Politik unterstützt Modelprojekt

Rabatt in Höhe von 15 Prozent für MIA-Einwohnerticket

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Wer regelmäßig nach Bremen pendelt und kein Job-Ticket bekommen kann, könnte möglicherweise bereits ab Herbst vom Einwohnerticket profitieren.

Weyhe - Von Sigi Schritt. Wer in der Weyhe wohnt, bei Daimler, Airbus oder bei einem anderen großen Arbeitgeber in Bremen beschäftigt ist und per Bahn, Bus oder Straßenbahn pendelt, kennt sicherlich die Vorzüge eines Jobtickets. Der Preis dafür ist nämlich etwas günstiger als der für normale Monats- oder Jahreskarten. Wer aber keinen großen Arbeitgeber hat, der eine Mindestanzahl ordert, muss immer den vollen Preis bezahlen. Das soll sich zumindest für Weyher Bürger ändern. Das von Bürgermeister Andreas Bovenschulte 2017 initiierte Modellprojekt hat am Dienstagabend die nächste Hürde genommen.

Das Ziel: Bürgern soll der Umstieg vom Auto auf den Öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) schmackhaft gemacht werden. Es ist aber völlig egal, ob es sich um Bestandskunden handelt oder nicht. Einzige Voraussetzung: Die Nutzer müssen in der Wesergemeinde wohnen. Nur sie bekommen einen eigens gewährten Rabatt in Höhe von 15 Prozent, der nachträglich gutgeschrieben wird.

Der Ausschuss für Bau, Planung und Umwelt hat sich am Dienstagabend über den Stand der Diskussion informiert und den Verwaltungschef beauftragt, entsprechende Gespräche zu führen, damit „MIA Weyhe – das Einwohnerticket“ eingeführt werden kann.

Flexibler als das Job-Ticket

„Das ist in der Region einmalig“, betonte Bürgermeister Andreas Bovenschulte. Er hofft, dass das Ticket ab Herbst erhältlich ist. Die Einführung soll von einer großen Werbeaktion des Verkehrsverbunds (VBN) und des Zweckverbands begleitet werden. Immerhin trägt der ZVBN 75 Prozent der Kosten.

Es gibt außerdem noch einen großen Unterschied, der laut Bovenschulte das MIA-Ticket interessant macht: „Weil es übertragbar ist, ist es auch flexibler als das Job-Ticket.“

Andreas Bovenschulte hofft, dass sich vom Start weg viele Bürger für das Angebot interessieren, damit die eingeräumten Rabatte des ZVBN so groß werden, dass die Kosten des Gemeindeanteils weiter reduziert werden können. Allerdings seien noch weitere Verhandlungen notwendig, sagt der Bürgermeister. „Im Idealfall sind die Kosten ausgeglichen.“

„Mehr ÖPNV ist ein guter Weg“

Weshalb sich Weyhe für ein Modellprojekt angeboten hat? Bovenschulte nennt mehrere Gründe. Einerseits gibt es in der Wesergemeinde bereits Pendler, die in die angrenzende Stadt Bremen fahren, und andererseits verfügt die Kommune über mindestens einen Bahnhof. Außerdem hat die Gemeinde noch Potenzial, Autofahrern den Umstieg näherzubringen.

Die Politik zeigte sich im Ausschuss durch die Bank begeistert, allen voran Elmar Könemund. „ÖPNV deckt eh nicht die Kosten.“ Für ihn sei eine Fortsetzung der Anreize, auf ÖPNV umzusteigen, eine gute Sache. Auch Frank Seidel (SPD) signalisierte „volle Zustimmung“: „Mehr ÖPNV ist ein guter Weg.“ Bremen-Pendler könnten mit dem Rabattgeld zum Beispiel einmal im Monat ein ordentliches Schnitzel mit allem drum und dran bestellen. Seidel betont, dass man daran denken könnte, dass dieses Gericht von der Gemeinde gesponsert ist.

Die Christdemokraten unterstützen das Projekt ebenfalls, so Ingrid Söfty. Zustimmung signalisierten auch Annika Bruck (Grüne) und Antje Sengstake von der FDP. Die Liberale mahnte jedoch, dass die Gemeinde keinen Goldesel in der Tasche hätte.

Bürgermeister Andreas Bovenschulte glaubt an einen Erfolg und daran, dass sich das Projekt von selbst tragen wird. „Es wird ein guter Modellversuch, den die Gemeinde mit Kraft angehen will“, verspricht er.

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