Von Alzheimer-Gesellschaft und Verein Pro Dem 

Initiative bildet Führungskräfte aus: 14 Polizisten sind „Demenz Partner“

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Anna Gausmann, Mitarbeiterin von der Initiative „Demenz Partner“, Polizeirätin Franziska Mehlan, Lilja Helms und Frithjof Troue vom Verein Pro Dem (v.l.) nach der Schulung von 14 Polizisten der Wache in Leeste.´

Weyhe - Polizisten sind zunehmend mit Einsatzsituationen konfrontiert, die ein besonderes Maß an Sensibilität und Einfühlungsvermögen erfordern, hat „Demenz Partner“, eine Initiative der Deutschen Alzheimer Gesellschaft, festgestellt. Orientierungslose Personen, die Hilfe benötigen, sind ein Beispiel dafür.

14 Führungskräfte der Polizei in Weyhe haben sich jetzt mit Unterstützung des Brinkumer Vereins Pro Dem zu „Demenz Partnern“ ausbilden lassen. Darunter befand sich auch der 20 000. Teilnehmer, der eine solche Schulung bundesweit absolviert hat.

Lilja Helms, Leiterin des geronto-sozialen Bereichs von Pro Dem, vermittelte die Grundlagen zum Krankheitsbild Demenz und gab Hinweise zur Kommunikation sowie zum Umgang mit betroffenen Personen.

„Auch im Polizeidienst merken wir, dass immer mehr Menschen an Demenz erkrankt sind“, sagte Polizeirätin Franziska Mehlan, Leiterin des Weyher Kommissariats. „Dabei ist es nicht immer einzuschätzen, wie man jemanden ansprechen kann, der auf der Suche nach dem richtigen Zuhause ist oder sich auch gar nicht helfen lassen will.“ Mit der Schulung wolle man mehr Sicherheit im Umgang mit solchen Situationen erlangen, in denen Menschen mit Demenz die Hilfe der Polizei brauchen. „Die Unterstützung der Betroffenen und die Aufklärungskampagne ist ein Anliegen, wofür die gesamte Weyher Polizei steht.“

„Menschen mit Demenz gehören in unsere Mitte“

Als wertvolle Unterstützung der täglichen Arbeit sieht auch Kommissarin und Pressesprecherin Sandra Franke das Ergebnis des Kurses. „Wir sind schon von Personen gerufen worden, die zu Hause ihr Portemonnaie vermissten und sich das ausschließlich mit einem Einbruch-Diebstahl erklären konnten“, sagte Franke. „Demenziell erkrankte Personen reagieren gelegentlich aggressiv und wir können dann Hinweise an Angehörige und Beratungsstellen geben. Da fungieren wir auch schon mal als Sozialarbeiter.“

„Menschen mit Demenz gehören in unsere Mitte“, sagte Anna Gausmann von der Initiative Demenz Partner. „In Deutschland sind derzeit rund 1,6 Millionen Männer und Frauen von Alzheimer oder einer anderen Form der Demenz betroffen. Tendenz steigend. Es hilft ihnen, wenn alle, die ihnen im Alltag begegnen, etwas über die Erkrankung wissen“.

Gausmann überreichte Urkunden an die Absolventen des Kurses. „In der Familie, bei der Arbeit oder im Alltag ist es wichtig, Menschen mit Demenz verständnisvoll zu begegnen – für sie da zu sein, wenn sie uns brauchen“, heißt es unter anderem in dem Dokument.

Die ausgebildeten Schichtleiter fungieren nun innerhalb der Weyher Wache als Multiplikatoren, um weitere der insgesamt 70 Mitarbeiter des Kommissariats in Weyhe und Stuhr in dieser Sache zu unterweisen. 

rjy

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