Schlaglöcher auf der Alten Poststraße

Ein roter Streifen für die Fahrradfahrer?

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Radler sollen laut ADFC selbstbewusst auf der Straße fahren.

Leeste - Von Sigi Schritt. Die Postbotin Wanda Neumann zählt zu den vielen Radfahrern, die sich über die Schlaglöcher auf der Alten Poststraße in Höhe des Kommissariats ärgern. Die 43-Jährige, die dort Briefe austrägt, wird auf ihrem Drahtesel täglich durchgerüttelt. Sie hofft, dass die abgewetzten Markierungen auf dieser Straße, die sich Radler und der motorisierte Verkehr teilen müssen, und am Henry-Wetjen-Platz erneuert werden – die Politik sieht Handlungsbedarf.

Weyher Polizeibeamte kritisieren ebenfalls die zu schmalen Schutzstreifen und die Verkehrsbelastung, mit denen Radfahrer insbesondere Schüler zu kämpfen hätten, berichtet Arno Zumbach, Sprecher der Polizeiinspektion. Der motorisierte Verkehr nimmt sogar noch zu, wenn die Bundesstraße 6 in Kürze saniert wird und sich Autofahrer entgegen der Empfehlung eine Ausweichstrecken über Leeste suchen, sagt der Sprecher.

Gibt es an dieser Stelle einen Unfallschwerpunkt? Nein, sagt Zumbach. Die Statistik weist für 2014 am Henry-Wetjen-Platz sechs Verkehrsunfälle (zwei mit Radfahrerbeteiligung) aus. 2015 waren es drei. Dennoch hat die Postbotin ein „mulmiges Gefühl“, wenn sie auf dem Asphalt unterwegs ist.

Der Weyher CDU-Chef Dietrich Struthoff kann das „sehr gut nachvollziehen“. Auch er sei dort fast täglich mit seinem Velo unterwegs und berichtet von „drängelnden Autofahrern“ unter den Augen der Polizei. „Ich habe immer Glück gehabt.“ Struthoff fordert, die Fahrbahn für die schwächeren Verkehrsteilnehmer besser zu kennzeichnen. „Die derzeitige Kennzeichnung ist ein Behelf, angefangen von der fest installierten Bake bis zu den farblichen Markierungen, die kaum noch erkennbar sind“, kritisiert der Weyher FDP-Chef Günther Borchers, der für den Umbau des Henry-Wetjen-Platzes einen Kreisverkehr favorisierte. „Jetzt kann man nur noch das Beste daraus machen.“ Den Vorschlag von Verkehrsteilnehmern, für die Fahrradfahrer einen roten Belag aufzubringen, findet Borchers gut.

Schlaglöcher in Leeste

Auch der SPD-Fraktionschef Frank Seidel sieht Handlungsbedarf: „In der Tat ist es so, dass die Fahrbahnmarkierung gelitten hat und die optische Abgrenzung als quasi Fahrradspur so nicht mehr durchgängig ihre Wirkung entfalten kann.“ Das ist laut Seidel für die Fahrradfahrer „sicherlich nicht optimal. Hinzu kommen Beschädigungen im Asphalt“. Der Sozialdemokrat geht davon aus, dass die zuständige Behörde es veranlasst, die Löcher zu stopfen. Zur Verbesserung der Verkehrssicherheit will Seidel neben der bislang verwendeten Abgrenzung mit einer dickeren weißen Linie auch die optische Veränderung in Rot ins Kalkül ziehen. Er will dazu Experten wie ADFC, Polizei und Straßenverkehrsbehörde hinzuziehen.

Zugegebenermaßen fühlten sich manche Radfahrer unsicher, wenn sie im Mischverkehr mit Autos, Lastwagen und Bussen auf einer Straße unterwegs sind, sagt Holger Opitz vom Allgemeinen Deutschen Fahrradclub (ADFC). Er zitiert die Straßenverkehrsordnung wonach Kraftfahrzeuge und Radfahrer im Allgemeinen gleichberechtigt sind. „Aber dennoch gibt es Ängste. Die sind am Henry-Wetjen-Platz unbegründet“, so Opitz, weil „der Verkehr dort langsam fließt und die Leute aufmerksam sind“.

Opitz sagt, dass der Asphalt nicht im besten Zustand ist: Pedalritter sollten Schlaglöcher und Pfützen meiden, lautet sein Tipp. Die Schadensstellen seien von „Weitem gut sichtbar“, so dass sich Radfahrer rechtzeitig zur Fahrbahnmitte einsortieren könnten. „Schutzstreifen müssen grundsätzlich 1,5 Meter breit sein. Die ehemals aufgebrachten Streifen hatten nicht einmal die halbe Breite.“

Grundsätzlich sollten die schwächeren Verkehrsteilnehmer ruhig die volle Spur der Landesstraße ausnutzen, rät das ADFC-Mitglied.

Von der Gemeinde und vom Straßenbauamt lag bis gestern Abend keine Stellungnahme vor.

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