Einsatzkräfte retten fast vertrocknete Gewächse

Rathaus-Hilferuf umgesetzt: Feuerwehr sprengt Bäume

Patrick Niesse und Carsten Staude sorgen dafür, dass die Bäume viel Wasser bekommen. Die Flüssigkeit stammt aus dem Hilfeleistungslöschgruppenfahrzeug der Leester Wehr. - Foto: Schritt

Weyhe - Von Sigi Schritt. Die brütende Hitze der vergangenen Tage hat Weyhe weiterhin im Griff. Die Gemeinde will die vielen jungen Bäume vor dem Vertrocknen retten. Doch woher soll das Wasser kommen, wenn kein Regen in Sicht ist und die Bauhofmitarbeiter nicht hinterherkommen? Jetzt hat die Feuerwehr eine neue Aufgabe: Sie rettet neben Menschen und Tieren auch die Gewächse der Gemeinde – mit zahlreichen Einsätzen und sprengt die Bäume.

Wenn es heißt „Wasser marsch“, richten die Helfer ihre Strahlrohre auf die Erde in den sogenannten Pflanzteller zwischen den Straßen und Bürgersteigen. Unter denen befinden sich die Wurzeln, die nach Flüssigkeit lechzen.

Patrick Niesse und Carsten Staude regulieren die Menge der Flüssigkeit und laufen auf der Hagener Straße weiter – zum nächsten Baum. Ihre Schläuche sind mit dem Hilfeleistungslöschgruppenfahrzeug (HLF) verbunden. Ein anderer im Helferteam bedient eine Pumpe und sorgt so für den richtigen Druck.

„Wir sind mit drei Fahrzeugen sowie mit 25 Frauen und Männer unterwegs“, sagt Ortsbrandmeister Jonas Baum. Die Bäume, die besonders trocken sind, bekommen das Wasser. Es stammt laut Baum nicht aus einer Trinkwasserleitung, sondern aus einem durch Grundwasser gespeisten Brunnen.

Das Löschgruppenfahrzeug ist mit einem 1.600 Liter fassenden Tank im Bereich Rumpsfelder Heide/Meyerstraße unterwegs. Der Mannschaftstransportwagen zieht einen Anhänger mit einem 1.000-Liter-Tank, und im HLF befinden sich 2 .400 Liter.

Am Sonntag hatte bereits die Lahauser Wehr für eine Erfrischung gesorgt, berichtet Steffen Wohlers, Sprecher der Gemeindefeuerwehr. Unter anderem wässerten die Einsatzkräfte die Gewächse an der Bahnbrücke, so Wohlers. Die Gemeinde hatte die Ortswehren gefragt. „Jeder hilft da, wo er kann“, sagt Wohlers. Die Lahauser seien nicht nur am Sonntag, sondern auch am Montag im Gießeinsatz gewesen.

Wie stellt die Feuerwehr sicher, dass sich genügend Wasser in den Tanks befindet, falls die Feuerwehr zu einem Brand gerufen wird? Einerseits wird laut Jonas Baum nicht die volle Menge zum Gießen benötigt. Andererseits erfolge in der Wesergemeinde eine strategische Alarmierung von mindestens zwei Ortswehren. Deshalb kann laut Steffen Wohlers die jeweilige Einsatzleitung gewissermaßen aus dem Vollen schöpfen.

Ina Pundsack-Bleith, Stellvertreterin des Bürgermeisters, lobte den Einsatz der Freiwilligen. „Als wir die Feuerwehr baten, uns zu helfen, fackelte sie nicht lange.“ Der Bauhof habe für die Wässerung nur vier Mitarbeiter im Einsatz.

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