Polizei ermittelt wegen fahrlässiger Körperverletzung gegen Bremer Boxerhalter

Beißattacke an der Weser in Sudweyhe: Ärger im Revier

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Gehen regelmäßig in Sudweyhe in der Nähe des Wieltsees und auf dem „Pariser Weg“ spazieren und fürchten sich vor den „freilaufenden und gefährlichen“ Boxern eines Bremer Halters: Gitta Reinecke (49) aus Syke mit ihrem Border Collie „Fly“ und ihrem Dackel „Biene“ sowie Torsten Hildebrandt (52) aus Leeste mit Tierheim-Mischlingshund „Stivie“.

Sudweyhe - Von Sigi Schritt. Torsten Hildebrandt aus Leeste geht oft im Sudweyher Greifvögel-Biotop mit Stivie, seiner Mischlingshündin aus einem Tierheim, spazieren. Sie ist an der Leine. Plötzlich tauchen drei große, muskulöse Boxer auf, umzingeln und attackieren Mensch und Tier. Der 52-Jährige nimmt seinen Vierbeiner hoch, um ihn zu schützen. Doch statt vom Tier abzulassen, beißen nun die Boxer in Hildebrandts Beine. Die Folge: Der 52-Jährige ist vier Wochen krank. Jetzt ermittelt die Polizei wegen fahrlässiger Körperverletzung gegen den Bremer Boxerhalter.

„Ich hatte Todesangst und war am Ende meiner Kräfte.“ Hildebrand sagt das nicht leichtfertig. „Ich habe sogar einen Schwarzen Gürtel“, aber Kampfsport helfe nicht, wenn drei Boxer angreifen und man ein Tier hochhält, sagt er. Wenn er an den Vorfall Anfang Dezember zurückdenkt, bekomme er immer noch eine Gänsehaut. Solch eine Situation wünscht er niemandem. „Die schwarzen Boxer tauchten hinter einem Erdhügel auf. Schon öfter habe ich sie vertreiben können Diesmal war es anders. Der Eigentümer war auch nicht zu sehen.“

Dies Bild zeigt die Bisswunden von Torsten Hildebrandt.

Die Tiere ließen nach seiner Schilderung nicht von Hildebrandts Beinen ab und bissen mehrfach zu. „Die Rettungsärztin sagte, dass ich Glück hatte, weil ich Gummistiefel und drei Hosen übereinander trug.“ Mindestens fünf Minuten habe er um Hilfe geschrien. „Der Hafenmeister der Marina hörte mein Rufen und eilte mit Helfern herbei.“ Da er ein Tier kräftig erwischt hatte, sei der Hundebesitzer gezwungen gewesen, herzukommen, glaubt Hildebrandt. „Er pöbelte mich an, was ich mit seinem Hund gemacht hätte, statt mir zu helfen.“ Hildebrandt fordert, dass dem Halter die Tiere entzogen werden und dass ihm sogar die Hundezucht verboten wird.

„Seit drei Jahren haben ich und andere Hundebesitzer Ärger mit diesem Mann. Er lässt seine Tiere laufen und hat sie nicht im Griff. Fünf Mal attackierten seine Tiere meine Mischlingshündin Stivie“ Bei einem anderen Zusammentreffen habe es eine Rangelei und sogar gegenseitige Anzeigen gegeben.

Gemeinde und Polizei sollten etwas tun, fordert Spaziergängerin Gitta Reinecke (49) aus Syke, die ebenfalls regelmäßig in der Nähe der Weser spazieren geht. Auch sie habe unliebsame Bekanntschaft mit den Bremer Tieren gemacht. „Zwei der drei Boxer stürzten sich auf meinen Border Collie. Er zog sich Prellungen zu, und ein Stück Fell fehlte. Der Boxer-Halter befand sich in der Mitte einer Wiese.“ Leinen- und Maulkorbzwang für die Tiere sei das Mindeste, fordert sie, aber der Bremer sollte eigentlich keine Hunde halten dürfen, sagt Karen Rau aus Bremen, die ebenfalls die schwarzen Boxer fürchtet. „Wir Hundebesitzer wissen, welchen Wagen der Boxerhalter fährt. Wir machen einen Riesenbogen um ihn, weil wir vor den Tieren Angst haben.“

„Bei uns ist der Vorgang bisher nicht bekannt“, so Baudirektor Steffen Nadrowski von der Gemeindeverwaltung. „Nach dem niedersächsisches Gesetz über den Wald und die Landschaftsordnung besteht außerhalb der Brut- und Setzzeit kein Leinenzwang. Da der Hundehalter offenbar bekannt ist, aber in Bremen wohnt, wäre die dortige Verwaltungsbehörde für eine Ansprache des Hundehalters in Bezug auf Auflagen zur Hundehaltung zuständig.“

„Den Leinenzwang in der Brut- und Setzzeit ignoriert der Bremer“, sagt Forstwissenschaftler Josef Teupe, der an der Weser Vögel beobachtet. „Ich habe gesehen, wie seine Boxer eine trächtige und verängstigte Ricke gejagt haben und dies dem Jagdpächter geschildert.“

Die Weyher Polizei bearbeitet die Beißattacke noch und will die Akte an die zuständige Behörde in Bremen geben. „Veterinär- und Stadtamt prüfen, ob der Bremer grundsätzlich geeignet ist, Hunde zu halten. Mehr können wir nicht tun“, so Kommissariatschef Johann-Dieter Oldenburg.

Das Bremer Stadtamt will indes nicht auf eine Behördenmitteilung aus Niedersachsen warten, sondern vorab präventiv tätig werden. Die Schilderungen des Falls bezeichnet die Behördenleiterin Marita Wessel-Niepel als „erschreckend“. Sie lässt prüfen, ob die Boxer als gefährlich einzustufen sind und welche Auflagen notwendig werden.

Der Halter war für eine Stellungnahme nicht erreichbar.

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