Probleme liegen in der Biografie

Jugendwerkstatt Weyhe feiert 20-jähriges Bestehen

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Luise Turowski, Geschäftsführerin von Bethel im Norden, begrüßt die Gäste.

Kirchweyhe - Von Sigi Schritt. Das Team der Jugendwerkstatt Weyhe hat gestern rund 40 Gäste unter anderem aus Politik, Verwaltung und Wirtschaft beim Empfang begrüßt. Grund der Feier: Die Einrichtung in Trägerschaft von Bethel im Norden besteht seit zwei Jahrzehnten. Auch Vertreter des KGS-Verbundes im Norden und der Berufsbildenden Schulen Syke waren eingeladen.

Luise Turowski, Geschäftsführerin von Bethel im Norden, blickte zurück an die Anfänge: „Am 17. Oktober 1997 startete die Einrichtung mit zwei Anleitern, einem Sozialpädagogen und acht Jugendlichen.“ Zu diesem Zeitpunkt lag die Arbeitslosenzahl bei 4,4 Millionen (Quote: 12,7 Prozent) gemeldeten Betroffenen und erreichte im Zeitraum zwischen 1980 (888 .900 in West-Deutschland, 3,8 Prozent) und 2016 (2,7 Millionen Menschen, 6,1 Prozent) den vierthöchsten Wert.

Damals wie heute sei es darum gegangen, der Hoffnungs- und Perspektivlosigkeit von Jugendlichen, Heranwachsenden und jungen Erwachsenen etwas entgegenzusetzen, so Turowski. „Das Ziel ist unverändert.“

Vielfältige Probleme bei den jungen Menschen

Die Mitarbeiter der Jugendwerkstatt betreuen laut Einrichtungsleiterin Petra Scholten maximal 16 Menschen, die „zwischen Schule und Beruf“ stehen. Deren Probleme seien vielfältig, erklärt sie. „Die Gründe liegen in der Person oder in der Biografie.“ Wenn aber der sprichwörtliche Knoten geplatzt ist, klappt es auch sofort mit den Arbeitsverträgen. „Die Teilnehmer schreiben zwei Bewerbungen, und weg sind sie.“

Doch bis es soweit ist, müssten die Anleiter in der Holzwerkstatt und (Groß-)Küche die Teilnehmer massiv unterstützen. „Die jungen Menschen schenken uns ihr Vertrauen, und wir suchen weitere Partner, um ihnen zu helfen.“ Scholten richtete Dankesworte unter anderem an die Vertreter des Diakonischen Werkes, der ambulanten Dienste und gesetzlichen Betreuer, die allesamt „konstruktive Lösungsansätze“ entwickeln. 

Die Liste ist sehr lang. Denn die Jugendwerkstatt arbeitet mit der Polizei, dem Lions Club und den Kirchengemeinden zusammen. „Das Reisecenter unterstützt die Teilnehmer mit Gutscheinen für Monatstickets und Metro Bremen mit Sachspenden für die Küche“, zählt Scholten Beispiele auf.

Rund 800 Teilnehmer betreut

In der Zeit von 2008 bis heute hätten 405 junge Menschen das Angebot der Jugendwerkstatt angenommen, bilanziert Luise Turowski. Da die Anzahl für die Jahre davor nicht dokumentiert seien, müsse die Trägerin schätzen. Es seien unterm Strich rund 800 Teilnehmer gewesen, so Turowski, die das Jobcenter und „Pro Aktiv“ der Landkreis-Verwaltung nach Kirchweyhe geschickt hätten. Finanziert wird die Einrichtung unter anderem vom Kreis, vom Land Niedersachsen und durch Mittel des Europäischen Sozialfonds. Die Gemeinde Weyhe stellt den Raum zur Verfügung.

Unter den vielen Gratulanten richtete die Vize-Bürgermeisterin Ingrid Söfty (CDU) Grüße von Rat und Verwaltung aus und überreichte ein Geldgeschenk. „Wir sind froh, die Einrichtung vor Ort zu haben. Viel Erfolg mit der segensreichen Arbeit.“

Die Ratsvorsitzende Astrid Schlegel (SPD), die das DRK Leeste vertrat, freute sich ebenso wie Pastorin Gudrun Müller (Felicianus-Gemeinde) über die gute Zusammenarbeit.

Eine Einladung zum Geocaching und zu einem Imbiss rundete die Veranstaltung ab. Burger mit frisch zubereiteten Zutaten zeigten eindrucksvoll, wie leistungsfähig das Team um Küchenchef Volker Bassen sein kann. Die Gäste jedenfalls lobten das Essen sehr.

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