Rathausmitarbeiterin berichtet von Hilfskonvoi / Kitakinder schnüren Pakete

Das erste Mal Handschuhe

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Fröhliche Kindergesichter nach der Übergabe der Pakete.

Weyhe - Von Philipp Köster. Beate Pilath denkt schon an die nächste Adventszeit. Dann will sie sich nach Südeuropa aufmachen. Mit dabei hat sie Hunderte Pakete von Weyher Kindern für Bedürftige.

Wenn sie an ihre vergangenen Dezemberreise nach Gagusien in Moldawien denkt, muss sie noch heute schlucken: Die Menschen im Süden des Landes seien bitterarm. Obwohl in Europa gelegen, herrschten zum Teil vorindustrielle Zustände. Fuhrwerke mit vorgespannten Pferden und Eseln gehören zum Ortsbild in der Region, hat die Rathausmitarbeiterin festgestellt.

Beate Pilath hat vor Weihnachten abermals einen Hilfskonvoi begleitet und Pakete verteilt, die unter anderem auch Weyher Kitakinder befüllt haben. 170 an der Zahl. Im Rahmen der Aktion der Organisationen Round Table“ und „Ladies Circle“ brachten 20 Freiwillige Tausende in ganz Deutschland gesammelte Päckchen mit zwei Lastern nach Moldawien.

Die Gaben landeten in Behinderteneinrichtungen, Waisenhäusern und Schulen, Kitas sowie Familien. „Nicht nur der Inhalt war willkommen, sondern auch die Umkartons. Damit wollte eine ältere Frau ihre Fenster abdichten, um ihre Wohnung ein wenig vor der Kälte zu schützen“, erinnert sich die Ehrenamtliche. Und die Paletten, auf die die Pakete gestapelt waren, dienten als wertvolles Feuerholz.

Auch das Erlebnis mit einem etwa zehnjährigen Jungen hat sich Pilath ins Gedächtnis eingebrannt. Er habe beim Auspacken zu weinen begonnen, nicht aber weil er enttäuscht gewesen sei. „Die Lehrerin übersetzte, dass der Junge vor Freude weine, weil er das erste Mal in seinem Leben eigene Handschuhe bekommen hatte.“

Traurige Momente des Hilfstransports seien gewesen, wenn die Helfer nicht allen Kindern in einem Ort ein Paket geben konnten, weil sonst nicht die besonders Bedürftigen mit einem Präsent hätten bedacht werden können. „Das war sehr hart.“ Da waren die Worte eines Schulleiters aufbauend, der sich für die Päckchen bedankte und in Aussicht stellte: „Wenn ihr Hilfe braucht, helfen wir euch auch.“

Der nächste Konvoi in den armen Süden Europas geht vom 5. bis 12 Dezember über die Bühne. „Die Lkw sind schon gebucht.“

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