Gemeinde installiert Banknotrufsystem

Rasche Hilfe im Falle eines Falles in Feld, Wald und Flur

Steffen Struß (l.) und Frauke Kafemann (2.v.l.) vom Umweltamt sowie Seniorenbeiratschef Helmut Raddatz und die Agendabeauftragte Christina Mielke präsentieren eines der neuen Schilder. - Foto: hu

Weyhe - Von Philipp Köster. Es passiert mitten beim Sonntagsspaziergang in den Jeebeler Fuhren: Plötzliches Unwohlsein, Schwindelgefühle, Schmerzen in der Brust. Das könnte ein Herzinfarkt sein! Schnell auf eine Bank. Das Handy ist am Mann, die Notrufnummer 112 rasch getippt. Aber wo um alles in der Welt befinde ich mich gerade?!

Nur weil dieses Szenario ausgedacht ist, muss es nicht unrealistisch sein. Wie ist schnell Hilfe möglich im Falle eines Falles? Mit diesem Problem und seiner Lösung hatte sich der Weyher Seniorenbeirat vor einem Jahr befasst. Die Syker Kollegen hatten die Alte Wache in Leeste besucht und dabei ihr soeben installiertes sogenanntes Banknotrufsystem vorgestellt. Der Vorsitzende des Weyher Beirats, Helmut Raddatz, war davon schwer begeistert gewesen. Und weil auch für ihn die alte Weisheit „Lieber gut kopiert als schlecht erfunden“ gilt, hatte er mit seinen Mitstreitern das Anliegen bei der Gemeindeverwaltung vorgebracht. Bei Bürgermeister Andreas Bovenschulte, Baudirektor Steffen Nadrowski und der Agendabeauftragten Christina Mielke hatte Raddatz offene Türen eingerannt.

„Wir haben die Idee mit Begeisterung aufgenommen. Das ist einfach, genial und schnell umzusetzen“, berichtete Nadrowski am Dienstag bei der monatlichen Sitzung des Beirats im Martha-Schubert-Haus. Innerhalb weniger Monate hat das Rathaus mit dem Gremium dieses System auch für Weyhe auf den Weg gebracht.

Zugute kam den Verantwortlichen dabei das sogenannte Bankkataster. „Wir haben 2011 alle öffentlichen Bänke registriert“, sagt Christina Mielke. Die rund 100 Sitzgelegenheiten hätten Absolventen des Freiwilligen Jahres nun fotografiert. Die digitalen Daten der Bilder enthalten auch GPS-Codes mit dem genauen Standort der Bank. GPS ist die Abkürzung für Global Positioning System (zu deutsch: Globales Positionsbestimmungssystem). Diese Daten werden der Kreis-Rettungsleitstelle übermittelt, so dass sie schnell Hilfe an den Ort des Geschehens in Wald, Feld und Flur schicken kann, wenn jemand von dort einen Notruf absetzt.

Die Bänke selbst versehen die jungen Mitarbeiter der Gemeinde in den kommenden Wochen mit Metallschildern, hergestellt von der Melchiorshauser Firma MK-Metallbau, und zwar kleben sie sie mit „bombensicherem“ (Raddatz) Montageleim an. „Schrauben wären über die Jahre zu gefährlich“, sagte Nadrowski den Beiratsmitgliedern. Das Täfelchen enthält unter anderem eine Nummer, die im Notfall durchzugeben ist, und die Notrufnummer 112.

Im kommenden Jahr sollen auch die Bänke auf Spielplätzen folgen, entgegnete Mielke auf eine entsprechende Nachfrage von Hans-Jürgen Peter.

Die Kosten für die ersten 100 Schilder trägt laut Raddatz übrigens der Seniorenbeirat. Eine Plakette kostet rund acht Euro. Die Folgeaufwendungen übernimmt das Rathaus. Auch der Stuhrer Seniorenbeirat möchte ein solches System installieren.

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