Politiker besuchen an Heiligabend Polizei und Rettungswache

Schwertransporte strapazieren Personaldecke

+
Polizeichef Johann-Dieter Oldenburg (sitzend) und Polizeihauptkommissarin Jenny Kempf sowie Einsatz- und Streifendienstleiter Holger Baur bekommen Süßes für die Wache. Als Geschenkeüberbringer fungieren der Stuhrer Bürgermeister Niels Thomsen (2.v.l.), der stellvertretende Weyher Bürgermeister Frank Seidel (l.), der stellvertretende Landrat Volker Meyer (2.v.r.) sowie die Landtagsabgeordnete Luzia Moldenhauer (r.).

Leeste - Von Sigi Schritt. Als eine gute Tradition und Wertschätzung hat Johann-Dieter Oldenburg, Leiter des Leester Polizeikommissariats, den Besuch zahlreicher Vertreter aus Politik und Verwaltung an Heiligabend bezeichnet.

So erwiesen sich der Stuhrer Bürgermeister Niels Thomsen (parteilos), der stellvertretende Weyher Bürgermeister Frank Seidel (SPD), der Vize-Landrat Volker Meyer (CDU) sowie die Landtagsabgeordnete Luzia Moldenhauer (SPD) als Geschenkeüberbringer. Einen Tag zuvor hatte sich laut Oldenburg auch Holger Münch, Chef des Bundeskriminalamtes, für die Arbeit der Beamten bedankt und eine große Kiste mit Süßigkeiten in der Wache gelassen.

Der Stuhrer Bürgermeister nutzte die Gelegenheit des Besuchs, um sich über das Thema Einbrüche zu informieren: In Stuhr verzeichne die Polizei mehr Eigentumsdelikte als in Weyhe, erklärte Polizeichef Oldenburg. „Die Randlage zu Bremen lädt die Diebe gewissermaßen ein. Anschließend ziehen sie sich wieder in ihr Bundesland zurück“, ergänzte der Einsatz- und Streifendienstleiter Holger Baur.

Ob die Ermittlungsarbeit klappt, wollte Thomsen wissen. Baur bestätigte dies und führte das Beispiel des Personalaustauschs zwischen Bremen und Niedersachsen an. Im Januar wechseln ein Bremer und ein Weyher Polizist die Plätze. Im Februar folgt ein weiterer. „Über die Wintermonate können wir uns das erlauben“, begründet der Ordnungshüter, „da sind wir besser aufgestellt.“

Und für die Polizeiarbeit sei diese Art von Zusammenarbeit sehr fruchtbar. Zumal bei Engpässen die Weyher Streifen die Bremer unterstützen und umgekehrt.

Die Politikvertreter erfuhren außerdem, dass die Weyher Einsatzfahrzeuge im Schnitt rund 300 000 Kilometer auf dem Buckel hätten. „Wir sind grundsätzlich mit den VW Passats Diesel sehr zufrieden“, so Oldenburg. Doch irgendwann müssten die Fahrzeuge ausgetauscht werden.

Personalintensives Thema

Ein personalintensives Thema sei die Begleitung von Schwertransporten in der Nacht. „Sobald die Lastwagen die Autobahn verlassen, sind wir im Geschäft“, sagt Baur. Oldenburg erinnert, dass in Syke ein Windpark entsteht und dass „jeder Flügel ein Transport“ sei. Außerdem würden alte Anlagen durch ein durch neuere, leistungsstärkere ersetzt. Doch der normale Dienst dürfe nicht darunter leiden, so Oldenburg. Deshalb sei die Personalplanung wegen der Ruhezeiten und Urlaubsansprüche nicht einfach.

Sollte die Landesreserve beordert werden, so Oldenburg, müsse er zwei Beamte nach Hannover schicken. Andererseits sei das Personal für die Polizeiwache durch den Schutz des BKA-Chefs aufgestockt worden. Dennoch fehle derzeit eine Schreibkraft. Sie ist freiwillig abgeordnet, um in der Schwaneweder Kaserne Flüchtlinge zu registrieren. „Das geht bis Ende Januar. Dann sieht man weiter“, so Oldenburg.

Über den 30. September hinaus müsste aber sein Nachfolger diese Herausforderungen angehen. „Das ist mein letzter Arbeitstag“, sagt Oldenburg. „46,5 Jahre Bulle, das reicht.“ Ein Nachfolger ist noch nicht in Sicht.

Neben der Polizei machten die Politiker auch bei der DRK-Rettungswache in Leeste Station. Der Leiter Harry Stratmeyer begrüßte die Gäste. Gefragt nach den Sorgen und Nöten berichtete der Leiter von der „Unsitte“ einiger Anrufer wegen „Kleinigkeiten“ den Rettungsdienst zu verständigen. Komme der hausärztliche Notdienst etwa wegen eines grippalen Infekts nicht schnell genug, riefen die Kranken bei der Rettungswache an.

Das Problem: Solche Fälle blockierten die Einsatzbereitschaft für schwierigere, größere Fälle. Stratmeyer appellierte an die Bürger, genau zu hinterfragen, ob ein Einsatz eines Rettungswagens notwendig sei. Jeder der drei Rettungswagen rücke in der Nacht im Schnitt sechs Mal aus.

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema:

Green Circus auf dem Deichbrand Festival 2017

Green Circus auf dem Deichbrand Festival 2017

Holtebütteler Plattsnackers spielen „Chaos in’t Bestattungshuus“ 

Holtebütteler Plattsnackers spielen „Chaos in’t Bestattungshuus“ 

Nach Sommergewittern kommt Herbstwetter

Nach Sommergewittern kommt Herbstwetter

Beachparty in Schwarme

Beachparty in Schwarme

Meistgelesene Artikel

14-Jähriger kracht auf der Flucht vor Polizei in Gaststätte

14-Jähriger kracht auf der Flucht vor Polizei in Gaststätte

Mächtiger Allrounder im Team - 300.000 Euro schwer

Mächtiger Allrounder im Team - 300.000 Euro schwer

„Summer in the City“: Besucher wünschen sich Fortsetzung

„Summer in the City“: Besucher wünschen sich Fortsetzung

Philip Sander löst Simon Hammann als Schützenkönig von Twistringen ab

Philip Sander löst Simon Hammann als Schützenkönig von Twistringen ab

Kommentare