Fahrradkurs für Frauen / Gemeinde investiert 5 000 Euro für 24 Fortbewegungsmittel

Persönliche Mobilität vergrößern

Dies sind die Teilnehmer des zehntägigen Fahrradkurses der Gemeinde Weyhe. Im Vordergrund: Afsetu Al Hassan. - Fotos: Schritt

Weyhe - Von Sigi Schritt. Bislang waren sie immer nur zu Fuß unterwegs. Dass acht Frauen jetzt lernen, das Rad zu benutzen, um ihre persönliche Mobilität zu vergrößern, zählt für sie zur gelebten Freiheit. Die 16- bis 55-Jährigen wollen mit dem Rad beispielsweise zum Einkaufen fahren, Behördengänge erledigen oder die Gegend erkunden.

Aller Anfang ist jedoch schwer. Das weiß Sonja Wohllaib, Trainerin des ADFC. Deshalb gehe sie behutsam vor, sagt sie. Wohllaib bringt in dem zehntägigen Seminar, das die Gemeinde organisiert, Grundlagen näher. Ein wichtiger Punkt dabei sei der Abbau von Ängsten wie dem Verlust der Bodenhaftung.

Auch wenn die Teilnehmerinnen verschiedene Sprachen sprechen, eint alle das gemeinsame Ziel, eigenständig zu radeln. „Wir verständigen uns auf Englisch oder mit Händen und Füßen“, sagt die Ausbilderin. „Das klappt gut.“

Diese Laufräder sind im Einsatz.

Ihre Teilnehmerinnen hätten wenig Bewegungserfahrung. Und sie kennen kein Ballancegefühl. „Anfänger haben große Probleme, die Kontrolle zu verlieren“, erklärt die ADFC-Trainerin. Deshalb beginne sie den Kurs mit kleineren (Trocken-)Übungen. „Wir balancieren auf einem Seil, mit geschlossenen Augen“, sagt sie. „Vor Stürzen haben die Frauen ebenfalls große Angst.“ Zunächst übten die Frauen auf Rollern. Darauf sei es schon schwierig, ohne größere Probleme die ersten Runden zu drehen. Im zweiten Schritt setzten sich die Teilnehmer auf die Sättel der Spezialräder, die die Gemeinde wegen ihres tiefen Rahmens angeschafft hat. Sie könnten auch schnell zu Laufrädern umgebaut werden. Diese zwölf Räder und zwölf Roller kosteten laut der Gleichstellungsbeauftragten Christina Scheele 5 000 Euro. Die Gemeinde habe die Fortbewegungsmittel Anfang des vergangenen Jahres angeschafft.

Die Kurse werden fortgesetzt, kündigt Scheele an. Denn der Bedarf sei groß. „In vielen Ländern ist es nicht üblich, dass Frauen Fahrradfahren lernen.“

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