Rainer Zottmann: „Wieltsee zu entwickeln, heißt aber auch Grenzen zu setzen“

B-Plan für die „Perle von Weyhe“

Ist ein beliebtes Freizeitziel geworden: Der Wieltsee. Im Vordergrund ist die Marina mit den Steganlagen und der schwimmenden Gaststätte Smokey Island zu sehen.
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Ist ein beliebtes Freizeitziel geworden: Der Wieltsee. Im Vordergrund ist die Marina mit den Steganlagen und der schwimmenden Gaststätte Smokey Island zu sehen.

Weyhe – Der Wieltsee ist im Laufe der Jahre ein beliebtes Freizeitziel geworden. Das Areal sei für Besitzer von Segel- und Motorbooten ebenso attraktiv wie für Angler, Camping-Freunde, Naturschützer, Spaziergänger und Hundebesitzer. Aber mit steigender Beliebtheit mehrt sich auch die Anzahl der Konflikte, so die Gemeinde. Um diesen zu begegnen sowie Erweiterungsmöglichkeiten zu schaffen und den Bestand rechtlich abzusichern, will die Gemeinde den Flächennutzungsplan ändern und im Parallelverfahren den Bebauungsplan Wieltsee aufstellen.

Diesem Vorschlag der Verwaltung haben am Dienstagabend die Mitglieder des Ausschusses für Bau, Planung und Umwelt geschlossen zugestimmt. Nun muss der Beschluss vom Rat bestätigt werden.

Christine Dubois von der Verwaltung erklärte den Ausschussmitgliedern im Rahmen einer virtuellen Sitzung, welche weiteren Ziele mit der Bauleitplanung erreicht werden sollen. So möchte die Verwaltung ein Erschließungskonzept für Fußgänger, Radfahrer und für den motorisierten Individualverkehr erstellen. Dazu müsse darüber nachgedacht werden, wie die Straßen und Wege instand gesetzt werden. Es gehe ebenso um die Schaffung von Parkmöglichkeiten. Laut Dubios müssten weitere Aspekte beachtet werden: Einerseits gehe es um den Umweltschutz, anderseits auch um den Hochwasserschutz. Denn das etwa 38,8 Hektar große Areal, das auch den kleinen Wieltsee umfasst, liege zwischen dem Deich und der Weser.

Noch bevor die Gemeinde den sogenannten förmlichen Verfahrensschritt „frühzeitige Beteiligung der Öffentlichkeit“ beschließt, will sie mit Akteuren am Wieltsee Sondierungsgespräche führen. Bei den Vereinen an der Marina liege zum Beispiel der Fokus auf Wassersport.

Aber auch das vom Marina-Pächter geschaffene Angebot, bei dem Hausboote vermietet werden, böten Anreize, den Wieltsee anders zu entdecken. Dagegen sei die Landzunge zwischen Weser und See für Camping vorgesehen.

Im Rahmen des Verfahrens müssten rund 100 Träger öffentlicher Belange gehört werden. Dazu zählten zum Beispiel die Untere Naturschutzbehörde ebenso wie die Untere Wasserbehörde sowie die Deichverbände.

Die CDU begrüße es, dass laut Fraktionsmitglied Ingrid Söfty „die Perle von Weyhe“ in eine rechtliche Form gebracht wird. Kurt Meyer (CDU) merkte an, dass auf den Wiesen früher eine Pferdehaltung möglich gewesen sei. Die Verwaltung sollte es ermöglichen, dass die Pferde dort wieder Weiden zur Verfügung bekommen.

Rainer Zottmann, Fraktionsvorsitzender der SPD, lobte die touristische Entwicklung mit Weserstrand, Reisegarten, Wege an der Alten Weser und der schwimmenden Gaststätte Smokey Island. „Wieltsee zu entwickeln, heißt aber auch Grenzen zu setzen.“

Der Grünen-Vertreter Elmar Könemund erinnerte daran, dass es einen Beschluss aus einer anderen Ratsperiode gebe, dass ein Teil des Areals als Naturschutzgebiet auszuweisen. Wie Baudirektor Steffen Nadrowski zu diesem Hinweis ausführte, sei das auch im Interesse von Weyhe.

„Der Wieltsee ist auch eine ökologische Perle“, sagt Ulrike Buck vom Nabu. Naturfreunde könnten dort seltene Vögel beobachten, da tummeln sich Wasservögel und Arten, die man sonst in Weyhe nicht sieht. An der Abbruchkante in der Nähe des Baggerschiffs Nadine seien sogar geschützte Uferschwalben zu finden.

Von Sigi Schritt

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