggt hat.

Hinsichtlich der eingereichten Klage der Betriebsratsvorsitzenden wegen Verletzung der Persönlichkeitsrechte heißt es in der Stellungnahme wörtlich: „Eine zu kündigende Beschäftigte hat einen entsprechenden Vorwurf wegen einer am 23. Dezember erfolgten Anhörung gegen uns erhoben. Der Vorwurf ist völlig haltlos. Wir werden uns gegenüber dem Arbeitsgericht in diesem Verfahren verteidigen. Weiter ist beabsichtigt, dass gegen die Beschäftigte wegen rufschädigender Äußerungen über das Unternehmen gegenüber Dritten eine Widerklage auf Schadensersatz und Unterlassung anhängig gemacht werden wird.“

Spätestens am 27. April wird die 12. Kammer des Arbeitsgerichtes eine Entscheidung darüber treffen, ob eine Kündigung rechtens und die Auflösung des Betriebsrates geboten war. Wir werden darüber berichten.

Wie aus den Verdi-Kreisen verlautet wurde, sehe die Gewerkschaft in der Art und Weise wie gestritten wird weiter eine Art Mobbing-Kampagne. Die Verdi-Kreise bleiben bei der Darstellung, dass sie jeden Vorwurf hinsichtlich der Verletzung der Persönlichkeitsrechte mit Dokumenten belegen könnten. Die Residenz-Gruppe habe nicht einen Schritt auf die Verfahrensbeteiligen zugemacht. Das Hausverbot und die Gehaltskürzungen seien im Verfahren zurückgenommen worden.

Eine Verdi-Vertreterin äußerte den Verdacht, dass das Unternehmen sich Argumente so hindreht, wie es sie gerne hätte. Die Verdi-Vertreterin Kerstin Bringmann appellierte an die Residenz-Gruppe, die zum Orpea-Konzern gehört, zur „vertrauensvollen Zusammenarbeit zurückzukehren“. Das könnte auch im Zweifel mit einer Mediation erfolgen, sagte die Gewerkschaftsvertreterin auf Anfrage.

Von Sigi Schritt

Das könnte Sie auch interessieren

elona ist da. Ihre lokalen Nachrichten.

Mehr zum Thema:

Massive Raketenangriffe: Israel antwortet mit Luftschlag

Massive Raketenangriffe: Israel antwortet mit Luftschlag

Die beliebtesten Kuchenklassiker und Tortenträume

Die beliebtesten Kuchenklassiker und Tortenträume

Bayern feiern Titel mit Gala - Lewandowski-Tore 37, 38, 39

Bayern feiern Titel mit Gala - Lewandowski-Tore 37, 38, 39

Meistgelesene Artikel

Todesfall nach Corona-Impfung im Landkreis Diepholz – Zusammenhang unklar

Todesfall nach Corona-Impfung im Landkreis Diepholz – Zusammenhang unklar

Todesfall nach Corona-Impfung im Landkreis Diepholz – Zusammenhang unklar
Ikea-Besuch: Warum der Möbelhaus-Horror im Lockdown plötzlich schön ist

Ikea-Besuch: Warum der Möbelhaus-Horror im Lockdown plötzlich schön ist

Ikea-Besuch: Warum der Möbelhaus-Horror im Lockdown plötzlich schön ist
Familienfehde in Diepholz eskaliert: Großer Polizeieinsatz

Familienfehde in Diepholz eskaliert: Großer Polizeieinsatz

Familienfehde in Diepholz eskaliert: Großer Polizeieinsatz
Fahrrad-Stau im Diepholzer Fundbüro

Fahrrad-Stau im Diepholzer Fundbüro

Fahrrad-Stau im Diepholzer Fundbüro

Kommentare