Pizarro? Manfred Jabben!

Der fast 89-jährige Senior vom TTC Erichshof spielt seit mehr als 70 Jahren Tischtennis

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Das Trikot mit der Aufschrift „Alter schützt vor Tischtennis nicht“ bekam Manfred Jabben (rechts) zu seinem 80. Geburtstag geschenkt. Das ist lange her und noch immer aktuell, wie TTC-Vorstandsmitglied und sein langjähriger sportlicher Begleiter Hans-Jürgen Päsler bestätigt. 

Erichshof - Von Heiner Büntemeyer. Heutzutage beginnen klassische Tischtennis-Karrieren sicher anders, doch als Manfred Jabben 1943 zum ersten Mal mit einem Tischtennisschläger eine Zelluloidkugel über eine Platte schmetterte, war das der häusliche Küchenherd. Probleme, Spielpartner zu finden, hatte er auch nicht: „Ich hatte ja genug Geschwister“, sagt Jabben lächelnd, der in wenigen Wochen 89 Jahre alt wird.

1949 wurde der Tischtennisclub (TTC) Erichshof gegründet und schon zwei Wochen später schloss sich auch Manfred Jabben dem Verein an. Seinerzeit gehörte der TTCE noch dem Bremer Tischtennisverband an. Das war von großem Vorteil, weil die Aktiven mit Fahrrad und Straßenbahn zu den Auswärtsspielen fahren konnten. Die Heimspiele und das Training waren in den Gasthäusern Knief (Angelse) und Böttcher (Erichshof). „Bei Knief passten nur zwei Platten auf den Saal“, erinnert sich Jabben. Aber dafür hatten sie ständig Zuschauer, denn der Weg zur Toilette führte für die Gäste an der Theke vorbei immer über den Saal.

Aus beruflichen Gründen wechselte Jabben später zum Eisenbahnersportverein (ESV) Blau-Weiß Bremen, der freundschaftliche Verbindungen zu einem Eisenbahner-Tischtennisclub in Helsingborg/Schweden pflegte. Daraus ergaben sich auch private Freundschaften, die so weit führten, dass Manfred Jabben und seine Frau an der VHS einen Schwedisch-Kurs besuchten.

Später löste sich der ESV auf und Manfred Jabben schloss sich dem TuS „Eintracht“ Bremen an, weil der seiner Wohnung in Bremen-Findorff am nächsten lag. Als der Verein 2005 mit dem TvdB zur SG Findorff fusionierte, erinnerte sich Manfred Jabben seiner alten Freunde aus Erichshof und schloss sich wieder dem TTC an.

Hier nahm er bis zur letzten Saison noch an den Punktspielen teil und versäumt auch jetzt nach Möglichkeit noch keinen Trainingsabend. „Ich stehe noch immer an der Platte, denn ich möchte dabei mein Reaktions- und mein Koordinationsvermögen trainieren“, berichtet er.

Er fühlt sich unter seinen „Kumpels“ im Verein sehr wohl und findet auch regelmäßig Spielpartner. Auch wenn diese seine Enkel sein könnten.

Auch Hans-Jürgen Päsler, der im TTC schon zahlreiche Vorstandsposten, darunter auch den des Vorsitzenden, bekleidete und dem Verein seit 64 Jahren angehört, freut sich über den rüstigen Oldie. Als Spieler sei er ein hervorragender Defensiver, der meisterhaft mit Unterschnitt verteidigt, lobt Päsler.

Jabben sei ein Vorbild im Verein und ein Beispiel dafür, dass man bis ins hohe Alter noch Tischtennis spielen kann – wenn die Voraussetzungen im Verein dafür gegeben sind. Beim TTCE ist das der Fall. „Wir vergessen auch unsere Älteren nicht“, erklärt Päsler noch, nachdem sich Jabben bereits verabschiedet hat, weil einer seiner Tischtennis-Kumpel schon auf ihn wartet, um mit ihm ein Match auszutragen.

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