Quicklebendiges Kabarett mit Anna Piechotta

Scharfsinniger Wortwitz

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„Au weia, ein Bayer“: Musikkabarettistin Anna Piechotta singt Komisches und Seltsames.

Leeste - Von Rainer Jysch. Als die „zierliche Sängerin mit dem Schneewittchengesicht“ wird Musikkabarettistin Anna Piechotta in einer Mitteilung ihrer Agentur bezeichnet. Am Sonnabend war die Künstlerin in der KGS Leeste mit ihrem Programm „Komisch im Sinne von seltsam“ zu Gast. Die 34-Jährige sorgte mit Eigenkompositionen, scharfsinnigem Wortwitz und ausgefeilten Texten für heitere Unterhaltung bei den leider nur knapp 40 Besuchern im Kulturforum.

„Das ist heute mein aller-erstes Mal, dass ich in Weyhe bin“, sagte Anna Piechotta. Sie sei viel älter als sie aussehe und noch Single – ungern, verriet sie ganz Persönliches: Trotz Besuchen in der Damensauna, bei einem Strickkurs und beim Christopher-Street-Day konnte sie noch keinen passenden Partner finden. Erst über das Internet habe sie konkrete Männer-Bekanntschaften machen können, wie sie in einem ihrer Stücke mitteilte. „Au weia, ein Bayer. Den halt ich doch im Kopf nicht aus“, sang sie bestürzt und mit ausgeprägter Mimik.

„Das Leben ist voller Skurrilitäten“, hatte die studierte Musikpädagogin festgestellt. Aus den absurden Erlebnissen des Alltags schöpfe sie die „komischen und seltsamen“ Themen für ihre Kompositionen. Auch Operninszenierungen mit kaum bekleideten Protagonisten nimmt Piechotta aufs Korn und rät vom Besuch solcher Aufführungen grundsätzlich ab. „Das ist total seltsam, was man da so erlebt.“

„Mein Ziel ist es immer, das Publikum glücklich zu machen“, sagte die singende Klavierhumoristin nach einem Liebeslied mit einem tragischen Ende. Für diesen Zweck habe sie immer einen „Hollywood-Schluss“ parat, den sie sogleich zum Besten gab. Als Schluss für „Frauenbeauftragte“ schob sie „mit kritischem Tonus und strenger Mimik“ noch eine andere Alternative hinterher.

Nachdem sie sich im ersten Teil „ganz niedlich“ gezeigt habe, wolle sie nun ihre wahre Seite offenbaren, meinte Anna Piechotta nach der Pause. Musikalisch spioniere sie ihre Mitmenschen über Google, Facebook & Co. aus und präsentierte sich als Stalkerin. „Schön, dass es Computer gibt“, sang sie dazu und legte Wert auf die Feststellung: „Das ist nicht alles von mir selbst erlebt.“ Ganz anders ihre musikalischen Erzählungen vom Landleben in der Eifel. Statt Videoüberwachung gibt es Omas in den Fenstern, berichtete sie. Mit „Schön, so schön“ sang sie eine bissige Dorfhymne unter anderem über den untreuen Mann von Rita, der es mit Dorfschlampe Sabine am „Arsch der Welt“ treibt.

Piechottas breit gefächertes Repertoire enthält Balladen, popige Songs und Kabarettchansons, mit denen sie das musikalische, deutschsprachige Kabarett bereichert. In Leeste präsentierte sich Anna Piechotta allerdings quicklebendig und erntete für ihren Vortrag langen Applaus.

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