Verkaufsstopp in Leeste berechtigt

Verdacht erhärtet sich: 30 Prozent Diesel in E10-Probe gefunden

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Mehr als 30 Kunden haben offenbar verunreinigten Sprit getankt.

Weyhe - Der Verdacht, dass Autofahrer am Monatsanfang bei der Classic-Tankstelle in Leeste mit Diesel verunreinigten E-10-Sprit in ihren Kraftstoffbehälter gefüllt haben, hat sich erhärtet.

Betroffen war allerdings nur der E10-Sprit, nicht Super oder andere Sorten. Das sagt Gerd Beneke. Er ist für alle Classic-Tankstellen in elf Bundesländern zuständig – auch für die in Weyhe.

Und die Untersuchungen des Bremer Chemisch-Technischen Laboratoriums Luers haben laut Beneke ergeben, dass lediglich die Classic-Tankstelle in Leeste, nicht aber die in Kirchweyhe auffällig war.

Tankstelle in Leeste: Diesel in E10 Benzin

Das Labor hat laut Beneke in der Probe eine Kontaminierung mit 30 Prozent Diesel festgestellt – also ein Vielfaches des ursprünglich nach den Ladepapieren errechneten Wertes von drei Prozent. Der Tank werde nicht umgerührt, und so kann es durchaus sein, dass dort, wo die Probe gezogen wurde, die Konzentration von Diesel höher war, als anderswo im E10-Behälter. Der Firmenmitarbeiter räumt ein, dass das Produkt nicht der gewohnten Qualität entsprach und die Beschwerden sowie der umgehende Verkaufsstopp berechtigt gewesen sei.

Die Anzahl der Schadensmeldungen hat sich mittlerweile von 15 auf knapp über 30 erhöht, teilte Beneke auf Anfrage mit. Die würden sowohl von dem Classic-Unternehmen als auch von der Versicherung bearbeitet werden. Beneke schätzt den Schaden auf rund 30 .000 Euro.

Wie es zur Verunreinigung kam, ist noch unklar

Weshalb es zu der E10-Verunreinigung gekommen ist, könne er noch nicht sagen. Es spreche aber vieles dafür, dass Ventile im Tankwagen undicht waren, die die Kammern miteinander verbinden. Beneke kündigte weitere Untersuchungen beim Spediteur an. An diesen wird sich die Versicherung – nach der Abarbeitung aller Fälle – wenden, weil dieser „die Vermischung verursacht hat“, sagt der Leiter der Agenturtankstellen.

In einem Fall habe die Versicherung allerdings die Regulierung des Schadens abgelehnt, weil sie keine Kausalität zwischen dem Sprit und dem deklarierten Schaden sehe. Beneke habe dem Betroffenen empfohlen, einen Gegengutachter einzuschalten.

„Die Versicherung ersetzt allerdings nicht den getankten Sprit und den Kraftstoff, der sich noch im Tank befand“, so Beneke. Deshalb will das Unternehmen aus Hoya Gutscheine in Höhe des Bons plus einer Pauschale in Höhe von 80 Euro ausgeben. Das sei als „Trostpflaster“ zu verstehen, erklärt Gerd Beneke.

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