Publikum feiert Premiere von „Ein Traum von Irland“ im Weyher Theater

Eine Inszenierung, die ins Herz zielt – und es erreicht

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Mit authentischen Dialogen und treffsicherem Witz überzeugen die Schauspieler des Weyher Theaters bei der Premiere der Komödie „Ein Traum von Irland“ am Freitagabend.

Weyhe - Von Bettina Pflaum. Begeistert hat das Premierenpublikum die Komödie „Ein Traum von Irland“ aufgenommen, mit der die Spielzeit am vollbesetzten Weyher Theater am Freitag begonnen hat. Am Ende gab es sieben Vorhänge und mehrere Zugaben.

Ein kleiner Pub in einem irischen Dorf, das schon bessere Zeiten gesehen hat; sympathische, etwas verquere Charaktere, die sich dort das Leben schöntrinken und Folksongs singen, wenn einer von ihnen das passende Stichwort gibt: Das hört sich erst einmal nicht nach spannender Unterhaltung an. Aber Frank Pinkus macht aus dieser Konstellation ein temporeiches Stück, das berührt, das die Zuschauer im Theatersaal mitfiebern und mitklatschen ließ und das das Ensemble von Niedersachsens größtem Privattheater in sprühender Spiellaune zeigte.

Die ersten Lacher ernteten Frank Pinkus als Schafzüchter Jack McDoyle und Kay Kruppa als dessen Kollege Shane McCardigan direkt zu Beginn, als sie, beleuchtet von einem Spot, ins Publikum schauten und mit komischer Ehrfurcht „Sie sind schon da“ raunten. Sie meinten jedoch nicht das Publikum, sondern die Delegation der Tourismusbehörde, die das irischste aller irischen Dörfer sucht, um mit diesem eine neue Werbekampagne zu starten.

Überzeugende

Darsteller

Überzeugend verkörperten die Darsteller dabei die ganz unterschiedlichen Einwohner des Ortes Leenane: Mit punktgenauem Timing und entzückender Selbstironie agierte Thorsten Hamer als Wirt Tubby Tubson. Lisette Groot verkörperte die ihr auf den Leib geschriebene Rolle als holländische Hafenmeisterin Mia de Jong mit Verve, Wandlungsfähigkeit und Temperament. Besonders bei dem Song „Molly Malone“ kam ihre volle, an den richtigen Stellen kehlige Stimme perfekt zur Geltung.

Pinkus und Kruppa als Dorforiginale warfen sich mit sichtbarer Freude und Souveränität die Pointen zu, Joachim Börker glänzte als ständig grummelnder Pub-Gast Richard Spencer, der alle Ideen, das Dorf wettbewerbstauglich zu machen, mit einem unflätigen Ausdruck kommentierte.

Nathalie Bretschneider spielte die Malerin Roxy Donegal mit Charme und einer selbstverständlichen Natürlichkeit, ebenso wie Sarah Kluge, die die junge Lehrerin Iris McGuire darstellte. Mit einem gehörigen, doch richtig dosierten Schuss Überzeichnung würzten Marco Linke als junger Nichtsnutz Charly McGuire und Marc Gelhart als erfolgloser Schriftsteller John Bowler ihre Rollen, was der Komik des Stückes gut bekam.

An der Gitarre unterstützte Patrick Kuhlmann die geschulten Stimmen der Darsteller. Denn irische Lieder spielten die zweite Hauptrolle: Bei dem grandiosen, eigentlich tieftraurigen Phil-Coulter-Song „The Town I Loved So Well“ bekam eingangs jeder die Möglichkeit, seine Stimme solistisch darzubieten. Das gesamte Ensemble erwies sich als satter, harmonischer Klangkörper, der mit Freude das Mobiliar als Percussion-Instrument nutzte.

Dem Komödienautor Pinkus gelingt es auch in seinem neuen Werk, mit authentischen Dialogen und treffsicherem Witz Protagonisten zu zeichnen, die bei allen Ecken und Kanten liebenswert, fröhlich, biestig, melancholisch und menschlich sind – und damit Identifikationspotential bieten. Seine Inszenierung zielt ins Herz – und erreicht es.

Mit rhythmischen Applaus forderten die Zuschauer Zugaben, und gerne stimmte das Ensemble „Lord Of The Dance“ und „The Wild Rover“ ein zweites Mal an. Am Ende bleibt beim Zuschauer ein Wohlgefühl und der Wunsch, sich zu Jack McDoyle, Roxy Donegal und den anderen in den Pub (Bühnenbild: Hermes Schmid) zu setzen und ein Guinness zu trinken.

Eine Vorstellung für Kreiszeitungsleser ist für Dienstag, 6. Oktober, um 20 Uhr angesetzt.

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