Polizei stellt die Kriminalstatistik für Weyhe und Stuhr vor

Mehr als jede zweite Straftat wird aufgeklärt

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Johann-Dieter Oldenburg stellt die Kriminalstatistik in dem Raum vor, in dem Täter erkennungsdienstlich erfasst werden.

Leeste - Von Sigi Schritt. Die Polizei hat im vergangenen Jahr in den beiden größten Gemeinden des Kreises, Weyhe und Stuhr, mehr als jede zweite Straftat aufgeklärt. Der Chef des Leester Polizeikommissariats, Johann-Dieter Oldenburg, und Lothar Sengelmann, Leiter des Kriminal- und Ermittlungsdienstes, stellten gestern auf Anfrage die Kriminalstatistik für ihren Zuständigkeitsbereich vor. Beide wirkten sehr zufrieden. Die Anzahl der Straftaten ist – gemessen am Vorjahr – um 63 auf exakt 3521 zurückgegangen.

In 53,59 Prozent der Fälle hat die Polizei die Täter und die Hintergründe der Taten ermitteln können. Im Vergleich zum Vorjahr (54,8 Prozent) ergab sich lediglich eine Veränderung um 1,21 Prozent.

Erfreulich sei es, dass die Fallzahlen der sogenannten Rohheitsdelikte und die Straftaten gegen die persönliche Freiheit um 43 auf 264 zurückgegangen sind. Dazu zählten insbesondere Freiheitsberaubung, Bedrohung und Nötigung. Bei den 170 Körperverletzungsdelikten sei die Anzahl auf einem „üblichen Wert“ gleich geblieben. Das trifft auch auf die Raubdelikte zu, so Sengelmann. „Wir hatten 21 im ganzen Jahr. So viel hat manche Großstadt an einem Tag“, sagt Oldenburg. Probleme mit sogenannten Antänzern, die ihre Opfer umzingeln, sind zumindest in den beiden Nordkreisgemeinden laut Sengelmann nicht bekannt.

Beide Ordnungshüter ergänzten, dass die Vorgehensweise der Gemeinden, Flüchtlinge dezentral unterzubringen, erfolgreich ist. Von den Schutzsuchenden gehe keine Gefahr aus, so Oldenburg. Die Polizei musste zwar auch mal zur einen oder anderen Flüchtlingsunterkunft ausrücken, aber dann galt es Streitigkeiten zu schlichten. „Wenn Menschen zusammenkommen, gibt es manchmal Ärger. Das ist nicht anders als bei Kohltouren oder bei Schützenfesten“, so Oldenburg.

Den Schwerpunkt der Arbeit des Polizeikommissariats bildet die Diebstahlskriminalität – die Ordnungshüter registrierten 1646 Fälle (2014: 1628). „Diese Fälle sind schwer aufzuklären. Daher ist eine Quote von 30,5 Prozent schon sehr gut“, so der Polizeichef.

Laut Oldenburg sind die einfachen Diebstähle, bei denen etwa nicht abgeschlossene Fahrräder weggekommen sind, um 150 auf 613 Taten zurückgegangen. Das Hauptproblem bilden die Wohnungseinbrüche: Waren es 2014 noch 165 Fälle, hat die Polizei im vergangenen Jahr ein Plus von 122 Taten zu verzeichnen. „Deshalb sollten Eigentümer und Mieter es den Tätern möglichst schwer machen. Beispielsweise könnten sie Kameras installieren, Fenster und Türen gegen Aufhebeln schützen und dafür sorgen, dass im Urlaub der Briefkasten nicht überquillt“, lauten seine Tipps. Die aus der Sicht von Lothar Sengelmann erfreuliche Aufklärungsquote bei den Tageswohnungseinbrüchen von 32 Prozent, führt der Kriminalbeamte auf viele Zeugenhinweise zurück. „Das Aufkommen ist nach wie vor sehr hoch. Wir hatten sogar eine kleine Ermittlungsgruppe zu diesem Thema.“ Hauptsächlich stehlen Diebe das, was sie leicht tragen können – Geld, Gold und Schmuck. „Nur in seltenen Fällen ist es auch der Flachbildschirm“, so Oldenburg.

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Straftaten und ihre Aufklärung:

Fälle 2015: 3521 (2014: 3584)

Aufklärungsquote:

53,59 % (2014: 54,80)

Roheitsdelikte und Straftaten gegen die persönliche Freiheit: 264 (307), Quote: 87 %

Raubdelikte: 21 (21), Q.: 67 %

Körperverletzungsdelikte: 170 (170), Quote: 89 %

Gesamtfälle der Diebstahlskriminalität: 1646(1628); Quote: 30,5 %

Einfacher Diebstahl:

613 (763), Quote: 42 %

Besonders schwere Fälle:

1033 (865), Quote: 24 %

Diebstahl aus Wohnungen: 287 (165), Quote: 26 %

Diebstahl aus Bürogebäuden: 124 (122), Quote: 30 %

Diebstahl aus Fahrzeugen:

348 (262), Quote: 23,5 %

Ladendiebstahl:

199 (230), Quote: 93 %

Fahrraddiebstahl:

280 (354), Quote: 11 %

Vermögensdelikte:

879 (872), Quote: 98 %

Rauschgiftdelikte:

173 (166), Quote: 98 %

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