Rasante Entwicklung eines Berufsbilds: Vom „Flicker“ zum Zweirad-Mechatroniker

Computerbasierte Diagnosegeräte entdecken Defekte an Fahrrädern

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Das Fahrrad ist längst ein Sportgerät. Das benötigt stylisches Zubehör.

Erichshof - Von Heiner Büntemeyer. Als Hans-Heiner Schweers am 1. April 1991 das Fahrradgeschäft von seinen Großeltern übernahm, war dieser Schritt mit einem Risiko verbunden. Zwar zeichnete sich schon ab, dass das Fahrrad als Sportgerät eine Renaissance erleben könnte, aber sicher war das nicht. Seine klassische Funktion als Fortbewegungsmittel und Transportgerät hatte der Drahtesel jedenfalls längst eingebüßt. Erst mit steigendem Umwelt- und Gesundheitsbewusstsein entwickelte sich das Fahrrad zu einer echten Alternative.

Das erkannten auch die Hersteller und bauten leichtere Modelle, veränderten das Design und verbesserten den Antrieb. Im Zuge dieser Entwicklung ist aus dem „Fahrradflicker“ von einst inzwischen ein Spezialist geworden ist, der ein defektes Rad an ein Diagnosegerät am Computer anschließt, um es zu reparieren.

Diese rasante Entwicklung war vor 25 Jahren nur schwer vorhersehbar.

Großvater Heinrich Schweers hatte das Geschäft 1932 eröffnet. Als er Soldat wurde, musste seine Frau Anna den Betrieb allein führen und sich die Werkstatt während der letzten zwei Kriegsjahre sogar mit einer dort eingerichteten Waffenmeisterei teilen.

Nach dem Krieg war Improvisationskunst gefragt: Aus zwei defekten Drahteseln wurde ein neues gemacht, der Vollgummireifen wurde „erfunden“. Um die beschäftigungslose Zeit im Winter zu überbrücken, stellte Heinrich Schweers Schmutzfänger her, die unten am Schutzblech angeklemmt wurden und verhinderten, dass beim Fahren zu viel Dreck hochgeschleudert wurde. Diese Schmutzfänger stanzte er aus Gummistreifen und verkaufte sie an den Großhandel.

Bis zu seinem Tode 1985 blieb er ein geschätzter Reparateur, sein Enkel Hans-Heiner half ihm oft nach Feierabend in der Werkstatt und fand Spaß an dieser Arbeit.

Folgerichtig lernte er den Beruf des Fahrradmechanikers, übernahm das Geschäft vor nunmehr 25 Jahren und legte 2001 die Prüfung zum „Zweirad-Mechanikermeister“ ab.

Inzwischen beschäftigt er in der Werkstatt drei Mitarbeiter deren Berufsbezeichnung inzwischen „Zweirad-Mechatroniker“ lautet.

Regelmäßig besuchen der Jubilar und seine Angestellten angesichts neuer technischer Fortschritte Schulungen. Kunden, die selbst noch mit Hosenklammer und Karbidlampe gefahren sind, kaufen jetzt bei Hans-Heiner Schweers Pedelecs der neuesten Generation.

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