Bürgerkontakt über Gegensprechanlage

Strenge Hygienevorschriften in Leester Wache: Polizei will mit gutem Beispiel vorangehen

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Sorgt wegen der Corona-Krise für eine Reduktion der Kontakte im Rahmen des Dienstes im Polizeikommissariat: die Leiterin Franziska Mehlan.

Maskenpflicht, Abstandsgebote und vieles mehr: Die Corona-Krise wirbelt das Leben durcheinander. Wie steht es selbst um die Personengruppe, die die Regeln der Landesregierung in Sachen Schutz gegen Corona-Infektionen umsetzen soll? Polizeirätin Franziska Mehlan, Leiterin des Weyher Polizeikommissariats, schildert, wie der Spagat zwischen Hygieneregeln und Polizeidienst gelingt.

Weyhe - Ein Besuch in der Wache sei nicht möglich – auch das sei Teil des Hygienekonzepts. „Innerhalb der Polizei gibt es diverse interne Anpassungen, um den Regeldienst durchgängig aufrecht zu erhalten“, erklärt Franziska Mehlan. Auch in der Corona-Krise sei es der Polizei in Weyhe und Stuhr aber möglich, die Wahrnehmung der polizeilichen Aufgaben jederzeit zu gewährleisten, betont sie.

Die Beamten würden ebenfalls bei sich selbst „streng auf Hygienevorschriften achten“ und die Kontakte „sowohl innerhalb des Hauses“ untereinander als auch mit den Bürgern „weitestgehend minimieren“. In einem Team-Beruf? Das sei „nicht immer einfach, aber derzeit erforderlich“, sagt Mehlan. Sie führt als Beispiel interne Vorgänge an: Die Weyher Beamten verzichten zum Beispiel auf Besprechungen und Fortbildungsveranstaltungen.

Polizei Leeste: Nur in notwendigen Fällen zur Wache

„Wir appellieren, nur in notwendigen Fällen zur Dienststelle zu kommen und ansonsten telefonisch, per E-Mail oder Online-Wache Kontakt zu uns aufzunehmen“, sagt sie. Wie funktioniert die Online-Wache? Das erklärt Thomas Gissing, Pressesprecher der Polizeiinspektion Diepholz: „Bürger können rund um die Uhr und an allen Tagen im Jahr die Seite dieser Online-Wache der Polizei Niedersachsen aufrufen. Dort können sie ihre Nachricht eingeben und zum Beispiel einen Fahrraddiebstahl ebenso melden wie einen Einbruch. Ein Formular fragt außerdem Angaben zur Person ab – sie müssen wahrheitsgemäß sein. „Diese Meldung wird zentral im Land entgegengenommen. Dann leitet der Bearbeiter die Nachricht an die zuständige Polizeidienststelle zum Beispiel Weyhe weiter.“ Der zuständige Beamte benötigt in der Regel weitere Angaben, um den Fall zu bearbeiten, sagt Thomas Gissing. Für ein Fazit nach mehreren Wochen in der Corona-Krise sei es noch zu früh. Diesen Service der Polizei hätten vor Corona deutlich weniger Bürger in Anspruch genommen, als während der Corona-Pandemie. „Eine Statistik gibt es noch nicht“, so Gissing. Man weiß auch noch nicht, was aus den gemeldeten Sachen geworden ist. Deshalb sei es für eine Einschätzung zu früh. Aber er bestärkt auch die Bevölkerung, diesen Service zu nutzen. Das sei bequemer, als die Wache aufzusuchen.

Wer derzeit die Wache besucht und durch die Eingangstür schreitet, bekommt einen ungewohnten Eindruck: Die erste Ansprache erfolgt durch eine Glasscheibe. Der Beamte spricht dann durch eine Gegensprechanlage mit den Gästen. „Das dient dazu, die sozialen Kontakte und damit das Infektionsrisiko zu minimieren“, erklärt Franziska Mehlan.

Die Polizeirätin legt Wert auf die Feststellung, dass sie die Beamten des Einsatz- und Streifendienstes nicht als „Corona-Streifen“ bezeichnet. Die Polizisten würden den normalen „polizeilichen Auftrag erfüllen“ – er sei nur durch die Überprüfung der Einhaltung der sogenannten Allgemeinverfügung der Landesregierung ergänzt. „Unterstützt werden die Kollegen in dieser Zeit durch Streifen der Zentralen Polizeidirektion“, so Franziska Mehlan.

Corona-Auflagen: Weyher und Stuhrer diszipliniert

„Wir stehen in engem Kontakt mit den Gemeinden“, sagt die Leiterin des Leester Polizeikommissariats, letztlich sei der Auftrag aber der Polizei übertragen. Die Kontrollen in Weyhe und Stuhr „finden mit Augenmaß, aber stets mit notwendigem Nachdruck statt.“ Falls das aus polizeilicher Sicht notwendig sei, müssten Bürger „mit Konsequenzen“ rechnen. Welche das sind, ließ sie allerdings offen. Franziska Mehlan zieht aber eine positive Bilanz. Die Bürger in der Wesergemeinde und in Stuhr seien in der Mehrzahl „diszipliniert“. Sie stellt den Einwohnern also ein gutes Zeugnis aus. Die Bürger hielten sich an die Vorschriften. „Das ist super, und ich freue mich darüber.“

Gehen mit solchen verschärften Regeln, die jetzt trotz Lockerungen in der Corona-Krise, weiterhin bestehen, Hinweise bei der Polizei ein, die ein Fehlverhalten beschreiben? Das komme auch vor.

Franziska Mehlan sagt aber auch, dass es in „einigen Fällen“ sinnvoll sein kann, selbstständig das Gespräch mit den Nachbarn zu führen, bevor die Polizei eingeschaltet wird. „Das unterliegt immer eine individuellen Bewertung, aber wir wollen uns nach der Pandemie noch vernünftig in die Augen schauen können“, lautet ihr Tipp.

Mehr Infos auf www.onlinewache.polizei.niedersachsen.de

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